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Gemeinderat, 39. Sitzung vom 25.11.2008, Wörtliches Protokoll  -  Seite 72 von 106

 

Wiener Jugendliche. Wir haben uns dazu bekannt, mit VBgmin Brauner und VBgmin Laska die Qualitätsentwicklung im Landesforum Lehre genau anzuschauen, um diese überbetriebliche Ausbildung, die wir via AMS und Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds gemeinsam finanzieren, weiter zu betreiben und zu steigern.

 

Wir haben natürlich auch im Bereich der schwachen Jugendlichen und jungen Menschen etwas anzubieten. Ich habe öfters schon das Projekt „Space! Lab" erwähnt, wo Jugendliche dort abgeholt werden, wo sie sind, wenn sie noch nicht den Weg in überbetriebliche Ausbildung, Lehre, Schule oder sonst was gefunden haben, um dort unterstützt, empowered, zu werden, ihnen Möglichkeiten aufgezeigt werden und sie gleichzeitig eine Beschäftigung haben. Das ist übrigens was ganz Besonderes, was wir uns genau anschauen, um festzustellen, wie viele Jugendliche das brauchen, und das auch weiter entwickeln.

 

Also, ich glaube, es ist für viele Sachen was da. Heinz Vettermann hat viel über die Bildung gesprochen und das alles abgedeckt. Ich möchte dazu eigentlich nur noch sagen, wenn es um Bildung, Schule und um Jugendliche in unseren Schulen geht: Herzliche Einladung in Grete Laskas Ganggalerie. Wir haben dort noch immer die Ausstellung von der KMS Grundsteingasse im 16. Bezirk. Sie haben bei dieser Ganggalerie, die wir vor ein paar Wochen eröffnet haben, ihre PartnerInnenschulen da gehabt, aus Ägypten teilweise, aus Bulgarien und fünf weitere Partnerschulen in anderen Wiener Bezirken. Sie haben uns vorgestellt, wie man in der Schule miteinander leben kann, miteinander lernen kann, viel Kultur haben kann, viele Kulturen versammelt haben kann, und wie man gemeinsam agiert. Es war wirklich schön unter dem Schlagwort „Guckst du, kannst du, lernst du!" Ich glaube, wir haben dort viel von den Jugendlichen gelernt, die uns das vorgestellt haben, die gemeinsam und friedlich miteinander leben wollen.

 

Und deswegen lassen Sie mich zum Abschluss nur noch ein paar Sachen klarstellen: Wenn wir von den Jugendlichen und Kindern in unserer Stadt reden, dann selektieren wir nicht und segregieren wir nicht, sondern wir sprechen von unseren Wiener Kindern und Jugendlichen. Wir sind Kinderfreunde in Wien, wir sind Jugendfreunde und Jugendfreundinnen in Wien. Wir sind hundertprozentig davon überzeugt, dass Jugendliche Partner und Partnerinnen brauchen und definitiv keine Führer. Das ist nichts, was Jugendliche brauchen.

 

Den Wiener Jugendlichen stehen wir zur Seite. Das drückt sich nicht nur in den 30 Millionen EUR für die offene Jugendarbeit aus, sondern in den vielen anderen Maßnahmen der Bildungsmilliarde, und so weiter. Wir wollen sie zum Partizipieren ermuntern und auffordern, und wir stehen in guten und schlechten Zeiten hinter ihnen und akzeptieren jedenfalls, dass Jugendliche in einer besonderen Lebensphase sind mit ihrem Auf und Ab, mit ihren Besonderheiten und wir verurteilen sie nicht grosso modo, gewalttätig zu sein, deviant zu sein, was auch immer. Ich bitte Sie auch wirklich, davon Abstand zu nehmen und Jugendlichen ihre Jugend zuzugestehen. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Wir operieren nicht mit Angstmache, wir operieren nicht mit Verhetzung, wir operieren nicht mit Neid und Missgunst und auch nicht mit Verführung. Und lassen Sie mich Ihnen eines sagen: Sie werden unter uns auch niemanden finden, der in Diskos geht, über 25 ist und Jugendlichen, 14-Jährigen, Unterschriften irgendwohin bis aufs Dekolleté gibt. Das werden Sie nicht erleben. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Wir stehen dazu, dass wir konstruktiv sind, dass wir Lösungen anbieten. Und wir suggerieren auch keine einfachen Lösungen, wo es keine einfachen Lösungen gibt. Das muss nicht sein. Man kann sinnvoll, gescheit, auf gleicher Augenhöhe mit jungen Menschen reden, man muss ihnen nichts vorgaukeln und man muss sie nicht verführen und ihnen Sachen versprechen, bei denen man sowieso nicht in die Verlegenheit kommt, sie jemals erfüllen zu müssen. So viel ist klar.

 

Zum Schluss möchte ich noch einmal ein ganz herzliches Danke an unsere vielen Partnerinnen und Partner in den vielen Vereinen sagen, in den Einrichtungen, in den Magistratsabteilungen der Stadt, ein herzliches Danke an Grete Laska selber, an ihr Büro, an die Unterstützung und an die gemeinsame Arbeit, denn ohne euch alle wäre das nicht möglich. Ein herzliches Danke. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Den Wiener Jugendlichen möchte ich gerne sagen, wir hören euch zu, wir sind für euch da, wir sichern für euch – komme, was da wolle - eure Teilhabe, denn Wien ist, von uns aus gesehen, auf jeden Fall eure Stadt! In aller Freundschaft! (Beifall bei der SPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Inge Zankl: Als nächster Redner am Wort ist Herr GR Mag Kowarik. Ich erteile es ihm.

 

GR Mag Dietbert Kowarik (Klub der Wiener Freiheitlichen): Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Frau Stadträtin! Meine Damen und Herren!

 

Nur ganz kurz auf die Kollegin vor mir. Es ist ganz lustig, was Sie da alles von sich geben. Ich weiß nicht, wie alt Kollege Baxant ist, ich glaube, so alt wie ich, also auch schon über 25. Ich habe ihn damals im Wahlkampf in der „Nachtschicht" getroffen, also nur dazu. (GRin Mag (FH) Tanja Wehsely: Sie werden Ihre Unterschrift auf das Dekolleté einer 15-Jährigen geben!) Ja, das werden Sie bei uns auch nicht finden, und wenn Sie sich das einbilden, ist das Ihr Problem. Aber es macht nichts.

 

Schauen Sie zuerst einmal bei sich selber nach. Gerade in der „Nachtschicht" war, glaube ich, ich weiß nicht, wie viele Tage hindurch immer SPÖ-Werbung, und ich weiß nicht, aber das ist offensichtlich an Ihnen alles vorbeigegangen. Aber das macht nichts, reden Sie ruhig weiter, es ist bezeichnend für Sie.

 

Meine Damen und Herren, eigentlicher Grund meiner Wortmeldung war aber, die Gelegenheit zu nützen, um zwei Anträge einzubringen, die den Bereich Sportvereine und Pflichtschulen betreffen.

 

Anstoß zu diesen Anträgen war die 5. Wiener Sportenquete am 27. Oktober dieses Jahres. Jetzt ist ja gerade zufälliger- und erfreulicherweise auch der Veranlasser dieser Sportenquete, Kollege Strobl, hier im Saal. Dort

 

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