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Gemeinderat, 61. Sitzung vom 19.12.2014, Wörtliches Protokoll  -  Seite 34 von 147

 

Entwicklung eines Wiener Stadtwegenetzes mit Alltags- und Freiraumfunktionen und Schaffung von strategischen Wegstrecken für FußgängerInnen“ und bla, bla, bla - es kann sich keiner etwas darunter vorstellen. Die Leute sind nicht erst seit Jahrzehnten, sondern schon seit Jahrtausenden zu Fuß gegangen.

 

Es sollen ja auch - so, wo steht das genau? - Beschilderungen, einheitliche Beschilderungen für Fußwege geschaffen werden, damit ich weiß, wie ich vom Rathaus zum Stephansplatz komme. Der Schilderwald wird weiter aufgeforstet! Es gibt ohnehin schon viel zu viele Straßenverkehrstafeln, diese brauchen wir nicht auch noch. Jeder weiß, wie er von A nach B kommt; wenn er es nicht weiß, schaut er im Stadtplan nach und geht einfach dort. - Kollege Dadak wird noch einiges zu den Fußgängern sagen.

 

„Tempo 30“, ah ja (GR Mag Rüdiger Maresch: Bei den Fußgängern?), etwas Neues. (GR Mag Rüdiger Maresch: Sind aber echt schnell, die Fußgänger!)

 

Dann wollt ihr „die systematische Sanierung von Unfallhäufungspunkten mit FußgängerInnenbeteiligung“. Habt ihr das nicht schon längst erledigt? Was habt ihr in den letzten vier Jahren gemacht? Nichts? Das hätte schon längst in Arbeit beziehungsweise abgeschlossen sein müssen.

 

Ein „Konzept zur Optimierung der Nutzbarkeit von Gehsteigen und Fußwegen im Winter“ - ich würde vorschlagen: Räumen und streuen. Das wäre es eigentlich schon. Dann kann man auch im Winter zu Fuß gehen. (Beifall bei FPÖ und ÖVP.)

 

Dann soll es noch geben: „Bewusstseinsbildung und Öffentlichkeitsarbeit Zufußverkehr, um das Image des Zufußgehens zu heben und zu einem besseren Miteinander aller Verkehrsteilnehmer beizutragen.“ Da werden wahrscheinlich Folder gemacht, so wie die Bedienungsanleitung zur Mariahilfer Straße, damit sich die Leute auch auskennen.

 

Begegnungszonen, Fußgängerzonen (GR Mag Rüdiger Maresch: ... den ganzen Text lesen!): Was steht dann drin? Man kann entweder gehen, indem man einen Fuß vor den anderen setzt, man kann auf einem Fuß hüpfen (GR Mag Rüdiger Maresch: Warst du auf der Mariahilfer Straße?), oder man kann auch stehen, was die Kilometerleistung natürlich überschaubar macht. Aber so ähnlich stelle ich mir das vor.

 

Also das ganze Papierl und eure ganzen Konzepte sind Gatsch! Darum werden wir diese gesammelten Werke heute auch ablehnen.

 

Aber einen Antrag möchte ich noch einbringen: Wir haben voriges Mal über diese Sache gesprochen – und du hast darüber auch geredet –, weil uns das sehr wichtig ist. Wir haben schon die Menschen mit besonderen Bedürfnissen beziehungsweise die Behinderten angesprochen, im Hinblick auf welche es in Wien noch einigen Nachholbedarf gibt.

 

Das gilt vor allem auch für die rund 100 000 Sehbehinderten, die halt mit den neuen Elektrobussen – wenn auch deren Einführung auf jeden Fall zu begrüßen ist, weil diese umweltfreundlich sind – Probleme haben, weil man sie leider nicht hört, und die Wiener Linien … (GR Mag Rüdiger Maresch: Das hatten wir schon letztes Mal!) Ja, ja! Ihr habt letztes Mal einen oder zwei Anträge eingebracht und habt die eigene SPÖ-Finanzstadträtin und den SPÖ-Verkehrsminister aufgefordert, dass sie irgendwann irgendetwas tun sollen, dass sich nämlich der Verkehrsminister mit der EU in Verbindung setzt, die EU vielleicht mit der UNO und die UNO mit dem Salzamt, damit europaweit eine einheitliche Verordnung zustande kommt, wie laut diese Busse sein sollen.

 

All das könnt ihr aber ganz schnell im eigenen Wirkungsbereich umsetzen! Es gibt zahlreiche Behindertenverbände, und diese waren bei dir, sie waren bei uns, und wir haben mit ihnen gesprochen. Es wurde ein Vorschlag gemacht, und es kann nicht so schwer sein, das betrifft nämlich genau euren Einflussbereich! Wenn ihr bei den Wiener Linien ein angemessenes Geräusch auch bei hohen Geschwindigkeiten … (GR Mag Rüdiger Maresch: Das wurde letztes Mal schon beschlossen!)

 

Das war ein anderer Antrag! Das war ein Antrag fürs Lad’l beziehungsweise für den Sankt Nimmerleinstag. Ich habe einen anderen Antrag. Den könnt ihr sofort erledigen! Ihr setzt euch mit den Leuten noch einmal zusammen … (GR Mag Rüdiger Maresch: Dein Antrag ist fürs unterste Lad’l!) Rüdiger, du nervst! (Heiterkeit bei den GRÜNEN.) Ich sage es dir: Ich verstehe kein Wort, was mich jetzt nicht weiter stört, aber du störst die Kollegen, denn sie können mir nicht lauschen! (Zwischenruf bei den GRÜNEN.)

 

Die Sehbehinderten kommen ja nicht aus Jux und Tollerei zu euch, weil ihnen fad ist, sondern weil sie die Busse nicht hören. Das ist erstens gefährlich, weil sie über den Haufen gefahren werden können, und zweitens ist es auch schwierig, in einen Bus, den man nicht hört, einzusteigen. Sie können ja nicht wissen, ob der Bus jetzt stehen bleibt beziehungsweise, ob überhaupt einer da ist.

 

Dafür gibt es spezielle Systeme mit eigenen Warngeräuschen, wenn er steht, wenn er beschleunigt, wenn er abbremst. (Zwischenruf von GR Mag Rüdiger Maresch.) Rüdiger, du nervst noch immer! Halt jetzt bitte den Mund! (GR Mag Rüdiger Maresch: Oho!) Hast du gehört? Ich habe höflich gesagt: Halt den Mund! Da habe ich schon andere Sachen hier vom Rednerpult aus gehört, aber das war, glaube ich, von roter Seite!

 

Vorsitzender GR Mag Dietbert Kowarik (unterbrechend): Meine Damen und Herren! Lieber Kollege Mahdalik! Ich bitte, auf allfällige Kraftausdrücke zu verzichten und die Gemeinderatssitzung entsprechend würdig weiterzuführen!

 

GR Anton Mahdalik (fortsetzend): Schweig still! (GR Mag Rüdiger Maresch: Ja! Ich werde dir jetzt schweigend zuhören!)

 

In Eßling fällt „Mund“ übrigens nicht unter die Kategorie der Kraftausdrücke. Da fallen mir ganz andere Sachen ein! Aber ich sage nur, bitte, Rüdiger, schweig still und lass mich noch ausreden, ich bin eh gleich fertig!

 

Die beschriebenen Geräusche wären leicht und kostengünstig einzuführen. Setz dich einmal mit den Leuten zusammen! Sie können auch genau sagen, wie laut die Geräusche sein sollen. Macht Feldversuche! Mir ist wurscht, wie ihr das angeht, es soll nur eine rasche Lösung her, und zwar ohne Verkehrsminister, ohne EU,

 

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