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Gemeinderat, 61. Sitzung vom 19.12.2019, Wörtliches Protokoll  -  Seite 8 von 116

 

Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Vielen Dank für diese Bemerkung! Ich finde in der Tat solche kreativen Modelle, wie man diesem Missstand des engen Raums entgegenwirken kann, in vielen Fällen großartig. Das ist eine großartige Idee, wenn das bezahlbar und leistbar ist und derartiger Freiraum temporär zur Verfügung steht.

 

Es ist für mich als Modell absolut denkbar, dass man temporär dann Freiraum nützt, wenn auch die Wirtschaft zum Beispiel bereit ist, zu sagen, dass es derzeit keine Mieter gibt, und es als eigenes Commitment betrachtet, diesen Raum zur Verfügung zu stellen. Das ist großartig! Auch das muss man von Fall zu Fall klären.

 

Generell ist es aber so, dass das ja ein Grundproblem von Museen, die sammeln, ist, dass die Bestände immer wesentlich größer sind, als es die Ausstellungsfläche ist. Und da kommt jetzt das schöne Wort des „Kuratierens“ herein. „Curare“ heißt heilen und in diesem Fall auch auswählen. Das heißt, man macht vielleicht unter bestimmten Aspekten wirklich eine neue Erzählung und sagt: Diesmal machen wir eine Ausstellung oder einen Ausstellungshöhepunkt speziell zu der veränderten Arbeitswelt in einem Bezirk und zeigen nur anhand von Plänen, Fotografien und Radierungen, wie sich Arbeit und Werkzeuge überhaupt entwickelt haben. - Das ist zum Beispiel eine Möglichkeit, so etwas zu präsentieren.

 

Ein anderes Thema wäre das Bild der Frau im Wandel in einem Bezirk, zu zeigen, an welchen Orten sich das manifestiert, beispielsweise auch, an welchen Skulpturen, und so weiter.

 

All das kann man highlighten und ins Zentrum stellen und dadurch immer wieder neue Anreizen schaffen, die attraktiv sind, damit man das eigene Museum immer wieder neu entdeckt. Ich glaube, das sind zwei Methoden, die sehr fruchtbar sein können.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 6. Zusatzfrage kommt von der SPÖ. - Bitte, Frau GRin Mag. Mautz-Leopold.

 

9.23.16

GRin Mag. Andrea Mautz-Leopold (SPÖ): Einen wunderschönen guten Morgen auch von mir, sehr geehrte Frau Stadträtin!

 

Danke für die Präsentation dieses wunderbaren Projekts „Bezirksmuseen reloaded“. - Was erwarten Sie sich eigentlich von diesem Projekt, zum Beispiel auch im Hinblick auf zusätzliche Besucherinnen und Besucher der Bezirksmuseen?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Bitte, Frau Stadträtin.

 

Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Dieser neue Schritt wird nicht sofort in der ersten Sekunde greifen, man muss ja auch einmal Zeit geben, um zu arbeiten. Ich bin mir aber ganz sicher, dass es in Bälde, in absehbarer Zeit einen wesentlichen Zustrom von Besucherinnen und Besuchern aller Generationen geben wird. Ich glaube nämlich, dass es genau das Ziel ist, dass wir durch eine gezielte Museumspädagogik und Vermittlungsarbeit, die hier einsetzen muss, einfach auch andere Schichten hineinbringen und unterschiedlichste Generationen darauf aufmerksam machen, wenn das interessante Thematiken sind. Dabei kann man auch mit Schulen, aber zum Beispiel auch mit Lehrlingsbetrieben, zusammenarbeiten, etwa zum Thema Geschichte des Handwerks in einem Bezirk. In einer Zeit, in der das Handwerk weitgehend verschwindet, kann man sich gezielt zum Beispiel mit Berufsschulen oder mit ansässigen Betrieben auseinandersetzen

 

Dafür braucht man aber eben Man- und Woman-Power. Das ist ganz entscheidend. Und das kann von den jetzigen ehrenamtlichen Mitarbeitern gar nicht mehr geleistet werden. Aber dafür wird halt dann das Wien Museum da sein, um herauszufinden, wo man aktiv hineingehen und auch eine bewusste Werbestrategie fahren kann. Durch die Anbindung ans Wien Museum besteht jetzt sowieso ein anderes Feld der Beobachtung und eine größere Nähe zu einem wirklich großen Prestigeobjekt und Museum dieser Stadt.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank. Damit ist die 1. Anfrage beantwortet. Vielen Dank, Frau Stadträtin.

 

Bevor ich zur 2. Anfrage komme, darf ich noch fürs Protokoll bekannt geben: Herr GR Unger und Herr GR Baron sind bei der heutigen Sitzung auch zeitweise verhindert.

 

9.25.25

†Bgm Dr. Michael Ludwig - Frage|

Die 2. Anfrage (FSP-1093351-2019-KNE/GM) wurde von Herrn GR Ornig gestellt und ist an den Herrn Bürgermeister gerichtet. In dieser Anfrage geht es um Veranstaltungen auf dem Rathausplatz, um Vergabe und Kostenbeteiligung. (Im Bericht des Rechnungshofes „Ausgewählte Großveranstaltungen in Wien“ wird unter anderem die nahezu unentgeltliche Vergabe des Rathausplatzes an immer dieselben Veranstalter scharf kritisiert. Von Seiten der Prüfer wird empfohlen, die Überlassung des Rathausplatzes anhand von transparenten und nachvollziehbaren Kriterien vorzunehmen und ein adäquates Mietentgelt für die Nutzung des Platzes einzuheben. Als Beispiel wird im Bericht auch explizit der Veranstalter des Christkindlmarktes genannt, der neben den niedrigen Nutzungsgebühren zudem auch noch von der öffentlichen Finanzierung des Weihnachtstraumes profitiert, sich dafür aber in keiner Weise finanziell beteiligt. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie setzen, um die Empfehlungen des Rechnungshofes nach transparenter Vergabe und adäquater Kostenbeteiligung bei Veranstaltungen am Rathausplatz umzusetzen?)

 

Schönen guten Morgen, Herr Bürgermeister! Ich bitte um die Beantwortung.

 

Bgm Dr. Michael Ludwig: Schönen guten Morgen, Herr Vorsitzender! Hoher Gemeinderat! Sehr geehrter Herr GR Ornig!

 

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass der Wiener Rathausplatz als eine der bedeutendsten Eventlocations der Stadt gilt und von zentraler Bedeutung für die Event-Szene in unserer Stadt, aber auch für den Tourismus und für die Wiener Wirtschaft ist. Aus diesem Grund wurde die Stadt Wien Marketing GmbH als maßgebliche Veranstalterin von Events für die Stadt Wien beauftragt, die Organisation der Verfügbarkeit des Wiener Rathausplatzes sowie von Veranstaltungen auf dem Wiener Rathausplatz zu übernehmen. Ziel ist es, im Interesse der Stadt für eine möglichst umfassende und

 

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