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Gemeinderat, 4. Sitzung vom 28.01.2021, Wörtliches Protokoll  -  Seite 60 von 100

 

habe, dazu stehe ich immer noch. Und glauben Sie mir, am liebsten wäre es mir, wenn wir alle Bildungsangebote in dieser Stadt gratis anbieten können, nicht nur die verschränkte Form der Ganztagesschule, auch die offene Form, die Hortbetreuung, jedes Mittagessen, jeden Kindergarten, jeden Instrumentalunterricht - auch extrem pädagogisch wertvolle Unterrichtseinheiten -, aber auch Freizeitbetreuung. Man muss aber auch Entscheidungen treffen in der Verantwortung und hier natürlich Schritt für Schritt weitergehen. Und jetzt bedeutet dieser Schritt, dass wir die Ganztagesschule massiv ausbauen. Der Bedarf ist da, der Wunsch nach dem Ausbau, der Wunsch nach diesen Plätzen ist massiv da. Und ja, die ist jetzt gratis, so wie die Schule natürlich gratis ist, und die Hortbetreuung ist momentan nicht gratis. Aber Geld ist nicht unendlich verfügbar und dementsprechend werden hier eben Prioritäten gesetzt.

 

Was mir hier noch ganz wichtig ist zu betonen, und was wir uns auch vorgenommen und ausgemacht haben, ist, dass wir, was den Zugang zur verschränkten Form der Ganztagesschule betrifft, versuchen, in einem nächsten Schritt natürlich auch solche Kinder zu erreichen, denen es aus pädagogischer Sicht sehr zuträglich wäre, in diese Form der Schule zu gehen. Sie wissen selbst, wir haben Kinder und Familien, die es leider nicht schaffen, ihre Kinder dementsprechend zu betreuen, um im schulischen Kontext gut mitzukommen, die zu Hause nicht die Unterstützung haben, dass geschaut wird, ob eine Hausübung gemacht ist, dass für etwas gelernt wird, dass vorbereitet wird. Diese Kinder nicht auf dem Weg zu verlieren, ist ein ganz, ganz wichtiges Anliegen. Die Chancengerechtigkeit im Bildungssystem kann ich da nur wieder voranstellen, nicht nur als Schlagwort, sondern als wirkliche Herzensangelegenheit, und als Ziel in allem, was im Bereich Bildung in dieser Stadt passiert.

 

Vielleicht noch ganz kurz auch zum Antrag vom Kollegen Krauss bezüglich der Elternarbeit: Ich glaube, wenn Sie das Interview noch einmal konkret und genauer lesen, hat der Herr Bildungsstadtrat auch gemeint, das Einfordern mit Sanktionen kann nur der letzte Schritt sein. Aus diesem Grund wurde auch ein sehr umfangreiches Paket vorgestellt, wie wir Elternarbeit effizienter machen können, wie wir sie besser anbieten können für die Eltern, damit diese partizipieren können. Ich glaube, Elternarbeit ist ein ganz ein wichtiger Baustein im Bildungserfolg der Kinder, aber wir müssen uns auch im Klaren darüber sein, dass nicht jeder Elternteil die Möglichkeit hat, hier teilzunehmen und zu partizipieren, und deswegen müssen wir alles aufbereiten, um dies zu ermöglichen.

 

Das sind die ersten Schritte, die jetzt gegangen werden, und ich bin mir auch sicher, dass sie gute Erfolge bringen werden. Und dann werden wir schauen, wie sich das Ganze umsetzen lässt, und vor allem, wie erfolgreich es ist und wie viele Eltern dann hier tatsächlich mehr in die Bildungsarbeit einzubinden sind. Ich bin aber überzeugt davon, dass dieser Weg, wo am letzten Ende die Überlegung steht, was man noch machen kann, der richtige ist. - Vielen Dank.

 

Vorsitzende GRin Gabriele Mörk: Ein zweites Mal gelangt Herr GR Zierfuß zu Wort. Ich erteile es ihm, seine Restredezeit beträgt 16 Minuten.

 

15.50.56

GR Harald Zierfuß (ÖVP)|: Ich habe jetzt dann doch den Anlass gefunden, mich noch ein zweites Mal zu Wort zu melden, weil ein Satz sich dann doch in der Rede durchgezogen hat: Es hat niemand seine Position verlassen. - Na ja, aus meiner Sicht war die Position der NEOS schon relativ klar. Da hat man sich noch im Juni eingesetzt für eine Gleichbehandlung, dass man Eltern nicht bevormundet und ihnen den Weg vorgibt, welche Variante sie zu wählen haben. Denn natürlich macht es einen Unterschied, ob ich mehrere Tausend Euro für die Betreuung zahle oder eben nicht. Dementsprechend auch unser Antrag, wo wir daran erinnern, dass man hier wieder eine Gleichstellung sicherzustellen hat und dass man, wenn Eltern sich frei dazu entscheiden, eine offene Volksschule zu wählen, man sie eben nicht dafür bestraft mit mehreren Tausend Euro, nur weil sie sich frei dazu entschieden haben.

 

Die anderen Sachen sind von der Kollegin schon richtiggestellt worden. Die ÖVP ist natürlich nicht gegen Nachmittagsbetreuung, es ist aus unserer Sicht nur wichtig, dass die Eltern wirklich selbst die Entscheidung darüber treffen und keine Impulse von der Stadt gesetzt werden, um jemanden zu bevormunden, hier mit finanziellen Mitteln. - Vielen Dank.

 

Vorsitzende GRin Gabriele Mörk: Herr Gemeinderat, ich darf Sie noch ersuchen, das Rednerpult zu desinfizieren. - Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet, die Debatte ist geschlossen. Die Frau Berichterstatterin hat auf ihr Schlusswort verzichtet.

 

15.52.33Es gelangt nunmehr die Postnummer 15 der Tagesordnung zur Verhandlung, sie betrifft eine Förderung an den Verein Wiener Jugendzentren. Ich bitte die Frau Berichterstatterin, Frau GRin Mag. Abrahamczik, die Verhandlung einzuleiten.

 

15.52.52

Berichterstatterin GRin Mag. Nina Abrahamczik: Ich bitte um Zustimmung.

 

Vorsitzende GRin Gabriele Mörk: Ich eröffne die Debatte. Zu Wort gelangt Herr GR Maximilian Krauss, ich erteile es Ihm. - Ich sehe, der Herr Gemeinderat ist nicht da. (Zwischenruf.) - Entschuldigung, er scheint hier nirgends auf. - Dann gelangt Frau GRin Bakos zu Wort. Bitte.

 

15.53.26

GRin Dolores Bakos, BA (NEOS)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Werte Kolleginnen und Kollegen! Werte Frau Berichterstatterin! Werte Zuseher und Zuseherinnen!

 

Ich habe erst unlängst mit einem Bekannten darüber diskutiert, was manche Jugendliche dazu bringt, vielleicht abzudriften, auf die schiefe Bahn zu kommen, ihren Platz in der Gesellschaft vielleicht nicht gleich auf Anhieb zu finden, im nächsten Schritt vielleicht vermehrt Konflikte zu suchen, vielleicht sogar in einem allernächsten Schritt zu vandalieren und im letzten sich vielleicht der Gefahr hinzubegeben, sich zu radikalisieren, in welche Richtung auch immer. Wir haben das sehr lange diskutiert, und ich habe durch den Verein Wiener Jugendzentren sehr gut kennen lernen können, was für

 

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