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Gemeinderat, 61. Sitzung vom 19.12.2014, Wörtliches Protokoll  -  Seite 31 von 147

 

Auch Busprojekte, zum Beispiel am Stadtrand: tangentiale Verknüpfungen im Süden Wiens, auch in Liesing. Das ist an Ihnen vorbeigegangen, jawohl!

 

Wir haben auch weitere Dinge, zum Beispiel Straßenbahnerschließung Nordwestbahnhof/Nordbahnhof. Das hat Priorität.

 

Und: Wir wollen eine Verlängerung der S45 auch als Tangente vom 20. in den 2. Bezirk, hinunter bis zur Verknüpfung mit der S8. Das ist Ihnen auch entgangen.

 

Ich weiß schon, Ihr Vorgänger hat davon geträumt, einen Sessellift vom 14. Bezirk in den 13. Bezirk zu bauen. Nein, den haben wir nicht genommen, weil das keine gute Tangente gewesen ist, sondern wir sagen: Wir wollen eine Verdichtung auf der S45 haben, wir wollen eine Verdichtung auf der heutigen Speisinger Verbindungsbahn haben, und wir wollen eine Querverbindung in Wien von Ost nach West haben, und zwar vom Flugfeld Aspern bis nach Hütteldorf, mit Potenzial der Verlängerung nach Niederösterreich in beide Richtungen hinaus. Das nenne ich in Wirklichkeit vernünftige Vorschläge. Das steht da drin, wir werden uns darum kümmern.

 

Zweiter Punkt: Ihr Vorwurf, wir haben es nicht so richtig mit der U-Bahn. Nein, es gibt eine vernünftige Veränderung bei den U-Bahnen, das sind die U5 und die U2, das Linienkreuz. Die U2 in erster Ausbaustufe bis zum Matzleinsdorfer Platz, in zweiter Ausbaustufe in den Süden hinunter, und zwar in den Süden Favoritens. Dort wohnen viele, viele Menschen, viele, viele neue Wohnungen werden gebaut, dort soll die U-Bahn hinführen.

 

Die andere wird Richtung Hernals führen, zunächst einmal zum Elterleinplatz, mit einer Verknüpfung ... (GR Dr Kurt Stürzenbecher: Und dann weiter hinaus! - Heiterkeit und weitere Zwischenrufe.) Und dann weiter, das hättest du gern! Wenn wir viel Geld haben, dann werden wir das machen, dann werden wir dir deinen Wunsch erfüllen. Wenn wir ganz viel Geld haben, das verspreche ich dir: „Read my lips!“ Okay, wenn wir wirklich viel Geld haben, bauen wir sie dir bis nach Dornbach in dein Stadion - aber nur, wenn wir viel Geld haben.

 

Das war ein netter Hinweis, es gibt nämlich noch etwas, was wichtig ist. Wir haben uns natürlich auch überlegt: Wie gehen wir mit den Wünschen von großen Bezirken in Wien um? Ja, wir sagen, nach Maßgabe der Möglichkeiten und je nach der Bevölkerungsentwicklung soll auch die U3 nach Simmering hinaus weiter verlängert werden, beziehungsweise die U6 in den Norden. (GR Mag Wolfgang Jung: Wann werden Sie etwas machen, dass Schlaglöcher ausgebessert werden ...)

 

Noch einmal zum Bahnverkehr, eine Kleinigkeit habe ich vergessen. Die ÖBB haben zum Beispiel als Reaktion auf unseren Wunsch - der übrigens auch da drinsteht, das wollen wir, und das verhandeln wir jetzt auch schon - eines viergleisigen Ausbaus nach Liesing gesagt, 2031 bis 2036. Es sind schon noch ein paar Jährchen bis dahin, da haben wir in dem Gebiet mindestens 60 000 neue Menschen hinzugewonnen. Wir werden uns bemühen, dass das schneller geht, plus um ein zusätzliches Stationsbauwerk auf der Höhe Kirchfeldgasse. (GR Mag Wolfgang Jung: Und was wäre mit der Westeinfahrt?)

 

Jetzt noch einmal: Wir haben und diese Landesregierung beziehungsweise Stadtregierung hat es geschafft, den Modal-Split nachhaltig zu verändern. Wir haben heute über 650 000 JahreskartenbesitzerInnen; bei Antritt dieser Stadtregierung waren es 345 000. Das ist ein erklecklicher Zuwachs beim öffentlichen Verkehr!

 

Es hat Verdichtungen auf den Linien gegeben. Ich denke mir nur, Kollege Stiftner, ich weiß nicht, ob Sie immer mit der Straßenbahn oder mit der Schnellbahn fahren. Sie fahren wahrscheinlich ganz oft mit dem Auto. (GR Mag Wolfgang Jung: Ich kann es bezeugen!) Ah ja - oh, da war einmal einer fürs Foto! Genau, ich weiß schon.

 

Ich kann mich allerdings erinnern, Ihren nichtamtsführenden Stadtrat mit dem Dienstwagen von hier auf den Ballhausplatz fahren gesehen zu haben, und dann wieder zurück, und zwar zur Eröffnung des Deserteursdenkmals, was mich sehr gefreut hat, dass Sie dort waren. Aber man hätte es auch zu Fuß machen können, das wäre schneller gegangen als mit dem Dienstwagen. Er wurde übrigens begleitet von einem Kollegen Ihrer Fraktion - egal.

 

Noch einmal: Uns ist der öffentliche Verkehr ganz, ganz wichtig! Deswegen hat er auch den zentralen Teil in diesem Verkehrskonzept.

 

Eine zweite wichtige Sache ist allerdings eine sehr, sehr lange vernachlässigte, nicht unbedingt im Auge habende Geschichte, und zwar ist das der Fußverkehr. Wenn man sich das heute anschaut, ist der Fußverkehr mehr oder weniger das, was auf den Restflächen über weite Strecken geschieht. In allen Städten Europas war das so. Da gibt es jetzt ein großes Umdenken, natürlich auch in Wien. Da gibt es Veränderungen.

 

Wenn man sich einen klassischen Straßenquerschnitt in Wien anschaut, gehören 67 Prozent dem Individualverkehr als Parkspur oder als Fahrstreifen. Der Rest ist für den Umweltverbund, das heißt, öffentlicher Verkehr, Radverkehr, Fußverkehr.

 

Ein Klassiker ist zum Beispiel - da kann ich Ihnen jetzt aus dem Stand sicher 20, 30 Gassen sagen, aber eine - weil ich dort in der Nähe wohne - ist zum Beispiel die Geblergasse. Da gibt es folgenden Straßenquerschnitt: Links ist ein einen Meter breiter Gehsteig, dann ist eine Parkspur, dann ist ein Fahrstreifen, dann ist wieder eine Parkspur, und dann ist wieder ein einen Meter breiter Gehsteig. Wenn ich dort mit jemand von Ihnen spazieren gehe und mich unterhalten will, dann können wir das nur so machen, dass eine Person vorne geht, und die andere geht hinterher.

 

Genau das ist der Punkt, den zu verändern sich diese Stadtregierung vorgenommen hat: Wir brauchen mehr Platz für FußgängerInnen, mehr Platz für die umweltfreundlichen Verkehrsformen. Das heißt, da geht es nicht darum, dass man den Autoverkehr unterbindet - wie uns das der Herr Kollege Stiftner immer sagt -, sondern da geht es darum, dass man, wenn man so will, Gerechtigkeit im öffentlichen Raum schafft. Gerechtigkeit heißt, 27 Prozent der Wege werden mit dem Auto erledigt und der Rest mit dem umweltfreundlichen Verkehr. (GRin Ing Isabella Leeb: Wer sagt das, 27 Prozent?) Das muss man sich einmal vorstellen.

 

Wenn wir jetzt in diesem Papier hergehen und sagen,

 

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