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Gemeinderat, 63. Sitzung vom 29.01.2020, Wörtliches Protokoll  -  Seite 25 von 99

 

für die Sache Klimaschutz schädlich. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Ich hoffe, sagen wir es einmal so, dass es auch bei den GRÜNEN angekommen ist, dass diese Verbotspolitik - meiner Meinung nach - schlecht ist, denn gerade die GRÜNEN haben ja nach wie vor noch den Ruf, dass sie gerne mit erhobenem Zeigefinger durch die Landschaft gehen und den Leuten vorschreiben müssen, wie sie leben, was sie machen und was sie tun sollen. Das ist meiner Meinung nach der falsche Weg.

 

Mein Zugang zur Klimapolitik ist der, und das habe ich schon mehrmals kundgetan, dass wir die Menschen mitnehmen müssen, dass wir die Menschen für den Klimaschutz begeistern müssen. Das kann uns durchaus gelingen. Das kann uns bei den Kindern in der Schule gelingen, das kann uns aber auch bei den Älteren bis zu den Pensionisten gelingen. Jeder Mensch, jeder Bürger kann mit kleinen Schritten extrem viel zum Klimaschutz beitragen. Sie müssen aber dafür leben, sich dafür einsetzen. Das bedarf Geld, das bedarf Zeit. Ich möchte hier nur kurz einmal die Klimakonferenz ansprechen, ich habe es schon ein paar Mal gemacht. Bei der Klimaschutzkonferenz, die alljährlich in der Hofburg stattfindet, treten Wissenschaftler aus der ganzen Welt auf, und die haben eine Gabe. Die haben eine sehr gute Gabe, nämlich die Gabe, dass sie die Menschen, die diese Veranstaltung besuchen, für den Klimaschutz begeistern können. Ich finde, das ist der beste Zugang, um da wirklich etwas umzusetzen und zu bewegen.

 

Ein zweiter Themenbereich, der mir im Klimaprogramm - das uns heute vom Kollegen Valentin und der SPÖ vorgestellt worden ist - immer wieder fehlt, ist jener, dass wir auch die Wissenschaft mehr einbinden. Ich bin überzeugt davon, dass es in Wien, in Österreich, in Europa, sehr gute Wissenschaftler und auch andere helle Köpfe gibt, die durchaus, wenn sie monetär entlohnt und gefordert werden, zum Thema Klimaschutz etwas beitragen können. Das mögen kleine Beiträge sein, das mögen aber auch epochale und wichtige Beiträge sein.

 

Ich möchte jetzt noch einmal die Geschichte in Simmering ansprechen. Die meisten wissen es, Joe Taucher nickt schon, obwohl ich noch nichts dazu gesagt habe, nämlich die Kläranlage in Simmering. Ja, diese Technologien, die dort installiert worden sind und dem Klimaschutz dienen, das kommt ja nicht von irgendwoher, sondern das ist von Wissenschaftlern, von gescheiten Köpfen erfunden worden. So etwas gehört gefördert. (GR Mag. Josef Taucher: Sag das dem Herrn Gara. Der glaubt das nicht!) Das ist ein Ansatz, der ganz wichtig ist.

 

Ein Thema, das mir in Richtung Klimaschutz noch wichtig ist, ist heute schon mehrmals angesprochen worden: Wir oder vielmehr die SPÖ und die gesamte Regierung sind immer stolz darauf, dass Wien wächst. Aber was bedeutet das? Wenn Wien wächst, bedeutet das natürlich Bodenversiegelung. Ich sehe das ganz eindeutig in meinem Heimatbezirk in Simmering. Da gibt es Gott sei Dank noch einige Gärtnerbetriebe, die werden mehr oder weniger tagtäglich von Bauträgern besucht und gefragt, ob sie ihr Grundstück verkaufen wollen. Ich verstehe durchaus auch, dass einige dieser Gärtner sagen, okay, mir ist das Ganze zu viel, zu viel Arbeit, ich kann von dem Job nicht mehr leben, ich verkaufe mein Grundstück. Was passiert? Der Boden wird versiegelt, es wird dort gebaut, wir verlieren Grünland.

 

Machen wir doch das Wiener Gemüse zur Marke. Schauen wir, dass das Wiener Gemüse konsumiert wird, schauen wir, dass die Gärtner von ihrem harten Job weiter leben können, damit sie ihren Betrieb auch weiter betreiben und das Grünland erhalten.

 

Unterschreiben kann ich fast alle Themen, die mit dem Programm heute vorgestellt worden sind. Es sind viele Punkte drinnen, mein Kollege Guggenbichler hat es schon angesprochen, die die Opposition schon lange gefordert hat. Ich bin trotzdem optimistisch, hoffe auf baldige Umsetzung dieser Ziele, aber bitte ohne erhobenen Zeigefinger. Nehmen wir die Leute mit, begeistern wir die Leute für den Klimaschutz. So werden wir etwas weiterbringen. - Danke. (Beifall bei der FPÖ. - GR Mag. Josef Taucher: Toni, bei den letzten beiden Rednern kannst dir was abschauen. So schaut konstruktive Kritik aus!)

 

Vorsitzender GR Mag. Dietbert Kowarik: Als nächste Rednerin zu Wort gemeldet ist Frau GRin Mag. Abrahamczik. Ich erteile ihr das Wort.

 

11.25.10

GRin Mag. Nina Abrahamczik (SPÖ)|: Sehr geehrter Vorsitzender! Geehrte Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer.

 

Ich freue mich, dass mein Vorredner da jetzt wieder ein bisschen Ruhe hineingebracht hat und die Diskussion jetzt wieder sachlicher angegangen ist. Es war auch schon bei Jennifer Kickert der Fall, aber darauf kann man sich immer verlassen. Umso mehr wundert es mich, ich habe kurz geglaubt … das hat mich an einen Science-Fiction-Film erinnert, dass Kollege Guggenbichler gemeint hat: Rot-Grün ist an den Tropennächten schuld, weil wir vor neun Jahren einen Antrag von ihm abgelehnt haben. Ich würde mir sehr wünschen, dass es so einfach wäre, die Klimakrise zu lösen. Es wäre schön, wenn es so funktionieren würde. Ich kenne diesen Antrag nicht, vielleicht war er ganz großartig, aber ich glaube, es hätte nicht gereicht.

 

Was es auf jeden Fall braucht, ist die breite Zusammenarbeit und viele Ideen. Ich freue mich ja, das habe ich heute aus den Reden herausgehört, dass sich scheinbar sehr viele Kolleginnen und Kollegen in diesem Haus, egal, welcher Fraktion, unser Maßnahmenpaket, das letzte Woche präsentiert wurde, genauer angeschaut haben. Das ist okay, dass es Kritikpunkte gibt, das ist ganz klar. Die SPÖ zeigt hier, was wir als nächste Schritte machen wollen. Manche davon sind auch schon dabei, umgesetzt zu werden, das stimmt, das ist nicht alles ganz neu, weil das auch sehr große Projekte sind, die oft jahrelange Arbeit erfordern, aber es sind auch neue Punkte dabei. Das heißt aber nicht, dass wir da jetzt mit den GRÜNEN ein Problem haben, ganz im Gegenteil. Ich arbeite sehr gerne mit den GRÜNEN zusammen, ich hoffe, dass wir das auch weiterhin gut machen. Ich möchte mich hier auch bedanken.

 

Gleichzeitig wissen Sie ganz genau, wir sind immer noch zwei verschiedene Parteien und setzen wahr

 

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