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Gemeinderat, 24. Sitzung vom 22.06.2022, Wörtliches Protokoll  -  Seite 65 von 126

 

wegen dem Busbahnhof, der dort umgesetzt werden soll, und andererseits aber auch der Flächenwidmung selber, was den Lebensraum Wasser betrifft.

 

Zum ersten Punkt: Der Busbahnhof ist eine sehr große Infrastrukturmaßnahme, über die wir in den vergangenen Jahren auch in diesem Haus schon sehr ausführlich diskutiert haben, in unterschiedlichen Varianten unterschiedliche Standorte beleuchtet haben. Schlussendlich wurde hier in den vergangenen Jahren die Entscheidung getroffen, dass der Busbahnhof jetzt an diesem Standort in einer großen Dimension errichtet werden soll.

 

So große Infrastrukturprojekte bringen natürlich auch immer eine sehr große Herausforderung mit sich, Stichwort: Bezirksbevölkerung, Anrainer vor Ort. Ich glaube, darauf werden wir auch nicht nur auf Bezirksebene, sondern auch auf Landesebene genau schauen, dass hier auch sensibel vorgegangen wird, wenn es um die Detailplanungen geht, wenn es um Verkehrsflüsse geht, wenn es um die detaillierte Verkehrsplanung geht. Ich glaube, hier ist es auch wichtig, Bemühungen anzustreben - das adressiere ich jetzt auch in Richtung Regierung -, sich auch zu bemühen, dass diese Verkehrsflüsse und das Zusammenspiel zwischen großer Infrastrukturmaßnahme und Wohnbevölkerung gut funktioniert und sehr sensibel vorgegangen wird.

 

Aber ich möchte auf den zweiten Punkt, den Lebensraum Wasser, der in diesem Flächenwidmungsplan auch mitberücksichtigt wird, jetzt noch näher eingehen. Dieses Entwicklungsgebiet entlang der Donau ist aus meiner Sicht etwas sehr Besonderes. Man kann natürlich sagen, Wien hat sehr, sehr viele Besonderheiten, das steht außer Streit, und dass die Donau und der Donaufluss durch die Stadt direkt natürlich ein irrsinniger Schatz auch für unsere Wohnbevölkerung ist. Ich glaube, ich erspare Ihnen jetzt die vielen Zitate wie, wo Wasser ist, da ist Leben. Ich glaube, wir wissen alle auch aus dem eigenen Tun und aus den eigenen Vorlieben der Freizeitgestaltung, dass gerade das Wasser, die Naherholung am Wasser, am Flussgebiet eine besondere Qualität darstellt, vor allem im Sommer, in den Sommermonaten, wenn die Temperaturen wieder ansteigen. Man sieht es ja auch jetzt schon, Stichwort Donaukanal, wie sehr es auch die Leute ans Wasser zieht.

 

Jetzt ist es aber so - und wir haben uns auch in den vergangenen Jahren mit dem Thema schon eindringlich auseinandergesetzt -, dass das Donauufer als solches von der Stadt oft gar nicht so beachtet wird. Das ist schade, denn aus unserer Sicht bietet gerade das Donauufer sehr, sehr viel Potenzial, das Leben auch direkt ans Wasser zu bringen. Ich glaube, die Nachfrage spricht für sich, ich glaube, die Leute würden die Möglichkeit, noch direkter ans Wasser zu kommen, schon sehr, sehr gerne annehmen.

 

Jetzt ist es aber im vorliegenden Fall so, dass wir mit dem Handelskai, mit der Straße, mit der Schiene vor Ort eine sehr, sehr breite Barriere haben, um aus dem Wohngebiet - ich sage jetzt einmal, bebautem Gebiet - ans Donauufer zu kommen. Es sind teilweise 25 m Distanz, und das ist ja doch eine sehr große Hürde, die man da zurücklegen müsste. Über Straßen, über Schienen kommt man teilweise ja gar nicht drüber, die Übergänge sind ja sehr rar.

 

Was wir jetzt bei diesem vorliegenden Flächenwidmungsplan kritisieren, ist, dass die Chance verpasst wurde, diese Barriere beispielsweise durch eine Überplattung zu überwinden und hier auch den Anschluss vom bebauten Gebiet, implizit natürlich auch beim geplanten Busbahnhof, diese Chance zu nutzen, diese Überplattung, diese Zusammenführung zwischen bebautem Gebiet und dem Donauufer auch wahrzunehmen und in der Planung umzusetzen.

 

Jetzt ist es so: Was im Flächenwidmungsplan berücksichtig ist, ist die Umsetzung von einer Stegkonstruktion. Aus meiner Sicht ist das zu wenig. Das ist nett gemeint, aber es ist nicht die Überwindung dieser Barriere, wie wir uns vorstellen. Wir sehen auch schon, dass es bei anderen Abschnitten durchaus Best-Practice-Beispiele gibt, dass es geht, auch zu überplatten, Stichwort Marina Tower. Dort sehen wir, dass das schon umgesetzt wurde, und es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum das in diesem Planabschnitt nicht auch mitberücksichtigt wurde.

 

Wir haben im Ausschuss auch die Frage gestellt, welche Gründe vorliegen, dass diese Überplattung nicht berücksichtigt wurde, und das Argument, dass eine tunnelartige Situation geschaffen würde beziehungsweise dort nicht sehr ansehnlich wäre, lasse ich nicht gelten, denn ich würde es schon auch Planern zutrauen, hier kreative Lösungen zu finden, um dieses Argument auszuräumen. Ich glaube, wir sehen, dass es möglich ist, und ich finde es, wie gesagt, sehr, sehr schade, dass diese Chance in den ursprünglichen Planungen verabsäumt wurde, um hier die Zugänglichkeit zum Donauufer zu gewährleisten.

 

Aus diesem Grund bringe ich heute einen Abänderungsantrag ein, der genau auf diese Materie abzielt, dass eben eine Überplattung des Handelskais möglich gemacht werden soll, und wir bitten hier um sofortige Abstimmung. Ich würde mich über Ihre Zustimmung sehr, sehr freuen, nicht zuletzt auch im Sinne der Lebensqualität und des Lebens am Wasser. Vielen Dank. (Beifall bei ÖVP und GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet ist GRin Ing. Rompolt. Ich erteile es ihr.

 

15.47.11

GRin Ing. Astrid Rompolt, MA (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrte Berichterstatterin! Sehr geehrte Damen und Herren!

 

Sprechen wir über die Leopoldstadt beziehungsweise, wie ich es noch viel lieber sage, über den Wohlfühlbezirk Leopoldstadt. In dieser Flächenwidmung geht es um ein Areal im Bereich der U2-Station-Stadion. Viele von Ihnen kennen es, viele von Ihnen kennen zum Beispiel das Station Center. Ich lade immer gerne ins Stadion Center ein, es ist das barrierefreieste Einkaufszentrum dieser Stadt, und darauf sind wir sehr, sehr stolz. (Beifall bei SPÖ und NEOS.) - Danke schön.

 

Genauer gesagt geht es um das Gebiet zwischen der Meiereistraße, dem Marathonweg, der U2-Trasse und dem Donauufer. (Unruhe im Saal.) Die Flächenwid

 

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