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Gemeinderat, 5. Sitzung vom 25.02.2021, Wörtliches Protokoll  -  Seite 12 von 127

 

Google, unsere waren natürlich noch viel toller und noch moderner, das kann ich hier gleich dazusagen - mit einer sehr modernen Vermessungstechnologie ausgestattet waren und die eine präzise fotografische Erfassung der Umgebung erlauben. Mehr als 4.000 km wurden so insgesamt im öffentlichen Raum zurückgelegt. Insgesamt wurden während dieser Fahrten 100 Terabyte an Daten gesammelt. Das ist, glaube ich, schon ein sehr beeindruckendes Datenvolumen. Das entspricht - wenn man sich das vorstellen will - 130.000 mit DIN-A4-Blättern gefüllten Aktenschränken, haben sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgerechnet. Also das ist natürlich eine sehr große Nummer.

 

Das Ergebnis ist eine sehr vielseitig einsetzbare Web-Applikation. Selbst Google Street View kann bei dem, was wir an Auflösung und Aktualität und Anwendungsgebieten bieten können, nicht mithalten. Es ist ein zentraler Bestandteil auch für die digitale Stadt von morgen. Die Daten sind ja bekanntlich der Rohstoff des digitalen Zeitalters, und wir wollen natürlich auch als Stadt Wien schauen, dass wir diesbezüglich wirklich gut aufgestellt sind und auch gut gerüstet sind.

 

Jetzt vielleicht konkret - damit Sie sich ein bisschen was darunter vorstellen können -: Was kann dieses Wunderding? - Es ist digital und multifunktional, und es wurden schon bei der Entwicklung sehr viele breite Einsatzgebiete mitgedacht. Es soll nicht ein reines Expertinnen- und Experten-Tool sein, sondern seit 2018 verwenden es rund 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, es wird also jetzt schon relativ breit - in 76 Dienststellen der Stadtverwaltung und aus den unterschiedlichsten Gründen - verwendet.

 

Wer nutzt das zum Beispiel? Wofür kann man das also brauchen? - Zum Beispiel das Stadtservice benutzt den Kapazunder, um sich im Zusammenhang mit Anliegen von Bürgerinnen und Bürgern schnell und einfach ein erstes Bild der Situation zu machen. Auch ich nutze es übrigens gerne und wir schauen, wenn es um konkrete Straßen- oder Platzprojekte geht, einmal in den Kapazunder und schauen uns die Situation vor Ort an, weil man sich oft im Detail ja doch nicht so genau erinnern kann. Das heißt, es spart eigentlich viele Fahrten durch die Stadt, die notwendig wären, um sich vor Ort ein Bild zu machen.

 

Ja, eben die MA 46, die für Verkehrsorganisation zuständig ist, nützt das natürlich für Genehmigungsverfahren im öffentlichen Raum. Das Besondere an diesem Tool ist, dass man darin auch messen kann. Das heißt, sie können messen, wie breit eine Verkehrsinsel ist, wie groß da der Abstand ist. Das ist natürlich schon wahnsinnig praktisch für verschiedene Genehmigungsverfahren.

 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der MA 28, der Straßenverwaltung, nutzen das zum Beispiel zum Erfassen von Bodenmarkierungen oder auch zum Erfassen von Verkehrszeichen oder um sich eben ein Bild vom konkreten Zustand bestimmter Straßenabschnitte zu machen. Das heißt, man kann dann auch - das ist ein bisschen die Zukunftsmusik - schauen, dass man mit künstlicher Intelligenz dieses Instrument für die Zukunft nutzt, um zum Beispiel zu wissen, welchen Straßenabschnitt man wann herrichten muss. Es gibt da also wirklich sehr viele gute und nützliche Anwendungen.

 

Es ist auch ein nützliches Hilfsmittel bei der Genehmigung von Schwertransporten, weil man sich eben virtuell die ganze Route anschauen kann, um zu sehen, welche Sondergenehmigungen es braucht. Dafür wird es vor allem von der MA 29 genutzt. Eine digitale Inventarisierung von Werbeträgern führt zum Beispiel die MA 19 damit durch. Es ermöglicht eben als digitaler Lokalaugenschein wirklich eine Zeit- und Kostenersparnis, und bei 9.000 Ortsaugenscheinen und 13.400 Ortsverhandlungen der beteiligten Dienststellen pro Jahr - das ist schon ein recht großes Volumen - kann man sich damit das eine oder andere Mal doch einiges an Zeit ersparen.

 

Ja, es schlummert in den Kapazunder-Daten noch viel ungenutztes Potenzial auch für die Zukunft. Ein Thema oder ein Bereich, wo man das nutzen kann, könnte zum Beispiel klimagerechtes Bauen in Wien sein, was das ganze Beschattungsthema betrifft, und dann eben - was ich vorhin schon erwähnt habe - durch eine Kombination mit künstlicher Intelligenz die Schaffung der Möglichkeit, sich in Zukunft mit diesem System schon anzuschauen, welche Straßenabschnitte wann hergerichtet werden müssen, in welchem Zustand diese sind, und so weiter. Es gibt da ein dienstübergreifendes Pilotprojekt, bei dem man sich eben gemeinsam anschaut, welche Anwendungen mit künstlicher Intelligenz im Kapazunder für die Zukunft noch möglich sind.

 

Wir haben mit einem Projekt, das auch sehr eng mit dem Kapazunder verbunden ist, nämlich „Wien gibt Raum“ - dabei geht es um all die öffentlichen Flächen und die Datenerfassung und Nutzung durch die Bürgerinnen und Bürger - auch den World Summit Award Austria 2019 gewonnen. Das heißt, es ist auch ein preisgekröntes Projekt, und es wird eine wichtige Grundlage für den digitalen One Stop Shop sein, der ab 2022 Bewilligungsverfahren für Schanigärten, Grätzloasen, Straßenfeste, und so weiter deutlich beschleunigen soll.

 

Zur Zeit sind diese Daten eben intern für die Dienststellen der Stadt verfügbar, aber die MA 41 arbeitet daran, dass es auch eine Möglichkeit gibt, diese Daten dann öffentlich zur Verfügung zu stellen, zum Beispiel auch für Blaulichtorganisationen, für Start-ups, Forschungsinstitute, und so weiter. Ich glaube, das ist wirklich ein Datenschatz, der nur wenigen Menschen bekannt ist, und deswegen bin ich froh, dass ich Ihnen heute ein bisschen darüber berichten darf, weil ich wirklich sehr stolz darauf bin, welche tollen Ideen, tollen Projekte und tollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ich da in meiner Geschäftsgruppe habe, mit denen Wien im Bereich der Digitalisierung wirklich die Nase vorn hat. - Vielen Dank.

 

Vorsitzende GRin Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc: Die 1. Zusatzfrage kommt von der FPÖ und wird von GR Irschik gestellt. Bitte.

 

9.49.06

GR Wolfgang Irschik (FPÖ): Schönen guten Morgen, Frau Stadträtin! Sie haben vieles vorweggenommen. Dieser Bilddatendienst ist seit Mitte Oktober verfügbar, ungefähr 500 Kolleginnen und Kollegen von ungefähr 26

 

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