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Gemeinderat, 24. Sitzung vom 26.06.2012, Wörtliches Protokoll  -  Seite 61 von 88

 

schwerstbehinderter Menschen in dezentrale Wohngemeinschaften zum Ziel hatte.

 

Von einer meiner Vorrednerinnen wurde schon angemerkt, im Fonds Soziales Wien war auch einer der Schwerpunkte, Weichenstellungen und Vorbereitungsarbeiten für die Umsetzung des Housing-first-Prinzips zu erzielen.

 

Die größte KundInnengruppe im FSW sind aber jene Menschen, die Pflege und Betreuung benötigen. Dem Grundsatz des Geriatriekonzeptes folgend, ambulant vor stationär, werden die sozialen Dienste bedürfnisorientiert erweitert, um den Menschen einen Verbleib in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen.

 

Auf der anderen Seite wurde dem Geriatriekonzept folgend die Versorgung mit Betreuungsplätzen weiterhin fortgesetzt. Im September 2010 wurde das Pflegewohnhaus Leopoldstadt eröffnet, mit 1. Juni des Vorjahres das Pflegehaus Meidling am Kabelwerk, vor einigen Wochen das Pflegehaus Simmering. Heuer folgen noch Pflegehaus Innerfavoriten und Liesing. Im Vorjahr wurde auch beschlossen, ein zusätzliches Pflegewohnhaus am Areal des Kaiserin-Elisabeth-Spitals zu errichten. Ebenfalls in Planung beziehungsweise bald in Fertigstellung sind vier innovative Pflegewohnhäuser, die vom Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser errichtet werden. Ende des heurigen Jahres wird noch das Haus Döbling in Betrieb gehen. Im nächsten Jahr werden die Häuser Rosenberg und Liebhartstal II folgen.

 

Auch wurden im Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser im Vorjahr die Vorbereitungen zum betreuten Wohnen abgeschlossen. Mit diesem neuen Bereich wurde den Bedürfnissen der neu einziehenden Bewohnerinnen und Bewohner Rechnung getragen.

 

Seit 1.1. des heurigen Jahres erfolgt auch die Vergabe der frei werdenden Plätze über das Beratungszentrum „Pflege und Betreuung“ vom Fonds Soziales Wien. Mit dieser Maßnahme ist auch sichergestellt, dass gleiche Regelungen für alle AnbieterInnen und KundInnen gelten.

 

Außerdem ist ein Pilotprojekt, das auch im KWP, im Haus Mariahilf, konzipiert wurde, Wohnen mit Menschen mit Behinderung im Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser.

 

Eine Anmerkung noch zum Antrag, den die Frau Kollegin Korosec bezüglich Ausbildung im Pflege- und Gesundheitsbereich eingebracht hat: Das derzeitige Programm, das vom WAFF und vom AMS angeboten wird, ist auf den Bedarf der Unternehmungen ausgerichtet und wird auch zu 100 Prozent von dort gedeckt. Dass noch nicht alle Plätze vergeben sind, mag vielleicht auch daran liegen, dass das Jahr noch nicht zu Ende ist. Wir haben gerade die Hälfte des heurigen Jahres erreicht.

 

Aber auch für Berufstätige, die diese Umschulungen machen können, ist es möglich, berufsbegleitend diese Ausbildungen zu machen, ohne dass sie in die Arbeitslosigkeit wechseln müssen. Man muss aber schon auch dazusagen, diese Ausbildung neben der Berufstätigkeit zu machen, ist natürlich anstrengend und auch sehr langwierig. Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Ich habe vor 30 Jahren neben meinem Beruf eine Ausbildung gemacht. Diese Ausbildung wird auch vom WAFF gefördert. Deshalb verstehe ich die Intention Ihres Antrages nicht ganz.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, ein wichtiger Grund für die hohe Lebensqualität in Wien ist das umfangreiche Angebot, das die Stadt Wien zur Verfügung stellt, eine breite Palette vielfältiger Maßnahmen, von Geld-, Betreuungs-, Beratungsleistungen bis hin zu Freizeitangeboten. Denn so vielfältig wie die Bedürfnisse der Wienerinnen und Wiener sind, so umfassend ist auch das Angebot der Stadt Wien.

 

Zum Abschluss möchte ich mich bei allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die im Sozialbereich Tag für Tag mit enormem Engagement, viel Herz und hoher Professionalität tätig sind, recht herzlich bedanken! (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein Teil der sozialen Sicherheit in unserer Stadt. Ohne sie wäre die Umsetzung der erfolgreichen und zukunftsweisenden Sozialpolitik der Stadt Wien nicht möglich! - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Als Nächster zum Wort gemeldet hat sich GR Ing Rösch. Ich erteile ihm das Wort.

 

16.12.15

GR Ing Bernhard Rösch (Klub der Wiener Freiheitlichen)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Frau Stadträtin! Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Zum Jubelrechnungsabschluss halte ich fest, Wien ist Rekordhalter in Österreich. (Beifall von GR David Ellensohn.) Die Anzahl der in Armut lebenden Mitbewohner ist in Wien am höchsten, auch mit vergleichbaren anderen Bundesländern wie Niederösterreich oder Oberösterreich, wo wir ungefähr von den gleichen Beschäftigten oder Arbeitszahlen ausgehen können. (GR Kurt Wagner: Oberösterreich? Das glaube ich aber nicht!)

 

130 000 Mindestsicherungsbezieher, haben wir schon gehört. Damit ist Wien auch Rekordhalter. Wir haben schon viele Gründe gehört, warum es gerade in Wien so sein muss und warum Wien so schwierig ist und vieles und vieles und vieles. Es ist nur für die 130 000 Mindestsicherungsbezieher nicht wirklich befriedigend.

 

Wir hatten einen Zuwachs von 60 000 Anträgen bei der Umstellung von Sozialhilfe auf Mindestsicherung. Davon wurden 45 000 bewilligt. 30 Prozent davon waren Jugendliche, was sehr erschreckend ist. 15 000 haben zwar auch nicht viel gehabt, sind aber ganz einfach nicht berücksichtigt worden, weil die Rahmenbedingungen nicht gepasst haben. Aber nicht, weil sie so reich waren, sondern weil die Rahmenbedingungen einfach etwas anderes vorgesehen haben.

 

In Niederösterreich haben wir zum Beispiel 10 000 Mindestsicherungsbezieher, nur um die Relation ungefähr herzustellen, nicht, dass man glaubt, wir sind um 10 Prozent auseinander, sondern es ist gewaltig, wie wir auseinanderliegen.

 

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