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Gemeinderat, 24. Sitzung vom 26.06.2012, Wörtliches Protokoll  -  Seite 80 von 88

 

danken, die uns diesen hohen Umwelt- und damit Lebensstandard ermöglichen. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Auf die meisten Bereiche sind der Kollege Spitzer und der Kollege Maresch ja bereits eingegangen. Aber lassen Sie mich, trotzdem ich letzter Redner bin für heute, noch ein wenig auf die Wiener Landwirtschaft eingehen. Wien ist nämlich nicht nur Millionenmetropole von Weltrang, sondern auch einer der größten Landwirtschaftsbetriebe Österreichs. Wien ist nicht nur inoffizielle Weltkulturhauptstadt, sondern auch inoffizielle Weinhauptstadt. Wien ist nicht nur Sitz von internationalen Hightech-Unternehmen, sondern auch Heimat eines der weltweit größten Nationalparks. Wien ist nicht nur europaweit Spitze bei der Versorgung mit biologischen Lebensmitteln, nein, Wien ist auch Biobauer und zwar der zweitgrößte Biobauer Österreichs. Die MA 49 ist ein Riesenbetrieb, der über 2 000 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaftet. Sie ist zu 100 Prozent gentechnikfrei und überwiegend, über drei Viertel, biologisch. Der Landwirtschaftsbetrieb der MA 49 bewirtschaftet mit dem Biozentrum Lobau rund 1 000 Hektar Biofläche und ist somit einer der größten heimischen Biobetriebe. Die übrigen landwirtschaftlichen Flächen der Stadtgüter werden nach den Richtlinien des integrierten Pflanzenschutzes bewirtschaftet. Großer Wert wird dabei auf die Erhaltung beziehungsweise Verbesserung der Bodengüte und die Sicherung der Grundwasserqualität gelegt. Alle landwirtschaftlich geführten Betriebe der Stadt Wien beziehen Naturdünger aus der Biotonne und pro Jahr werden zirka 20 000 Tonnen Kompost der MA 48 eingesetzt.

 

Weinbau wurde schon angesprochen. Die bewirtschafteten Rebflächen betragen zirka 48 Hektar und produzieren mit den besten Wein dieser Stadt, was alles andere als selbstverständlich ist, sondern das Ergebnis jahrelanger harter und konsequenter Arbeit, für die ich auch im Sinne der Lebensqualität und der Außenwerbung der Stadt herzlich danken möchte.

 

2011 wurden zirka 1,7 Hektar aufgeforstet. Über zwei Millionen Menschen jährlich besuchen und nutzen das Erholungsgebiet Wienerberg, den Nationalpark Lobau, den Lainzer Tiergarten oder den Kinderbauernhof am Cobenzl, zig Tausend Wienerinnen und Wiener nutzen auch die angebotenen Führungen und Exkursionen. Dies ist ein eindrucksvoller Beweis für die Präsenz der MA 49 im Alltag der Menschen.

 

Es gäbe gerade im Bereich der Landwirtschaft noch vieles zu berichten, die Sicherstellung der gentechnikfreien landwirtschaftlichen Produktion, die Plattform „Freiwillig ohne Gentechnik“ und unsere Mitgliedschaft im europäischen Netzwerk „Gentechnikfreie Regionen“, der enorm hohe Selbstversorgungsgrad mit Wiener Gemüse, die Bioforschung Austria und vieles, vieles mehr.

 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, all das zeigt, welchen Stellenwert die Umwelt in der Politik dieser Stadt hat. Und nochmals: Dieses wäre alles nicht möglich ohne die vielen, vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der einzelnen Magistratsabteilungen, an deren Spitze natürlich unsere Stadträtin ist, die wieder einmal eindrucksvoll bewiesen haben, dass sie hervorragende Teamspieler sind. Ich bin sicher, auch in diesem Jahr werden wir gemeinsam, die Politik und die Verwaltung, für eine gesunde, nachhaltige und zukunftsorientierte Umweltpolitik in Wien arbeiten. Danke! (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Mag Thomas Reindl: Als Nächste zum Wort gemeldet ist die Frau Amtsf StRin Mag Sima. Ich erteile es ihr.

 

18.16.26

Amtsf StRin Mag Ulli Sima|: Meine sehr geehrten Damen und Herren!

 

Ich möchte natürlich auch die Gelegenheit nutzen, um allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsgruppe Umwelt, die sich wirklich sehr engagieren und sich jeden Tag für Umwelt und Tierschutz in dieser Stadt einsetzen, einen sehr, sehr herzlichen Dank auszusprechen. Dank gebührt natürlich auch meinen Mitarbeitern im Büro, die sich auch jeden Tag wirklich sehr, sehr engagiert einsetzen und auf deren tollen Einsatz ich mich zu 100 Prozent verlassen kann. Herzlichen Dank. Und ich bitte Sie, auch den Dank an unsere rund 7 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die tagtäglich auch draußen unterwegs sind, weiterzuleiten.

 

Ja, es sind ein paar Anmerkungen in der Debatte gekommen, die ich hier nicht einfach unkommentiert im Raum stehen lassen möchte. Die Frau GRin Holdhaus hat das Thema Wasserflaschen und PET-Flaschen angesprochen. Mir ist, ehrlich gesagt, Ihre Kritik nicht ganz klar. Ich glaube, es kann nicht im Ernst Ihr Vorschlag sein, dass wir an die Kinder Glasflaschen hätten verteilen sollen. Ich glaube nicht, dass das bei Kindern sehr praktikabel ist. Es gibt keine andere Alternative, die nicht gefährlich ist, außer eben PET-Flaschen zu verteilen und es kommt natürlich immer drauf an, wie oft eine solche Flasche im Einsatz ist. Wird sie ein einziges Mal eingesetzt, so wie das im normalen Verkauf und Handel bei konventionellen Getränkeverpackungen ist, dann ist das natürlich ein umweltpolitisches Problem. In diesem Fall trinken die Kinder Leitungswasser draus. Sie nehmen es mit auf die Ausflüge und ich bin eigentlich sehr stolz darauf, dass wir 10 000 Hortkindern solche Flaschen jetzt in der Sommersaison zur Verfügung stellen können, wo sie während der Sommerbetreuung auch sehr viele Ausflüge machen, wo sie auch viel draußen unterwegs sind. Wir haben das in den letzten Jahren auch für Radlfahrer gehabt. Ich halte das für eine gute Aktion. Ehrlich gesagt sehe ich da auch umweltpolitisch überhaupt kein Problem. Mir ist es allemal lieber, sie trinken unser gesundes Wiener Hochquellwasser aus diesen Flaschen als sie kaufen sich irgendein Cola, Sprite, Eistee oder sonstige Dinge, die mit Zucker angereichert sind und nach dem ersten Mal dann im besten Fall in der gelben Tonne landen. Also ich glaube, das ist ein sehr, sehr gutes Projekt und ich sehe da wirklich überhaupt kein Problem damit. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Abgesehen jetzt davon möchte ich noch zu dem Thema Abfallwirtschaftsgesetz zu sprechen kommen,

 

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