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Gemeinderat, 21. Sitzung vom 25.05.2007, Wörtliches Protokoll  -  Seite 99 von 105

 

keine Frage, dieses europäische musikalisch-kulturelle Großereignis mit 250 000 EUR zu unterstützen. Auch der Bund zahlt 250 000 EUR.

 

Unsere Kulturpolitik steht im Zeichen der Offenheit. Ob Theater, Musik oder bildende Kunst, alle Kunstformen werden optimal gefördert. Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sprechen uns vehement gegen Bevormundung und Grenzen für die Freiheit in der Kunst und der Kulturschaffenden aus, denn Förderungen dürfen nicht vom persönlichen Geschmack von Politikern abhängig sein! - Danke. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Günther Reiter: Zu einer tatsächlichen Berichtung hat sich Herr GR Dr Wolf gemeldet. Die Redezeit beträgt drei Minuten.

 

GR Dr Franz Ferdinand Wolf (ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien): Herr Vorsitzender! Herr Berichterstatter! Meine Damen und Herren!

 

Ich mache es kürzer. Damit die Zahlenverwirrung nicht Eingang ins Protokoll findet, im Akt steht: „Facts: rund 100 000 Zuseher vor Ort im Schlosspark Schönbrunn, ..." (GR Christian Oxonitsch: Es waren 40 000 mehr!) - es waren angeblich 140 000 (GR Kurt Wagner: Nicht angeblich!) – „... TV-Zuseher national rund 525 000, TV-Zuseher international rund 200 Millionen." - Das steht im Akt. - Danke. (Beifall bei der ÖVP. - GR Günter Kenesei: Lesen sollte man es halt!)

 

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Mir liegt nun keine Wortmeldung mehr vor.

 

Der Herr Berichterstatter hat das Schlusswort.

 

Berichterstatter GR Ernst Woller: Herr Vorsitzender! Meine Damen und Herren!

 

Alle 140 000, die gestern dort waren, und einige aus diesem Kreis, so wie ich, waren auch dort, werden sagen, es war eine großartige Visitenkarte der Kulturstadt Wien und sie würden nicht verstehen, wenn hier die Opposition der Meinung ist, dafür sollte es einfach kein Geld der Stadt geben. (StRin Mag Katharina Cortolezis-Schlager: Das hast du gut gesagt!) Es wird auch im Kulturbudget niemandem etwas weggenommen, weil das eine zusätzliche Förderung aus dem Gesamtbudget der Stadt Wien ist.

 

Wenn sich die ÖVP und die FPÖ vielleicht überlegen sollten, ob sie da jetzt zustimmen oder nicht, so einer komischen Vereinigung HEY-U, und wer das macht, kann ich zur Beruhigung nur sagen, die Organisation HEY-U macht das schon seit vier Jahren, auch unter dem Bundeskanzler Schüssel. Wie der Vizekanzler geheißen hat, fällt mir jetzt gerade nicht ein, aber er war auch nicht so bedeutend. Unter uns gesagt, die alte schwarz-blaue Regierung hat HEY-U beauftragt und so schlecht können die das nicht gemacht haben.

 

Daher bin ich der Meinung, dass wir auch dieser Förderung mit gutem Gewissen zustimmen können. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Wir kommen zur Abstimmung über das Geschäftsstück.

 

Wer dafür ist, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich stelle die Zustimmung bei der SPÖ fest. Der Antrag ist mehrheitlich angenommen.

 

Wir kommen zur Postnummer 30 der Tagesordnung. Sie betrifft eine Subvention an den Verein Wiener Filmarchiv der Arbeiterbewegung. Eine Wortmeldung liegt mir nicht vor.

 

Wir können daher sofort abstimmen.

 

Wer für den Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich stelle die Zustimmung bei FPÖ, SPÖ und GRÜNEN fest. Der Antrag ist mehrheitlich angenommen.

 

Es kommt nunmehr Postnummer 31 zur Verhandlung. Es geht um eine Subvention an den Kunstverein Theater des Augenblicks. Berichterstatterin ist Frau GRin Zankl. Ich bitte Sie, die Verhandlung einzuleiten.

 

Berichterstatterin GRin Inge Zankl: Herr Vorsitzender! Meine Damen und Herren! Ich bitte um Zustimmung zu diesem Antrag.

 

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Die Debatte ist eröffnet. Zum Wort gemeldet ist Herr GR Mag Ebinger.

 

GR Mag Gerald Ebinger (Klub der Wiener Freiheitlichen): Herr Vorsitzender! Frau Berichterstatterin! Meine Damen und Herren!

 

Trotz der fortgeschrittenen Stunde ein paar Worte zu diesem durchaus interessanten Akt. Das Theater des Augenblicks möchte ein Kompetenzzentrum für internationale Kulturvernetzung und Beratung machen, also etwas, was irgendwie längerfristig sein soll. Das ist schon im Wortsinn ein Paradoxon. Deshalb habe ich mir das ein bisschen näher angeschaut.

 

Wenn man sich die Homepage des Theaters des Augenblicks anschaut, gibt es nicht wahnsinnig viele Informationen. Schaut man oben auf die Pressemitteilungen, die ich mir alle ausgedruckt habe, hat man den Eindruck, der Augenblick dieses Theaters ist schon ein bisschen vorbei, weil alles, was es an Pressemitteilungen gibt, ist aus dem Jahre 2001. Also offensichtlich sind die besten Augenblicke dieses Theaters vorbei. Deswegen hat man sich etwas anderes überlegt.

 

Dann habe ich mir diesen Antrag angeschaut. Wir haben vorhin gehört, welche fadenscheinigen Begründungen es gibt. Wenn man sich das durchliest, ist das ein ziemlich umfangreiches Schreiben. Ich werde ein paar Schlüsselsätze herausnehmen. Ich hoffe, Sie werden das alles wunderbar verstehen, was darin steht.

 

„Die Eigenproduktionen des Theaters des Augenblicks hatten und haben vielfach Laborcharakter." - Laborcharakter heißt, es ist etwas Unfertiges, es wird etwas getestet. Da sollte man eigentlich, wenn man leicht polemisch ist, sagen, dann sind das keine Zuschauer, sondern Testpersonen, die etwas bezahlt bekommen sollten, wenn sie dort hingehen.

 

Weiter unten steht dann allerdings, bei einem Projekt, das die EU gefördert hat: „,kontext : europa', ein innovatives Forum in einem intimen Rahmen." - Das heißt, es gab in Wirklichkeit eh keine Zuschauer, also brauchen wir uns darum nicht allzu viele Sorgen zu machen.

 

Jetzt wollen sie ein Kompetenzzentrum für Projekte, Forschung, Kompetenzentwicklung, Aus- und Weiterbildung machen, etwas, was eigentlich ungewöhnlich ist, dass eine Off-Bühne, die experimentelles Theater macht,

 

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