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Gemeinderat, 12. Sitzung vom 05.10.2006, Wörtliches Protokoll  -  Seite 72 von 83

 

höheren Pflegestufen leben. Hier ist es erforderlich, dass auch eine vollwertige medizinische Betreuung in höchster Qualität angeboten wird. Und dass diese höchste Qualität und die pflegerischen Ansätze auch zum Erfolg führen, dass hier Rehabilitation und Remobilisierung im Vordergrund stehen, zeigt ja auch, wie wir vor kurzem in der Geriatriekommission hören konnten, dass mittlerweile 25 Prozent jener, die in einem Geriatriezentrum die Pflege in Anspruch nehmen, nach einem relativ kurzen Zeitraum wieder nach Hause entlassen werden können.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, der Bedarf im Süden Wiens ist vorhanden. Es ist mir völlig schleierhaft, wie Sie auf die Idee kommen konnten, dass hier ausreichend stationäre Betten vorhanden wären. Im Gegenteil, dieses Angebot muss entsprechend ausgebaut werden und ist auch eine Ergänzung zu anderen Angeboten. Wie Sie wissen, wird ja auch in Atzgersdorf das “Wie daham“-Pflegezentrum errichtet. Es gibt auch ein eigenes Projekt der Volkshilfe im Bereich Breitenfurter Straße – Dr-Neumann-Gasse. Stationäre Einrichtungen sind erforderlich, wenn eine häusliche Pflege nicht möglich oder medizinisch nicht mehr ausreichend ist.

 

Durch die Lage des neuen Standortes, und um den geht es ja, im nördlichen Bereich des Parks können die Bewohnerinnen und Bewohner nach Fertigstellung des neuen Hauses direkt praktisch vom alten Haus in das neue Zentrum übersiedeln. Der Baubeginn soll 2007 sein, die Fertigstellung wird 2009/2010 erfolgen. Hier werden in Summe 55 Millionen EUR investiert. Und nun zum weitgehend im Bezirk unbekannten Park und dem Liesinger Schloss - weil hier der Eindruck erweckt worden ist, dass dieser Park eigentlich sehr bekannt wäre. Das ist nicht der Fall, weil er derzeit nicht öffentlich ist. Wenn Sie gestern bei der Pressekonferenz waren, wissen Sie ja, dass der Park von einem Zaun und von Mauern umgeben ist. Außer jenen, die Bewohnerinnen und Bewohner im Geriatriezentrum besuchen, kennen nahezu keine Liesingerinnen und Liesinger diesen Park, geschweige denn das Schloss, das ja von außen gar nicht einsehbar ist.

 

Das Wesentliche ist aber, dass im Rahmen des EU-weiten Verhandlungsverfahrens jenes Projekt ausgewählt wurde, das eben die Grundlage für den Flächenwidmungs- und Bebauungsplan auch ist und den meisten Grünraum sichert. Der Baumbestand wird weitgehend geschont. Wenn Sie sich die Grundrisse angesehen haben, werden Sie erkannt haben, dass auch Bäume in die Innenhöfe integriert werden, also nicht gefällt werden, sodass dieser Entwurf auch weitgehend auf die historische Parkanlage mit ihrem Baumbestand und dem denkmalgeschützten Schloss eingeht und dass der Neubau im Plan mit Fluchtlinien abgegrenzt ist, sodass die bebaubare Fläche als variabler Raum vorgeschlagen wird, wodurch eben damit auch auf den Baumbestand Rücksicht genommen werden kann.

 

Das kommt auch im Parkgutachten, das Bestandteil dieses Flächenwidmungsaktes ist, ganz gut zum Ausdruck, wo darauf hingewiesen wurde, dass es das Ziel der Arbeit war, eine tragfähige Grundlage zu erstellen, die sowohl dem Anforderungsprofil eines zeitgemäßen Pflegeheimes entspricht, aber auch den optimalen Umgang mit dem erhaltenswerten Grünraum sicherstellt, wobei eben die beanspruchten Flächen auch entsprechend minimiert werden sollen.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren, durch Neupflanzungen an jenen Stellen, wo Altgebäude abgebrochen werden, nämlich das derzeit bestehende, nicht sanierungswürdige Altgebäude, die Glashäuser, die Werkstätten, die Parkplätze, die ja wahrlich keine Grünflächen am Areal sind, ja, auch die Parkplätze werden verschwinden, weil es eine eigene Tiefgarage geben wird, Spielplätze werden in diesem Bereich statt der Parkplätze errichtet und auch an Stelle des derzeitigen Eingangsbereiches wird es Neupflanzungen geben, sodass die Gesamtzahl der Bäume sogar noch höher sein wird als bisher.

 

Es wird, und das haben wir uns auch sehr genau angesehen, eine durchwegs positive Grünflächenbilanz geben, nämlich nur rund 2 Prozent werden mehr verbaut werden als die derzeit verbaute Fläche ausmacht. Allerdings gibt es dafür auch zusätzlich noch ein Tageszentrum. Also, auch die behaupteten 30 Prozent sind falsch.

 

Der Park wird öffentlich zugänglich, ist auch erstmals durchgängig, weil Zäune und Mauern entfernt werden. Und der Park wird auf Grund der Situierung des neuen Geriatriezentrums auch erstmals in seiner Geschichte erlebbar.

 

Einige wenige Worte zum Liesinger Schloss: Auch das ist falsch, dass das Liesinger Schloss bisher eine öffentliche Nutzung hatte. Das Liesinger Schloss hatte in der Geschichte der letzten 130 Jahre nie eine öffentliche Nutzung. Was wir zu erreichen versuchen, ist, dass es jetzt erstmals, indem beispielsweise die Musikschule Liesing hier eine Möglichkeit der Unterbringung haben kann, zu einer teilöffentlichen Nutzung kommen kann. Dass Luxuswohnungen entstehen können, ist ebenso falsch wie die anderen Behauptungen. Von Luxuswohnungen, Herr Kollege Jung, war nie die Rede, da müssen Sie besser zuhören, sondern es war immer davon die Rede, dass hier die Musikschule - und dafür setzen wir uns auch ein - im Liesinger Schloss untergebracht werden kann und das hat der Bauträger ARWAG anlässlich der Präsentation des Projektes auch bereits kundgetan.

 

Aber ich meine, dass die bisherige Diskussion die Widersprüchlichkeit - und darauf möchte ich schon hinweisen - die Widersprüchlichkeit meiner Vorrednerin, aber auch der Vorredner, hier ganz öffentlich dargestellt hat. Sie haben heute wirklich gezeigt, worum es Ihnen tatsächlich geht. Denn während - wenn ich zur ÖVP komme - auf der einen Seite die Gesundheitssprecherin der ÖVP vor wenigen Monaten noch sagt, der Neubau ist das Wunder von Liesing und endlich wird das umgesetzt, was sie immer auch gefordert hat, und sich damit eigentlich hinter das Projekt gestellt hat... (GR Dipl Ing Roman Stiftner: Das ist ein Blödsinn!) Von dieser Größenordnung war immer die Rede, lesen Sie es nach in der APA vom 17. Mai, lesen Sie es nach, das Wunder von

 

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