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Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 32 von 108

 

Meine Klubobfrau Arapović hat schon gesagt, jede Schule ist anders, die Welt dreht sich immer schneller fort. Kollegin Hungerländer hat ein bisschen komisch dreingeschaut, weil sie sich wahrscheinlich an das galiläische Weltbild noch nicht wirklich gewöhnt hat. (Heiterkeit und Beifall bei den NEOS.) Genau deshalb sind die Wiener Bildungschancen kein starres Modell, sondern eine Plattform für Individualisierung, Kreativität und echte pädagogische Freiheit. Und das ist genau das, was wir unserer nächsten Generation mitgeben können, damit wir - ehrlicherweise - später einmal auch selber etwas davon haben.

 

Diese Entwicklung der Prozesse ist also kein Top-down-Projekt, sondern Schulen, Lehrkräfte und ExpertInnen werden eingebunden und gestalten laufend mit. Wo man Beteiligung ernst nimmt, dort entsteht Qualität - und Wiener Bildungschancen ist der beste Beweis dafür. Es geht um Empowerment, Persönlichkeitsbildung, soziale Kompetenz, das alles findet Eingang in dieser Plattform. Das heißt, es geht nicht nur ums reine Konsumieren, es geht nicht um eine bezahlte Nachhilfe, sondern um das berühmte Lernen fürs Leben. Das versteht nicht jedes schulpflichtige Kind so, bei mir war es zumindest nicht der Fall. Aber heute hier kann ich euch nur sagen: Es ist das Beste, was uns passieren kann.

 

Wir haben also knapp 4 Millionen EUR für das kommende Schuljahr zur Verfügung. WIENXTRA ist aber eben nicht nur ein Bildungspartner, sondern, wie es Klubobfrau Arapović schon richtig gesagt hat, es geht um Chancengerechtigkeit. Ich möchte sogar sagen, es ist ein Chancengerechtigkeitsmotor. Wie man sieht, wenn man sich die Zahlen anschaut, man kennt das aus unserer Regierungskoalition, auch ein Monitor.

 

Das heißt, ich kann euch nur sagen, seitdem ich Gemeinderat bin, habe ich ein paar großartige andere außerschulische Tätigkeiten von WIENXTRA kennengelernt: Wienopolis als barrierefreien Begegnungs- und Erlebnisort, den Wald der jungen WienerInnen - dort habe ich endlich zwei Bäume pflanzen dürfen -, die Kinder- und Jugendstrategie der Stadt Wien, Kinder- und Jugendparlamente. Das alles sind niederschwellige, kostenfreie oder zumindest kostengünstige Angebote für Familien in ganz Wien.

 

Das heißt, es geht immer noch um mehr als um Bildung, es geht auch um einen Beitrag zum sozialen Frieden. Ja, die Bildungschancen ermöglichen es allen Leuten, gratis an Workshops teilzunehmen. Und dort, wo Kinder eben lernen, Unterschiede als Stärke zu begreifen, wächst das, was uns in Wien bitte immer ausmachen soll, nämlich Respekt, das Miteinander und der Zusammenhalt für Generationen.

 

Wenn ich jetzt noch ganz kurz auf die Kritik von der Opposition eingehen kann - und da waren ja tatsächlich ein paar interessante, aber durchaus auch witzige Themen dabei.

 

Zum Allerersten: Das hier nicht zu unterstützen, liebe FPÖ, bedeutet, dass ihr Jugendliche und junge Kinder ausgrenzt. Es bedeutet aber auch, dass ihr genau das verhindert, wozu ihr euch dann in Zukunft zynisch ausreden werdet, wenn nämlich einmal etwas passiert, besonders was das Thema Prävention und Gewaltprävention betrifft. Es kann nicht sein, dass ihr euch jedes Mal hinstellt und sagt: Nein, das machen wir nicht!, weil es vielleicht etwas verhindern könnte oder etwas Gutes für die Stadt sein könnte. Und dann, wenn etwas passiert, stellt ihr euch hin und sagt: Na ja, ihr habt es aber nicht gemacht, und das ist passiert! - Das ist zynisch und ziemlich traurig, ehrlicherweise. (Beifall bei den NEOS und von GRin Astrid Pany, BEd, MA.)

 

Zu den Lehrkräften habe ich eh auch schon ein bisschen was gesagt, aber es geht vielleicht generell auch darum, zu sehen, was in letzter Zeit passiert ist. Wir haben einen Bundesminister von NEOS, wir haben eine Stadträtin von NEOS; was ist in der Zwischenzeit passiert? - Es ist der Deckel für die Deutschförderkräfte gefallen. Wir haben LesepatInnen in den Kindergärten integriert, gerade weil wir noch dabei sind, hier nachzujustieren. Es werden jetzt gerade zwei Lehrgänge mit jeweils 25 PädagogInnen für Sprachförderung fertig. Das heißt, wir in dieser Stadt machen alles, was wir aktuell tun können, um hier nicht nur das Limit zu halten, sondern auch noch nach oben aufzustocken.

 

Was bleibt am Ende eigentlich von so einem Projekt, das seit 2022/2023 funktioniert? - Ja, wir evaluieren immer, ja, wir justieren nach, und ja, wir schauen uns natürlich auch an, liebe Sabine, welche konkreten Workshops genommen werden, um natürlich hier auch etwas ausbauen zu können und hier umschichten zu können. Das ist, glaube ich, auch eine sehr klare liberale Handschrift, denn bei uns geht es nicht immer nur darum, starr etwas weiterzuführen, was immer schon so war, sondern jedes Mal aufs Neue zu adjustieren und an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

 

Die Wiener Bildungschancen sind also kein PR-Projekt, sondern sie sind ein langfristiges Versprechen an die nächste Generation und damit ja immer auch an uns selbst. Ein Versprechen, dass wir in Wien und wir als Fortschrittskoalition niemanden zurücklassen, dass jedes Kind in dieser Stadt Potenzial hat, dass wir das fördern wollen und dann auch fordern wollen, wie es sich im Leben eigenständig und gut entwickeln kann, weil wir auch weiterhin alles daransetzen, dass wir, soweit es möglich ist, immer "sowohl als auch" sagen können - sowohl individuelle Förderung als auch gemeinsame Verantwortung, sowohl Freiheit als auch Fairness.

 

Wieder zeigt Wien: Chancengerechtigkeit ist machbar. Ich bitte daher die FPÖ, hier ihre Haltung zu überdenken und trotzdem zuzustimmen. - Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS, von GR Mag. Alexander Ackerl sowie von GRin Mag. Andrea Mautz und GRin Astrid Pany, BEd, MA.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank.

 

Als Nächste zum Wort gemeldet ist Frau Abg. Malle.

 

12.13.11

GRin Mag. Mag. Julia Malle (GRÜNE)|: Sehr geehrte Frau Bildungsstadträtin, sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

 

Zunächst möchte ich ganz kurz auf Kollegen Burian eingehen. Sie wissen schon, dass es auch LandeslehrerInnen gibt? - Bevor Sie einer Kollegin oder den KollegInnen hier bodenlose Frechheiten unterstellen, möchte

 

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