«  1  »

 

Gemeinderat, 6. Sitzung vom 24.03.2021, Wörtliches Protokoll  -  Seite 62 von 78

 

Wir haben immer gesagt, wir wollen die Alten und vulnerableren Teile der Gesellschaft schützen und wir müssen verhindern, dass das Gesundheitssystem überlastet ist. Das eine, da sind wir ganz gut unterwegs, das ist eine Frage der Impfungen, wann das endlich ein Ende hat, beim anderen sind wir leider, leider in einer ganz kritischen Phase. Eine Perspektive zu schaffen und gemeinsam an zukünftigen Projekten, an Öffnungen zu arbeiten, ist daher das Allerwichtigste. Das ist das, woraus ich jetzt gerade meine Kraft beziehe, an den unterschiedlichen Maßnahmen, die die Stadt Wien schon längst vorgenommen hat, zu einer sehr frühen Zeit, als die Arbeitsstipendien eines der ganz wenigen Instrumentarien waren, Gott sei Dank. In einem sehr guten Austausch mit dem Bund ist es gelungen, dieses Maßnahmenpaket seitens des Bundes zu optimieren, zu verbessern, sodass die Arbeitsstipendien jetzt gar nicht mehr das richtige Tool sind, sondern wir andere Tools entwickeln, um Künstlerinnen und Künstler zu fördern.

 

Der Kultursommer ist ein ganz wichtiger Moment. Und warum ist der so und warum ist der eigentlich äußerst transparent? - Sie haben dieses Buch gesehen, da sind die Namen aller Künstlerinnen und Künstler, die am Kultursommer teilgenommen haben, verzeichnet. Es gibt ein ganz einfaches Bezahlsystem, ich glaube, es waren 250 EUR für die halbe Stunde, 500 EUR für eine ganze Stunde, also very easy, es wird das dann beim Rechnungsabschluss auch vorgelegt werden, da habe ich gar kein Bedenken. Warum haben wir jetzt erhöht? Warum mussten wir erhöhen? - Erstens weil die Räumlichkeiten, in denen das geplant wurde, äußerst ungewöhnlich waren, um das gelinde zu sagen. Ich möchte nicht verraten, wo, aber es war sehr in der Nähe meines Büros, also wir hatten da noch kein Büro angemietet, wir haben dafür jetzt eine bessere Infrastruktur.

 

Was wir machen: Wir haben den Anteil an Bühnen stark erhöht, wir versuchen eben viel mehr, durch ein verdoppeltes Programm auch alte Menschen zu erreichen, die ganz besonders von der Pandemie und den Auswirkungen betroffen sind, das heißt, wir haben Konzerte in diesem Rahmen verdoppelt und wir haben mehr Programm für Kinder. Wie passiert das? - Ist Frau GRin Berner vielleicht da? - Ja, wunderbar! Ich habe gerade noch einmal auf die Liste der Kuratorinnen und Kuratoren geschaut, die teilweise gleich geblieben sind und teilweise neu gewählt wurden.

 

Puncto Gender, kann ich sagen, ist es eine Punktlandung: Wir haben 14 Kuratoren, 7 davon sind weiblich, 7 sind männlich - etwas dazwischen haben wir nicht. Und dann sind auch noch - wegen der Diversity - 7 davon Wienerinnen und Wiener oder Österreicherinnen und Österreicher - erkennbar - und 7 haben migrantischen Hintergrund, sind also Wienerinnen und Wiener mit migrantischem Hintergrund. Auch das war gar nicht so genau geplant. Wir haben zwar ein Augenmerk darauf gehabt, aber dass das so genau ist - also keine Sorge.

 

Und wir werden eben auch in anderen Bezirken aufschlagen, die bis dato nicht berücksichtigt wurden. Wir haben es geschafft, mit den Pensionistenheimen jetzt in jedem Bezirk aufzuschlagen, aber bei den Bühnen geht es sich nicht aus, da bräuchten wir noch mehr Geld. Aber wir schaffen hier einen öffentlichen Raum, den wir feiern wollen, denn dieses Land, diese Stadt hat es verdient, im Sommer wieder zusammenzukommen - unter sicheren Maßnahmen. Es ist ein großer Glücksfall, dass wir letztes Jahr 2.000 Künstlerinnen und Künstler hier hatten, ohne einen einzigen Cluster zu bilden, ohne eine einzige Ansteckung zu produzieren, und so wollen wir weitergehen.

 

Ich danke Ihnen für diese Unterstützung, für dieses klare Commitment. Ich danke auch der FPÖ, dass sie ihre Liebe zur Kunst und Kultur in dieser Stadt so zum Aufblühen gebracht hat - tun Sie weiter so, das tut der Partei nur gut -, und danke auch für diese positive Stimmung hier in diesem Saal für eine sehr wichtige Entscheidung. Wie gesagt, wir werden natürlich auch einen Bericht abfassen.

 

Eines möchte ich nur den Herren und Damen von der ÖVP auf den Weg mitgeben: Es ist nicht möglich, die einzelnen Entscheidungen zu belegen. Das ist so, Herr Eppinger, wie wenn ich Sie fragen würde: Können Sie bitte Sendungen auf Ö3 machen und erklären Sie bitte, warum Sie was genommen haben - welchen Song und welchen nicht - und erklären und begründen Sie, warum Sie das und das nicht gespielt haben! - Sie würden auf diese Weise nicht zum Radiomachen kommen, Sie hätten keine Zeit dafür. Und genauso geht es den Kuratorinnen und Kuratoren: Es ist nicht möglich, immer genau zu sagen, warum. Das hat etwas mit Dispo, mit Zeit zu tun, mit Möglichkeiten, mit der Zusammensetzung von Strukturen, weil wir ein sehr gemischtes Programm haben wollen. Also da bitte ich wiederum um eine professionelle und sachliche Kenntnis, wie kuratorische Vorgänge sind. Das hat nichts mit Intransparenz zu tun, sondern einfach mit einem ganz normalen Kuratieren. Entscheidend ist, dass die Politik, die in dem Fall mithilft, die Experten auszuwählen, dies in einer sauberen und klaren Art und Weise tut und dass auch da die sozusagen Gebarungen transparent sind. Ansonsten wäre das, glaube ich, die falsche Verwendung des Wortes Transparenz, denn man fragt ja auch nicht Herrn Schröder in der Albertina, warum er ein Bild nimmt und andere nicht - also er muss es ja seinem Aufsichtsrat nicht begründen -, und genauso müssen wir uns, glaube ich, auch Jurys denken.

 

Das wäre es von meiner Seite. Ich danke Ihnen allen für die Unterstützung und freue mich, dass wir uns im Sommer hoffentlich wieder einmal umarmen können.

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Danke, Frau Stadträtin, für die ausführliche Berichterstattung.

 

16.04.00 Bei der kommenden Postnummer 35 der Tagesordnung, die eine Förderung an die Wohnservice Wien Ges.m.b.H. betrifft, gibt es keine Wortmeldung.

 

16.04.20 Ebenso gibt es bei der nächsten Postnummer, der Postnummer 38 der Tagesordnung betreffend eine Förderung an den Kunstverein Wien - Alte Schmiede, keine Wortmeldung.

 

16.04.30 Deswegen kommen wir zur Postnummer 39 der Tagesordnung. Sie betrifft eine Förderung an die Entuziasm

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular