Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 30 von 108
Projekt nicht nur in einen Verein, nein, das ist eine Investition in jedes einzelne Kind unserer Stadt und genau deshalb - die FPÖ ist wieder einmal weg! - richte ich heute einen deutlichen Appell an alle Fraktionen, insbesondere an jene, die sich immer als Leistungspartei, als Partei der Verantwortung und Zukunftssicherung darstellen.
Wenn Sie es ernst meinen mit der Leistung, dann sorgen wir dafür, dass jedes Kind eine faire Möglichkeit bekommt und überhaupt eine Leistung erbringen kann. Wenn wir es ernst meinen mit Verantwortung, dann tragen wir jetzt hier im Gemeinderat bei und stimmen dafür, anstatt später auf Mängel zu zeigen. Und wenn wir es ernst meinen mit der Zukunft, dann stimmen wir dem Projekt zu, das Kindern ermöglicht, eine Zukunft selber zu gestalten. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Zum Schluss habe ich mir noch etwas Lustiges einfallen lassen. Ich würde gerne ein paar Workshop-Themen vorlesen, denn es gibt ein paar Workshops, die einige Parteien vielleicht ein bisschen bräuchten, denen sie auch nicht schaden würden. Da würde ich gerne ein paar hier einfach salopp vorlesen. Ein Thema ist "Verschwörungsnarrative und Extremismusprävention" (Beifall bei SPÖ und NEOS), ein anderes "Gemeinsam stark gegen Gewalt", super wichtig, weil lieber vorher agieren und die Kids wegbringen davon als später, wenn es zu spät ist.
Dann ein super Workshoptitel: "Extrem ist nie gut" (Beifall bei SPÖ und NEOS), weil wir immer hören, was die Kinder alles falsch machen. "Respekt ist keine Einbahnstraße" (Beifall bei SPÖ und NEOS), "Vorurteile, Antidiskriminierung und Solidarität" (GRin Dipl.-Ing. Selma Arapović: Gibt es so etwas für den Gemeinderat auch?) und das letzte Zuckerl habe ich mir natürlich für die Blauen aufgehoben: "Rollen hinterfragen und Geschlechter verstehen". (Beifall und Heiterkeit bei SPÖ und NEOS.) - Danke schön.
Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau GRin Keri. - Bitte Frau Gemeinderätin, Sie haben das Wort.
GRin Sabine Keri (ÖVP): Danke schön. - Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Berichterstatterin, sehr geehrte Frau Stadträtin, werte Damen und Herren!
Grundsätzlich finden wir das Projekt nicht schlecht. Wir finden es auch gut auf Grund dieser Vielfalt, die hier angeboten wird. Ich möchte aber schon auch ein bisschen auf meine Kollegin Arapović von den NEOS eingehen. Sie haben gesagt, der Lehrplan kann nicht alles abdecken und die Bildungschancen sind dazu da, den Speed, den die Kinder brauchen, abzudecken, so in dieser Art. Da muss ich Ihnen absolut widersprechen, denn die Bildungschancen, da muss ich Herrn Kollegen Stadler von den GRÜNEN recht geben, sind ein Goodie. Das Budget von 600 EUR pro Klasse, das haben Sie auch selber gesagt, ist ein Workshop im Jahr pro Klasse.
Da gibt es nichts zum Auffangen, es ist ein Goodie, aber bitte hören Sie auf, die Bildungschancen immer wieder dafür in die Verantwortung zu nehmen, dass eigentlich die Stadt Wien die Verantwortung für ein ordentliches Bildungssystem hat. (Beifall bei der ÖVP.) Die Bildungschancen bieten viel an, viele Workshops, viele Vorträge, viele Ausflüge. Die Schulen und die Klassen können aussuchen, was sie brauchen, was sie gerne hätten, wo sie die Kinder stärken können, wo die Gemeinschaft gefördert wird und wo die Interessen sind.
Das ist gut, so soll das Bildungssystem auch funktionieren, und wie gesagt, es ist wichtig, dass man eigentlich diese Goodies auch hat. Gleichzeitig brauchen die Lehrerinnen und Lehrer auch die Sicherheit, dass die Anbieter seriös sind, Stichwort Kinderschutz, und auch das wird hier gewährleistet. Wir haben uns die Top 4-Workshops angesehen und Platz 1 sind die Buchungen zum "Pädagogischen Entlastungsprogramm", Platz 2 und Platz 3 sind Sportangebote und Platz 4 ist "Handy und Internet sicher nutzen".
Ich bin eine Freundin des Über-den-Tellerrand-Schauens und des Hinterfragens. Ich denke mir schon, dass wir in der Politik jetzt daraus sehen, was dort gebucht wird, wo eigentlich die Bedürfnisse liegen. Damit müssen wir uns auch auseinandersetzen und besonders auch die Stadt Wien sollte sich damit auseinandersetzen. Denn wenn man sich den Sieger ansieht, das "Pädagogische Entlastungsprogramm", das fördert entspanntes Lernen, entlastet die Lehrkräfte, bietet alltagstaugliche Werkzeuge für eine stressfreie und motivierte Wissensvermittlung.
Die Lehrkräfte buchen das wirklich sehr gerne, weil sie selbst auch entlastet werden beziehungsweise man ihnen auch Werkzeuge zur Entlastung gibt. Das zeigt, dass Lehrerinnen und Lehrer wirklich Entlastung brauchen. Mein Kollege Harald Zierfuß hat heute auch betont, dass die Herausforderungen im Schulalltag ständig wachsen. Deswegen muss die Stadt Wien hier auch endlich tätig werden. Denn ist es gut, dass sich die Lehrkräfte die Hilfe holen und diesen Workshop buchen? - Ja, natürlich, aber ist es nicht die ureigenste Aufgabe der Stadt Wien, Lehrer und Lehrerinnen zu entlasten und für Unterstützungspersonal zu sorgen und nicht mit einem Workshop im Jahr? (Beifall bei der ÖVP.)
Denn - ich möchte es jetzt noch einmal wiederholen -, denn vielleicht kommt die Zahl irgendwann einmal an: 58 Vollzeit-Schulsozialarbeiter gibt es für 500 Wiener Pflichtschulen; das heißt, 400 der Wiener Pflichtschulen haben keinen Schulsozialarbeiter, und das ist schon etwas, wofür die Stadt Wien die Verantwortung hat - nicht der Bund, nicht die Bildungschancen, nicht die Eltern. Es ist die Stadt Wien. (Beifall bei ÖVP und GRÜNEN.)
Ich möchte jetzt gerne auch noch auf Platz 2 und 3, Sport- und Bewegungsangebote, eingehen. Da sieht man so richtig, dass die wirklich viel gebucht werden. Das zeigt aber, dass die Kinder wirklich ein Bedürfnis nach Bewegung haben. Eine Schule kann aber nicht alles abdecken, das müssen wir jetzt auch einmal ehrlich sagen. Das heißt, es braucht schon eine gute Zusammenarbeit mit den Sportvereinen, die es in dieser Stadt gibt. Und da muss man sich wirklich anschauen, wie man zusammenarbeiten kann. Ja, viele Vereine brauchen mittlerweile Unterstützung bei der Instandhaltung ihrer
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