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Gemeinderat, 74. Sitzung vom 24.09.2020, Wörtliches Protokoll  -  Seite 64 von 101

 

Problematik zusteuern. Wir haben die Situation, dass gerade erst seit Montag gewisse Regeln auch für sportliche Aktivitäten bekannt sind. Wenn ich jetzt beispielsweise hergehe und sage, wir sprechen von Spinning-Kursen oder wir sprechen von Yogastunden, und so weiter, ist die Regelung massiv unklar.

 

Da ist etwas passiert, das weiß auch das Sportministerium. Wir haben die Situation, dass es da eine Zehn-Personen-Regel in geschlossenen Räumen gibt, völlig unabhängig davon, wie groß der Raum ist. Das bedeutet, selbst wenn man eine Halle mit ein paar Hundert Quadratmetern zur Verfügung hätte, dürfen dort in der Gruppe nur zehn Personen Sport machen.

 

Das führt natürlich völlig am Sinn und Zweck vorbei, das ist massiver Missstand und ich hoffe, der wird schnell behoben. Was mir aber passiert ist, ist ein sehr spannendes Thema: Es sind nämlich UnternehmerInnen - in dem Fall die TrainerInnen aus diesem Bereich - auf mich zugekommen und haben gesagt: Wir würden gerne etwas beitragen. Wir würden gerne zur Sicherheit beitragen. Wir würden gerne dazu beitragen, dass es Tests gibt, dass bei uns Trainern mehr getestet wird, um ein Sicherheitsgefühl zu schaffen. Wir würden diese Tests auch finanzieren, hätten aber gerne von der Stadt einen Zuschuss für die Tests. - Das bedeutet, sie würden sich das selbst organisieren. Sie würden sich ein Labor organisieren, das hoffentlich noch Kapazitäten hat, um das durchzuführen, hätten diese Tests lediglich gerne von der Stadt subventioniert.

 

Das ist im Großen und Ganzen wahrscheinlich weniger, als wir heute für den Städtebund und den Städtetag beschlossen haben, der gar nicht stattfindet. Da rede ich jetzt von Investitionskosten der Stadt von wahrscheinlich nicht einmal 50.000 EUR. Es würde aber gesellschaftspolitisch einen extremen Beitrag bringen, weil ich natürlich als sportbegeisterter Mensch dort mit einem anderen Sicherheitsgefühl hingehen kann, wenn ich weiß, dass dort wöchentlich getestet wird. Die Trainer sind gesund, die Trainer selbst könnten ihren Beruf ganz anders beziehungsweise überhaupt ausüben, und das würde massiv helfen. Alles in allem eine gute Idee.

 

Was aber jetzt passiert ist, ist, wie halt Politik in dieser Stadt passiert. Ich bin mit diesem Antrag - weil ich gesagt habe, ich will gar kein politisches Thema daraus machen - zu den diversen Fraktionen gegangen, die das beschließen könnten, in dem Fall zu Rot und Grün. Da hat man sich dann den Antrag erst einmal angeschaut, dann hat man darauf hingewiesen, warum ich nicht vorher komme. - Na ja, die Krise ist halt jetzt. Die Idee ist halt jetzt erst entstanden. Dann hat man versucht, das in den Ausschuss zu geben, wobei ich sagen muss, im Ausschuss bringt es halt auch nichts mehr, weil wir keine Sitzung mehr haben, das heißt, wir können es nicht durchführen oder irgendwohin abschieben.

 

Jetzt könnten wir das beschließen. Das wäre eine superwichtige Maßnahme. Mir wurde mitgeteilt, vielleicht ändert sich das Verhalten ja noch - der zuständige Stadtrat ist jetzt auch hier, was mich sehr freut -, vielleicht kann er sich das genau anschauen. Das wäre meiner Meinung nach ganz, ganz leicht durchzuführen. Vielleicht können sich auch die Klubobleute von Rot und Grün noch einmal zusammensetzen und sich das anschauen, denn ich halte es tatsächlich für nicht gut, das einfach mit dem Argument wegzuwischen - und das Argument habe ich bekommen -: Na ja, wenn wir da anfangen, dann müssen wir ja überall anfangen.

 

Also nichts für ungut, in einer Krise muss man irgendwo anfangen. Wenn ich hier eine private Initiative von UnternehmerInnen habe, die dazu beitragen wollen, dass in dieser Stadt mehr getestet wird, dass mehr Sport betrieben wird, wenn ich die dann nicht mit ein paar Tausend Euro unterstütze, dann sehe ich tatsächlich für die Zukunft des Sports und vor allem für die Wiener und Wienerinnen, die einen sehr dunklen Winter und wenig Möglichkeiten haben werden, um Sport auszuüben, schwarz. Vielen Dank. - Ich bitte inständigst um Zustimmung.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau GRin Frühmesser. Ich erteile es ihr.

 

15.43.37

GRin Lisa Frühmesser (FPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Meine Damen und Herren!

 

Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass Sport und Gesundheit voneinander untrennbar sind. Gerade in dieser Corona-Krise haben wir es wieder gemerkt, wie unheimlich wichtig Sport und Bewegung sind. Genauso sind die Menschen in der Stadt motiviert, mehr Bewegung zu machen. Es ist anzumerken, dass vor allem der Sport Arbeitsplätze und vor allem Wertschöpfung in Wien schafft. Und hier, in der Stadt, in Wien sind sehr viele Menschen, gerade in dieser Krise, motiviert, mehr Bewegung zu machen.

 

Vor allem der Sport sollte endlich ein Teil der Prävention im Gesundheitswesen werden und wir sollten ihm die dementsprechende Wertschätzung zukommen lassen. Wie schon lange erwiesen, haben eben gerade in diesen Zeiten immer mehr Menschen Sport gemacht, um die Gesundheit im Allgemeinen, aber auch das Immunsystem im Speziellen zu stärken. Daher leisten Vereine einen ganz wichtigen Beitrag dazu. Uns ist es wichtig, dass diese Vereine eine schnelle und vor allem unbürokratische Hilfe bekommen, denn etliche Vereine sind in ihrer Existenz bedroht.

 

Aber auch tausende Berufssportler kämpfen ums Überleben. Der Sportnachwuchs wurde schwer geschädigt. Viele Vereine werden wegen Einnahmenentgängen sowie fortlaufender Kosten und Haftungen für immer zusperren müssen. Weite Teile des positiven Effektes des Sports für die Gesellschaft sind am Erlöschen. Die irreversiblen Schäden für die Wirtschaft, für die körperliche Fitness und für das Gesundheitssystem sind verheerend. Tausende Kinder wurden in Wien zur sportlichen Untätigkeit in ihrer Sportart verdonnert und wurden dadurch körperlich unterfordert.

 

Gerade unter dem Aspekt des Massenphänomens Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen wäre es sinnvoll, in die Fitness der Bevölkerung, der Kinder und Jugendlichen, zu investieren, denn genau das sind die Kranken von morgen. Da müssen wir Geld in die Hand nehmen, präventive Maßnahmen setzen, den nötigen

 

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