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Gemeinderat, 33. Sitzung vom 30.01.2013, Wörtliches Protokoll  -  Seite 34 von 97

 

nes Anerkennungssystem entwickelt. Für formal gering qualifizierte Personen wird die durchgängige Förderung von Bildungsmaßnahmen am Wechsel zwischen Arbeitslosigkeit und Beschäftigung sichergestellt. Die Angebote von Arbeitsmarktservice und WAFF greifen dabei wie Zahnräder ineinander. So werden Bildungspläne wechselseitig anerkannt. Für Arbeitssuchende zum Beispiel mit maximal Pflichtschulabschluss weitet das Arbeitsmarktservice sein Angebot an Qualifizierungsmaßnahmen aus. Im WAFF-Beratungszentrum für Berufs- und Weiterbildung gibt es kostenlose Beratung für Beschäftigte unabhängig von ihrer Qualifikation und Förderung von bis zu 3 000 EUR für das Nachholen von formalen Bildungsabschlüssen. Migranten und Migrantinnen, eine ganz, ganz wichtige Zielgruppe, die wir dringend auch in der Wiener Wirtschaft als Facharbeiter und Facharbeiterinnen brauchen, und auch noch höher Qualifizierte werden dabei unterstützt, im Ausland erworbene Bildungsabschlüsse und Kompetenzen zu verwerten. Das in Wien bereits bestehende Angebot im Beratungszentrum für MigrantInnen im WAFF wird zu einer speziellen Anlaufstelle für Information‚ Beratung und Abwicklung der Anerkennung von mitgebrachten Bildungsabschlüssen ausgebaut. Das Arbeitsmarktservice wiederum wird sein Deutschkursangebot verstärken. Ganz wichtig in all dem, was wir gerade in diesem Handlungsfeld 2 tun, ist natürlich die allerengste Kooperation mit den Betrieben, mit den Unternehmen. Von da her ein ganz, ganz großes Dankeschön an die Wirtschaftskammer und an die Industriellenvereinigung für die exzellente Zusammenarbeit und die guten gemeinsamen Schritte, die wir bisher gesetzt haben.

 

Die Wiener Unternehmungen erhalten auch finanzielle Unterstützung, wenn sie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit geringen Formalqualifikationen in betriebliche Weiterbildungsmaßnahmen einbeziehen und insbesondere das Nachholen von Bildungsabschlüssen ermöglichen. Unternehmen, die dieses tun, sollen auch entsprechend finanziell unterstützt werden. Der WAFF wird ab April 2013 seine Förderinstrumente für Wiener Unternehmer gänzlich in den Dienst des Qualifikationsplans Wien 2020 stellen. Das heißt, der Fokus liegt auf dem Nachholen von formalen Bildungsabschlüssen und dem Erwerb von Sprachkompetenzen für gering qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Und Arbeitsmarktservice und WAFF werden gemeinsam die arbeitsplatznahe Qualifizierung für Wiener Unternehmen, die Fachkräfte suchen, und das tun ja viele, wie wir wissen, und Geringqualifizierten das Nachholen von formalen Bildungsabschlüssen ermöglichen, verstärken. Für die Insider: Das sind unsere Implacement-Stiftungen. Das werden wir verstärken. Durch Wirtschaftskammer Wien und Industriellenvereinigung Wien sowie durch die Kooperation mit BetriebsrätInnen werden Betriebe gezielt über die Unterstützungsangebote informiert und beraten.

 

Last but not least, und das sage ich hier ganz bewusst, geht es natürlich vor allem um die Information und Motivation der Zielgruppe, das dritte Handlungsfeld, denn gerade jene Gruppe ist natürlich besonders schwierig zu erreichen. Bildungsferne Schichten, wie es so schön heißt, sind natürlich am schwersten zu erreichen und leider oft auch am schwersten zu motivieren. Wir wissen, dass Arbeitslosigkeit nicht nur mit dem Geldbörsel der Menschen zu tun hat, sondern auch mit ihren Herzen und mit ihren Einstellungen. Nicht erst seit der historischen Studie über die Arbeitslosen in Marienthal wissen wir, was das für die Menschen bedeutet. An diese heranzukommen, ist ganz besonders schwierig, und da spielt die Interessensvertretung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eine ganz besonders wichtige Rolle. Von da her ein ganz, ganz großes Dankeschön an Arbeiterkammer und Gewerkschaft, die, ganz wichtig, sich in diesen Qualifikationsplan eingebracht haben und ganz, ganz zentrale Kooperationspartner für den Qualifikationsplan Wien 2020 sind. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Wir gehen also, Stichwort „Wie kommen wir an die Menschen heran?“, auf bisher formal gering qualifizierte Wiener und Wienerinnen mit unseren Informationen und Beratungen auf ganz unterschiedlichen Kanälen aktiv zu. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist die Abklärung der Bereitschaft zur Höherqualifizierung. Die soll etwa fixer Bestandteil im Betreuungsprozess von vorgemerkten Arbeitslosen durch das AMS sein. Bestehende Informations- und Beratungsangebote auf der Bezirksebene werden systematisch zu einer Wien-weiten Woche „Weiterkommen im Beruf“ ausgebaut. In allen Wiener Bezirken sollen unter dem Titel „Weiterkommen im Beruf“ Bezirksinformationstage stattfinden. Erste Aktionen starten wir bereits im Mai beziehungsweise Juni 2013 mit Bezirks-Info-Tagen in Ottakring, in der Leopoldstadt, in der Brigittenau. Ein ganz großes Dankeschön an die Bezirke und auch an die Bezirksvorsteher, die sich da unglaublich engagiert und bemüht haben und mit uns gemeinsam ein ganz tolles Programm auf die Beine gestellt haben. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Sehr geehrte Damen und Herren! Ich habe in den vergangenen Minuten versucht, Ihnen anhand einiger ausgewählter Beispiele zu zeigen - und glauben Sie mir, es sind ganz wenige, aber es geht ja hier einmal darum, die grundsätzliche Information weiterzugeben -, welche wesentlichen Maßnahmen der Qualifikationsplan Wien 2020 auszeichnet und welche Bündnispartnerinnen und –partner ihn in den kommenden Monaten und Jahren mit Leben erfüllen werden. Dieser Plan gibt tausenden Wienern und Wienerinnen die Unterstützung, für sich und ihre Familien eine bessere Zukunft zu bauen.

 

Erlauben Sie mir zum Abschluss noch kurz die Bitte, die Umsetzung dieses Qualifikationsplans in Ihren jeweiligen Wirkungsbereichen - und Bildung, Qualifikation, Ausbildung spielen in allen Lebensbereichen, wo auch immer Sie tätig sind, eine große Rolle - zu unterstützen. Ich denke, dass wir damit einen ganz wichtigen Schritt in die Zukunft setzen für ein selbstbestimmtes, erfülltes, ökonomisch gesichertes Leben der Wiener und Wienerinnen und für einen Wirtschaftsstandort Wien, der auf qualifizierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen setzen kann. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Vorsitzender GR Mag Thomas Reindl: Ich danke der

 

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