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Gemeinderat, 4. Sitzung vom 26.01.2011, Wörtliches Protokoll  -  Seite 8 von 81

 

unterstreichen möchte, „Die ersten 100 Jahre Hollywoods" weist ja wiederum auf den Grund der Bedeutung dieses Museums hin, weil die ersten 100 Jahre Hollywoods sehr stark auch von österreichischen Emigrantinnen und Emigranten, von jüdischen österreichischen Emigrantinnen und Emigranten geprägt waren, und ich glaube, dass es eine sehr gute Idee ist, auch darauf hinzuweisen, welchen Einfluss, welche Bedeutung die jüdische Kultur auf die Entwicklung des Kulturlebens in Wien hatte, auf die Entwicklung des Kulturlebens global hatte, weil natürlich – und das wird diese Ausstellung zeigen – das große bedeutende Medium des 20. Jahrhunderts, der Film, ohne den Beitrag vieler auch aus Wien emigrierten Jüdinnen und Juden in Amerika, in Hollywood nicht denkbar wäre.

 

Damit erfüllt dieses Museum einmal mehr seine Aufgabe, nämlich darauf hinzuweisen, dass Wien und die Wiener Kultur ohne das Judentum und den Einfluss der jüdischen Kultur undenkbar wären. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Danke, Herr Stadtrat. Wir kommen nun zu den Zusatzfragen. Die 1. Zusatzfrage wird von Herrn GR Ing Mag Dworak gestellt. – Bitte schön.

 

9.36.34

GR Ing Mag Bernhard Dworak (ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien): Guten Morgen, Herr Stadtrat!

 

Ich glaube auch, dass es eine gute Entscheidung war, Frau Spera zur neuen Direktorin des Jüdischen Museums zu ernennen. Sie ist auch wirklich sehr engagiert, und ich kenne sie persönlich aus wirklich sehr vielen Aktivitäten rund ums Jüdische Museum.

 

Sie haben vom Koeigentümer des Hauses, der Wien Holding, gesprochen. Bekannt ist, dass das Jüdische Museum jährlich zirka 3,7 Millionen EUR an Subvention erhält, aber – und jetzt kommt's natürlich – 700 000 EUR müssen an die Wien Holding jährlich als Miete gezahlt werden, plus 300 000 EUR an weitere Objekte der Stadt Wien.

 

Jetzt frage ich mich: 2,7 Millionen EUR fürs gesamte Jüdische Museum sind natürlich nicht sehr berauschend, und wenn ich 700 000 EUR jährlich für das Palais Eskeles zahle, warum kann die Holding hier nicht aus eigenen Mitteln die Sanierung machen?

 

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Bitte, Herr Stadtrat.

 

Amtsf StR Dr Andreas Mailath-Pokorny: Auch Ihnen einen guten Morgen, sehr geehrter Gemeinderat!

 

Wir haben uns das sehr genau aufgeteilt. Sie wissen ja, dass im Jüdischen Museum die Konstruktion die ist, dass einerseits die Liegenschaft, das Haus der Holding gehört, die das seinerzeit – ich glaube, vor zehn Jahren, da muss man noch genau nachschauen, aber jedenfalls vor geraumer Zeit – vom Dorotheum gekauft hat. Dort gibt es jetzt auch für den Ankauf dieses Hauses eine entsprechende Rückzahlung, die in Form von Miete zurückgezahlt wird.

 

Wir haben uns selbstverständlich auch mit der Leitung der Holding darüber verständigt, dass wir mit Abzahlung des Kaufpreises dann darüber zu sprechen haben, wie diese 700 000 EUR, die das Jüdische Museum an Miete zahlt, künftig zu gestalten sein werden. Also da wird sicher oder vielleicht, so nehme ich einmal an, der eine oder andere Gestaltungsspielraum sein.

 

Die Aufteilung, die erfolgt ist zwischen der Wien Holding sozusagen als Teileigentümerin des Jüdischen Museums – und das ist ein Unterschied zum Hauseigentum – und dem Kulturamt, das auch mit 49 Prozent Eigentümervertreter des Jüdischen Museum ist, ist, glaube ich, eine sehr gerechte. Wir haben hier die 2,5 Millionen EUR entsprechend aufgeteilt, und ich bin sehr froh, dass mit der Wien Holding ein sehr verständnisvoller und auch tatkräftiger Partner hier zugange ist, mit dem gemeinsam wir diese Sanierung vorantreiben können.

 

Natürlich wäre ich ein schlechter Kulturstadtrat, wenn ich nicht sagen würde, auch dort könnte ich mir mehr Mittel vorstellen, und Sie wissen, dass ich sehr dafür kämpfe, insgesamt für die Kultur immer ausreichend, das heißt, mehr Geld zu erreichen, aber man muss natürlich auch mit dem umgehen können, was zur Verfügung steht. Und ich glaube, dass es im Grunde eine großzügige Entwicklung ist, dass die Stadt Wien 2,5 Millionen EUR für die Sanierung eines Hauses aufbringt, einerseits über die Holding, andererseits über die Kulturabteilung, um auch hier wiederum eine denkmalschützerische Sanierung eines Hauses im Zentrum der Stadt zu ermöglichen, aber damit auch ein grundlegendes Bekenntnis der Stadt zur jüdischen Kultur und zur Darstellung der jüdischen Kultur zu machen. Also ich glaube, dass die Aufteilung eine durchaus den Eigentumsverhältnissen entsprechende ist.

 

Was die Miete anbelangt, so ist sie, das muss man auch sagen, für diesen Standort keineswegs übertrieben. Wenn der Hausankauf dann abgezahlt ist, wird man sich zusammensetzen und sich darüber ernsthaft unterhalten, wie die künftige Mietgestaltung auszuschauen hat.

 

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Danke. – Die nächste Zusatzfrage wird von Prof Dr Frigo gestellt. – Bitte.

 

9.40.52

GR Univ-Prof Dr Peter Frigo (Klub der Wiener Freiheitlichen): Sehr geehrter Herr Stadtrat!

 

Im Subventionsantrag wird ja von einer Funktionssanierung gesprochen. Ich erinnere nur an die leidliche Geschichte mit dem Ronacher mit der Funktionssanierung, wo man sozusagen die Bühne verändern musste, um das als Musical-Theater nützen zu können.

 

Jetzt ist meine Frage: Was wird genau darunter verstanden? Das Jüdische Museum besteht seit 15 Jahren. Was wir da jetzt funktionssaniert?

 

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Bitte, Herr Stadtrat.

 

Amtsf StR Dr Andreas Mailath-Pokorny: Sehr geehrter Herr Gemeinderat!

 

Zunächst einmal: Die Funktionssanierung des Ronacher hat nicht deshalb stattgefunden, damit man dort ein Musical hineinbringt, sondern das Ronacher ist ein Haus, ein traditionsreiches Haus, das, wie Sie vielleicht nicht wissen, über viele Jahre nicht bespielt wurde. Ich habe damals, bevor wir zum Bau geschritten sind, einige Ihrer Kollegen eingeladen, sich das einmal anzuschauen. Dort war ein Bühneneingang, da habe ich mich bücken müs

 

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