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Gemeinderat, 53. Sitzung vom 23.05.2014, Wörtliches Protokoll  -  Seite 17 von 75

 

stellt GRin Mag Anger-Koch. – Bitte.

 

10.24.39

GRin Mag Ines Anger-Koch (ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien): Das ist ja jetzt ratzfatz gegangen!

 

Ich kann leider nicht mit Wein bezirzen, dass jetzt eine Mehrzweckhalle in Wien kommt. Aber ich kann mich in einer Sportdress herstellen, und ich möchte noch einmal fragen, ob das für Wien in Frage kommt. Sie haben ja auch damals, als wir uns für die eventuelle Austragung der Olympischen Spiele beworben haben, gesagt, dass die Sportinfrastruktur im Allgemeinen in Wien verbessert werden soll und auch muss.

 

Es gibt jetzt zum Beispiel zwei Infrastrukturstätten, nämlich das Stadion des Wiener Sportklubs, die älteste Fußballanlage in Wien, und auch das Schwimmsportzentrum, im Hinblick auf welches wir auch schon eine Studie durchführen lassen haben: Wie schaut es jetzt mit dieser Infrastruktur aus? Wird man da in Zukunft etwas tun?

 

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Bitte, Herr Bürgermeister.

 

Bgm Dr Michael Häupl: Meine beiden Zusagen von damals werden selbstverständlich erfüllt, gar keine Frage! Soweit ich weiß, ist das Leichtathletikzentrum auch schon fertig, und das Schwimmsportzentrum wird gleichfalls fertig sein.

 

Darüber hinaus gibt es ganz interessante Überlegungen im Hinblick auf den gesamten sportmedizinischen Bereich, der natürlich auch mit entsprechenden Sportanlagen verbunden sein muss. Diesbezüglich sind wir auch in sehr guter Diskussion mit der Universität, denn die UTA ist da natürlich auch dabei und gehört letztlich auch dazu.

 

Natürlich werden wir darüber nachdenken, wie wir auch andere Sportanlagen so fit machen können, dass man sich wieder um große internationale Bewerbe bewerben kann. Ich füge jetzt aber gleich hinzu: Selbstverständlich habe ich die Vorstellungen betreffend eine Mehrzweckhalle nicht aufgegeben, aber: Hier Anträge stellen, ist das eine, einen halbwegs brauchbaren gesellschaftlichen Konsens dafür herzustellen, ist das andere.

 

Wir haben selbstverständlich auch mit der Wirtschaftskammer diese Frage besprochen, und ich erinnere mich an die saloppe Antwort, die mir ja von meinem Humorniveau her durchaus gefallen hat, nämlich: Wenn ihr übriges Geld habt, dann macht es, ansonsten lasst es bleiben! – Ich verstehe das auch. Aber es können sich durchaus auch Dinge ändern, und das soll man bei den Überlegungen nicht hintanstellen, und man soll den Bau von entsprechenden Sportanlagen im Prinzip auch nicht vergessen.

 

Grundsätzlich lehne ich aber eines ab – das wollte ich auch noch sagen –: Ich will kein Faro haben. Dort wurde dieses berühmte Stadion für die Fußball-Europameisterschaft im Süden Portugals errichtet, und dann hat dort ein einziges Spiel stattgefunden. Jetzt spielt dort irgendein Unterligaverein, dieses Stadion rostet vor sich hin und wird kaputt. – Das halte ich für völlig sinnlos!

 

Es hat auch Song Contests gegeben, für welche eine riesige Halle für diese einzige Veranstaltung errichtet wurde, und seither hat dort keine weitere Veranstaltung, nicht einmal ein Parteitag der dort regierenden Partei stattgefunden, und Letztere sind ja normalerweise in der Auswahl ihrer Locations zum einen sehr wählerisch, zum andern aber sozusagen ästhetisch nicht besonders anspruchsvoll. Sie hätten ihren Parteitag durchaus dort veranstalten können, aber nicht einmal das ist geschehen.

 

Das tun wir nicht! Und ich möchte auch sehr bewusst hier sagen: Wir werden uns nicht bewerben, wenn die Entscheidung fallen sollte, dass in mehreren europäischen Städten die Fußball-Europameisterschaft ausgetragen wird, weil mir die Investition eines dreistelligen Millionenbetrags in eine entsprechende Adaptierung des Wiener Stadions für ein einziges Spiel doch nicht wirklich ökonomisch vernünftig zu sein scheint. Das lässt sich nämlich durch gar nichts gegenrechnen! Und es werden sich eine Reihe sehr renommierter Städte, wenn sich diese Vorstellung des Präsidenten der UEFA durchsetzt, nicht bewerben und werden nicht daran teilnehmen.

 

Daher noch einmal zusammenfassend auch zu der Mehrzweckhalle: Wenn unsere Analysen, sei es aus dem Sportbereich, aus dem Kulturbereich, aber auch aus dem Kongresstourismusbereich, ergeben sollten, dass sich eine veränderte Beurteilungssituation darstellt, das heißt, dass sich eine solche Halle tatsächlich entsprechend nutzen lasst, bin ich selbstverständlich bereit, darüber zu reden.

 

Vorsitzender GR Godwin Schuster: Herr Bürgermeister! Ich danke für die Beantwortung der 5. Frage.

 

10.29.09Wir kommen nun zur Aktuellen Stunde. Der Klub der Wiener Freiheitlichen hat eine Aktuelle Stunde mit dem Thema „80 Millionen EUR Schaden und kein Ende – Linke Dauerdemos und Fuzo-Chaos machen die Mariahilfer Straße kaputt“ verlangt. Das Verlangen wurde gemäß § 39 Abs 2 der Geschäftsordnung ordnungsgemäß beantragt. Ich ersuche den Erstredner, Herrn GR Mag Gudenus, die Aktuelle Stunde zu eröffnen, wobei ich bemerke, dass seine Redezeit mit zehn Minuten begrenzt ist.

 

10.30.01

GR Mag Johann Gudenus, MAIS (Klub der Wiener Freiheitlichen)|: Herr Vorsitzender! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

 

Zuerst kurz eine Replik auf die Ankündigung des geschätzten Herrn Bürgermeisters, die Veranstaltung des Neustifter Kirtags mit diesen 16 000 EUR zu unterstützen: Ich sage ein Dankeschön auch im Namen der Veranstalter des Neustifter Kirtags! Wir Freiheitlichen werden schauen, dass wir die Summe, die notwendig ist, um die Verkehrsbetriebe zu entschädigen, durch private Spenden auftreiben können, damit diese traditionelle Veranstaltung weiterhin stattfinden kann. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wir kommen zum eigentlichen Thema, zur Mariahilfer Straße, und zu all den Problemen, die auch daraus resultieren, dass diese Mariahilfer Straße jetzt umgebaut wird. – Es ist schön, dass Frau Stadträtin und Vizebürgermeisterin Vassilakou auch hier ist, um sich die Kritik der Opposition anzuhören und zuzuhören, wenn dann die Mandatare der GRÜNEN darauf eingehen werden.

 

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