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Gemeinderat, 26. Sitzung vom 21.09.2022, Wörtliches Protokoll  -  Seite 108 von 133

 

hätten wirklich den ganzen lesen sollen, denn da steht nämlich drinnen: Es ist nie ausgeschrieben worden. Das sind schon Dinge, die mich zumindest jetzt einmal ein bisschen nachdenklich hinterlassen, weil ich jetzt von Ihnen im Ausschuss eine Antwort bekomme, die, ich will das L-Wort nicht bemühen, aber die anscheinend nicht wahr war.

 

Da ist es dann schon heftig, wenn Sie jetzt von uns fordern, wir sollen irgendwelchen Kampagnen, die jetzt in Zukunft starten sollen, zustimmen. Also da tue ich mir dann schon schwer. Und wie gesagt, Messe Wien, das ist das zweite Beispiel, das mir so auf die Schnelle einfällt. Das ist ja auch durch die Medien gegangen einst einmal, wo, glaube ich, insgesamt 300 Personen drinnen gelegen sind.

 

Die ganze Geschichte hat 17 Millionen gekostet, wenn man sich das runterdividiert, sind das knapp 50.000 EUR pro Person, die da drin gelegen ist. Manchmal waren mehr von der Security in der Messehalle, als Leute da drin gelegen sind. Ich meine, das sind doch alles Fehler, das sind alles Wahnsinnigkeiten, die so nicht sein dürften. Und Sie schreiben, persilscheinmäßig, ja, der Stadtrechnungshof hat gesagt, wie super, wie toll und wie gut wir nicht sind.

 

Ja, wie gesagt, noch einmal mein Vorschlag: Sie haben jetzt vielleicht auch noch ein paar Tage Zeit, lesen Sie sich den Stadtrechnungshofbericht wirklich durch, vielleicht sinnerfassend, und dann werden Sie vielleicht zu einer anderen Einschätzung Ihrer OTS kommen. Herzlichen Dank. (Beifall bei der FPÖ und von GR Wolfgang Kieslich.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Mautz-Leopold. Ich erteile es ihr.

 

20.05.22

GRin Mag. Andrea Mautz-Leopold (SPÖ)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Sehr geehrter Herr Stadtrat! Geschätzte KollegInnen!

 

Vorneweg vielleicht kurz zum Poststück, der sachlichen Genehmigung der kommunalen Impfkampagne: Also dieses Bundesgesetz zur Erhöhung der Inanspruchnahme von Impfungen gegen Covid-19 wurde am 17. März 2022 kundgemacht. Am 7.7. wurde die Impfpflicht abgesagt, also ein endgültiges Aus für die Impfpflicht.

 

Der Bund hat mit diesem Gesetz 75 Millionen EUR zur Verfügung gestellt, auf Grund des Bundesschlüssels entfallen auf Wien 18 Millionen EUR. Zuschussfähige Aktionen sind Aktionen, die zwischen 1.2. und 31.12.2022 durchgeführt werden. Zuschussfähig sind Print-Maßnahmen, Online-Maßnahmen, persönliche Informationsmaßnahmen, die bedarfsorientiert eingesetzt werden, bedarfsabhängig angeboten werden sollen. Da sind ganz viele Aktionen davon umfasst.

 

In Wien wird dieses Geld natürlich dem Presse- und Informationsdienst und der MA 15 zur Verfügung gestellt, die auch genau diese persönlichen Informationsdinge macht beziehungsweise Impfkampagnen fährt. Ich weiß, 18 Millionen EUR sind wirklich eine beeindruckende Summe, und ich denke, Wien hat sich immer für eine bundesweite Impfkampagne ausgesprochen, das hat nicht geklappt. (GRin Mag. Barbara Huemer: Die gibt es ja auch!)

 

Wir haben auch sehr deutlich kommuniziert, dass wir dieses Geld nicht auf Biegen und Brechen ausgeben werden, sondern nur dann, wenn es sinnvoll und zweckmäßig ist. Frau Kollegin Huemer, die Kampagne wurde ganz toll aufgesetzt. Es gab eine große Mediendiskurs-Studie, die übrigens öffentlich zugänglich ist, das kann sich jeder anschauen. Wir haben da auf keinen Fall ins Blaue hineingearbeitet. Die erste Phase der Kampagne war genau die Medienkooperation, von der du gesprochen hast, war eine Sensibilisierung, Überlegungen, nochmal ganz gezielt verschiedenste Zielgruppen betreffend Grundimmunisierung, Mythen aufzuklären, all diese Dinge. Die zweite Phase ist nun der Auffrischung gewidmet. Das gemeinsame Ziel ist, dass sich jedenfalls ein Drittel der Gesamtbevölkerung durch die Kampagne auch auffrischen lässt.

 

In Wien sind es 127.000 Menschen, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben beziehungsweise ein Viertel aller in Österreich aufgefrischten Personen leben in Wien. Das nur auch einmal zu den Zahlen, die du verwendet hast. Aus dieser Mediendiskurs-Studie wissen wir sehr genau, dass derzeit bei den Menschen das Thema, warum sie sich impfen gehen oder warum sie sich impfen oder auffrischen lassen wollen, nicht mehr das Thema der Solidarität oder dieses „Gemeinsam geimpft“ ist, sondern das Thema ist der Selbstschutz. Ich selbst will mich schützen, ich selbst will mein Risiko durch das Impfen vermindern.

 

Wir wissen, die Impfung vermindert das Risiko, schwer zu erkranken, kann Hospitalisierung verhindern oder auch eben sehr gut gegen Long Covid sein. Immer mehr Studien belegen, dass eine Grundimmunisierung, dass eine Auffrischungsimpfung bei einer möglichen Erkrankung das Risiko, Long Covid zu bekommen, halbieren kann. Deswegen der Claim, ich denke, ihr habt das alle schon gesehen: „Ruck Zuck. Aufgefrischt. Impfen dauert nur 1 Sekunde. Long Covid dauert Jahre.“ Kommuniziert wird eben, dass der Aufwand, sich auffrischen zu lassen, sehr gering ist, die Impfung nur wenige Sekunden, nur wenige Augenblicke dauert, eben ruck zuck geht. Der Fokus liegt neben der Wichtigkeit der Auffrischung eben auch auf den möglichen Langzeitfolgen, die Atembeschwerden, wir kennen es alle, Verlust des Geschmackssinns oder die anhaltende Erschöpfung. Also Impfen, Auffrischen beugt vor und schützt und kann vor Long Covid schützen.

 

Herr Dr. Gorlitzer, Sie waren in der Gesundheitsplattform und Sie haben, denke ich, dem Experten Valipour auch sehr gut zugehört, der sehr eindrucksvoll erklärt hat, wie gut die Vernetzung der Mediziner, Medizinerinnen funktioniert, der einzelnen Anlaufstellen, die sich mit dem Thema Long Covid beschäftigen. Wir wissen alle, dass diese Folgeerkrankung mit Symptomvielfalt uns noch sehr lange beschäftigen wird, und ich denke, es ist auch sehr, sehr gut, dass sich die PVA jetzt der ganzen Thematik in der Langzeit-Reha oder auch langfristigen Behandlungen angenommen hat. Erstanlaufstellen gibt es auch in Wien, ganz klar, zum Beispiel im AKH.

 

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