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Gemeinderat, 54. Sitzung vom 26.06.2019, Wörtliches Protokoll  -  Seite 38 von 99

 

kann, es ist im Großen und Ganzen ein Erfolg. Wir werden weiter beobachten, wie der Mix zwischen Handel und Kulinarik, Gewerbe und anderen Flächen funktioniert. Aber dass man sich das zutraut in einer Metropole wie Wien und das umsetzt und dadurch auch viele Menschen auf Wien aufmerksam macht, das war sicher dein Verdienst, denn es waren, wie gesagt, nicht alle von Beginn an begeistert, dieses Projekt auch umzusetzen.

 

Das gilt natürlich auch für den Themenschwerpunkt, der in einer Großstadt wie Wien immer besonders emotional besetzt ist, und das ist das Thema Verkehr. Nicht nur bei uns in Wien, in jeder anderen Großstadt ist die Frage, wie öffentlicher Raum benützt wird und wie Verkehrsteilnehmerinnen, Verkehrsteilnehmer sich arrangieren, wie auch der Wettstreit um Flächen gelebt und umgesetzt wird, ein besonders spannender. Ich denke, dass sich der sogenannte Modal-Split, den wir in Wien haben, nämlich das Verhältnis zwischen öffentlichem Verkehr, Fußgängern, Radfahrern und Individualverkehr, sehr zu Gunsten des öffentlichen Verkehrs entwickelt hat und dass mit dem auch von dir angesprochenen Jahresticket, das auch international großes Aufsehen erregt hat, hier eine Möglichkeit gefunden worden ist, viele Menschen auch in Richtung öffentlichen Verkehr zu bringen. Und dass wir heute mehr Öffi-Jahresnetzkarten und Jahrestickets haben als Fahrzeuganmeldungen, ist ein Zeichen dafür, dass dieser Trend, der aus verschiedenen Gründen, auch aus Klimaschutzgründen, aber auch aus Gründen der Nutzung des öffentlichen Raums, eine gute Entwicklung ist, dass das auch funktioniert hat.

 

Das gilt im Übrigen auch für Parkraumbewirtschaftung, weil ich gerade auch die Bezirksvorsteherin in unserer Mitte sehe. Das ist ebenfalls ein Thema, das immer sehr hart umstritten war. Ich glaube aber, dass wir im Vergleich zu anderen Konzepten, die es in anderen Städten gibt, das Miteinander der Verkehrsteilnehmer im fließenden, aber auch im ruhenden Verkehr gut gelöst haben.

 

Ich möchte abschließend vielleicht noch darauf verweisen, dass wir viel mit dir diskutiert haben, manchmal vielleicht auch kontroversiell diskutiert haben, aber auch viele gemeinsame Stunden verbracht haben. Dies auch deshalb, weil eine deiner besonderen Charaktereigenschaften ist, dass du mit Menschen, die du schätzt, auch durch dick und dünn gehst. Wobei ich sagen muss, es war ein bisserl mutig, zu sagen, du wünscht deiner Nachfolgerin, der Birgit, genau dieselbe Unterstützung deiner eigenen Partei wie du sie erfahren hast. Da habe ich kurz nachgedacht, aber im Wesentlichen, glaube ich, war es immer eine starke Unterstützung. (Beifall von StRin Ursula Schweiger-Stenzel. - Heiterkeit.) Ich würde es vielleicht dahin gehend ergänzen, dass wir beide der Birgit eine noch stärkere Unterstützung in der Umsetzung aller Phasen wünschen. (Heiterkeit.)

 

Ich kann Kollegin Birgit Hebein durchaus gratulieren, dass sie jetzt auch innerparteilich eine organisatorische Situation vorfindet, die ihr vielleicht manches erleichtern wird im Vergleich zu dem, Maria, was du auch durchaus kontroversiell erlebt hast. Dazu gehört auch, dass du Mensch und Tier sehr emotional begegnest. Du bist ja auch eine Tierliebhaberin, was auch seinen Niederschlag in durchaus persönlichen Begegnungen findet.

 

Was ich auch aus eigener Erfahrung sagen kann, ist, dass du auch eine sehr, sehr gute Köchin bist. Ich hoffe, dass ich wieder einmal von dir gemeinsam mit deinem lieben Mann eingeladen werde, denn du hast ja in verschiedenen Wettbewerben nicht nur mit deinem Schweinsbraten gepunktet - auch in einem auch öffentlichkeitswirksamen Vergleich -, sondern wie ich weiß, hast du auch sehr viele griechische Spezialitäten auf Lager. Da würde ich mich sehr freuen, wenn wir davon in Zukunft profitieren können. (Beifall und Heiterkeit bei SPÖ und GRÜNEN. - Beifall bei der FPÖ.) - Siehst du! Da kommt sogar Applaus von einer Seite, wo er vorher nicht zu hören war. Vielleicht sollte man das überdenken, Essen und Trinken bringt die Menschen näher. Obwohl in dem lustigen Sketch, den es bei „Willkommen Österreich“ gegeben hat, in dem du gemeinsam mit Michael Häupl vorgekommen bist, der Michl Häupl sagt: „ Retsina und i werd‘n kane Freind mehr.“ (Allgemeine Heiterkeit.) - Gut, das ist wieder ein ganz anderes Thema.

 

Ich denke aber, dass diese durchaus freundschaftlichen Begegnungen mit ein Grund waren, dass du auch den verschiedensten Vorschlägen nicht gefolgt bist, Wien zu verlassen. Was vielleicht die wenigstens noch in Erinnerung haben, ist, dass 2009 der damalige sozialdemokratische Ministerpräsident in Griechenland Georgius Papandreou dich ersucht hat, in einer sehr hochrangigen Funktion, nämlich jener der Vizeumweltministerin, tätig zu werden und du dieses Angebot mit dem Argument ausgeschlagen hast, dass du lieber in Wien Kommunalpolitik machen möchtest. Das freut mich sehr, weil das auch die Möglichkeit geboten hat, dass wir auch sehr eng über einen langen Zeitraum zusammenarbeiten.

 

Ganz zum Schluss noch: Es gibt wenig, wo es bei mir dazu kommt, dass ich Menschen beneide. Es gibt nichts Materielles, wo ich sage, da beneide ich andere Menschen. Das, wo ich Menschen beneide, ist, wenn sie eine gute Bildung haben. Ich sage das deshalb ganz am Schluss, weil du dir jetzt in letzter Zeit eine sehr ausgeprägte, intensive Ausbildung - kann man durchaus sagen - gegönnt hast. Du hast nämlich einen Executive Master im Thema Städtemanagement an der London School of Economics gemacht. Das finde ich deswegen bewundernswert, weil wir oft im politischen Alltag wenig dazu kommen, uns grundsätzlich inhaltlich strategisch mit Themen auseinanderzusetzen. Ich halte das für einen großen Nachteil. Ich glaube, dass es manchmal besser wäre, dass wir alle, egal jetzt, in welcher Funktion, in der Stadtregierung, im Gemeinderat, durchaus aus im Bereich der Verwaltung uns vielleicht ab und zu die Möglichkeit nehmen sollten, ein wenig grundsätzlicher über das nachzudenken, was wir eigentlich in Zukunft umsetzen wollen. Vielleicht ist es gerade dieses Hamsterrad, das uns manchmal verführt, Entscheidungen zu treffen, die sich nachträglich als nicht richtig herausstellen. Von daher war das zweifellos eine großartige Entscheidung, dass du diese Ausbildung nicht nur begonnen hast, sondern auch abgeschlossen hast. Ich verbinde

 

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