Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 101 von 108
schen in schwierigsten Situationen Hilfe suchen. Sie verdienen die beste Ausstattung, die modernste Technik, die optimalen Bedingungen. Und Wien, wie wir alle wissen, wie wir auch alle fühlen, ist eine großartige Stadt, und daher brauchen wir auch eine großartige Gesundheitsversorgung. Und dazu braucht es mehr als schöne Worte und vollmundige Ankündigungen. Es braucht solide Planung, realistische Kosteneinschätzungen und den Mut - ich verstehe es auch gar nicht, weil ich damit überhaupt kein Problem habe -, auch Fehler einzugestehen und zuzugeben und daraus zu lernen. Das wäre nämlich wichtig.
Und die Geschichte vom Krankenhaus Nord sollte uns wirklich eine Lehre sein. Ich hoffe, sie ist es auch. Die gescheiterten Spitalskonzepte müssen der Vergangenheit angehören, die aktuellen Verzögerungen müssen auch ein Alarmsignal sein. Wir können nicht zulassen, dass wir wieder Jahre warten müssen, dass Milliarden versenkt werden und am Ende die Patienten die Leidtragenden sind. Und daher sage ich noch einmal: Die Wienerinnen und Wiener haben ein Recht auf eine erstklassige Spitals- und Gesundheitsversorgung. Sie haben ein Recht darauf, zu erfahren, was mit ihren Steuergeldern passiert. Und sie haben ein Recht auf Transparenz und Ehrlichkeit. - Danke (Beifall bei der ÖVP.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich GR Ornig. - Sie sind am Wort.
GR Markus Ornig, MBA (NEOS): Vielen Dank, werte Frau Vorsitzende!
In zirka 45 Minuten wird im Ernst-Happel-Stadion ein Fußballspiel beginnen, das, glaube ich, einige von uns sehen möchten. (Amtsf. StRin Barbara Novak, MA winkt ab.) Trotz alledem werde ich das Wort jetzt hier ergreifen. Die Frau Stadträtin interessiert sich nicht für Fußball, ich werde aber trotzdem ganz kurz den Bogen anspannen und sagen, was die Diskussion bis jetzt ein bisschen auch mit Fußball zu tun hat.
Erstens: Ich habe mir jetzt kurz noch einmal den Dringlichen Antrag hergenommen und durchgelesen. Worum geht es eigentlich? - Bei den ersten fünf RednerInnen hat jeder quer durch die Bank in seine Rede ein bisschen etwas anderes hineininterpretiert. Ich bin aber von der Kollegin Sequenz direkt angesprochen worden, die gesagt hat, ich habe damals, 2015 - übrigens damals auch noch in Opposition - gesagt, dass eine Wien-Arena eine Cashcow wäre. - Ja, die Wien-Arena wäre definitiv eine Cashcow, wenn sie schon da wäre. Sie ist leider noch nicht da. Und die WH Arena haben wir, glaube ich, hier in diesem Haus in den letzten zehn Jahren 20-mal durchdiskutiert. Deswegen verstehe ich die Dringlichkeit nicht ganz, aber ich gehe natürlich sehr gerne noch einmal auf diese Sache ein, weil sie mir enorm wichtig ist.
Mittlerweile, zehn Jahre später, hätten wir natürlich alle alles ganz anders gemacht. Ich persönlich würde mittlerweile, wenn nicht schon Verträge unterschrieben wären, auf das Happel-Stadion ein Dach bauen. Es würde wahrscheinlich einen Bruchteil kosten, würden wir dieses altehrwürdige Stadion, von dem wir mittlerweile wissen, dass es noch 70 Jahre locker halten wird, dementsprechend sanieren. Es gibt ja auch einen Prozess dazu, das ohnedies zu tun. Und schon hätten wir auch eine große Eventarena - und die brauchen wir.
Und auch, Frau Sequenz, wenn Ihr Zugang ist, wir brauchen das als Stadt alles nicht, finde ich, wir brauchen es sehr wohl, weil wir in einem stetigen Wettbewerb mit anderen Städten um Entertainment sind. Man sieht auch, wenn jetzt gerade im Prater eine neue Musicalstätte gebaut wird, dass da ein Markt da ist. Und der Markt wird gesucht. Da sind wir weltweit, europaweit in einem Wettbewerb. Diesem Wettbewerb muss man sich stellen, aber das kann man nicht, wenn man immer noch quasi ...
Und jetzt muss die altehrwürdige Stadthalle wieder für den Songcontest herhalten, und sie wird auch ihres dazu beitragen. Ich durfte beim Erste Bank Open auch ein bisschen Tennis schauen. Das geht schon, aber wenn man sich eine O2 Arena in London ansieht oder eine neue Eventlocation oder Eventhalle in Turin oder in Berlin und in anderen Städten unterwegs ist, wenn man sieht, was sich da abspielt, muss man sagen: Da backen wir in Wien wirklich noch kleine Brötchen. Und deswegen würde ich jederzeit wieder hier stehen und sagen, wenn wir eine Eventarena hätten, dann wäre das eine Cashcow - und zwar nicht nur für den Betreiber dieser Eventarena, sondern für jeden Hotelier, für jeden Gastronomen. Glauben Sie wirklich, Frau Sequenz, dass 30 000 Besucher nur dort in der Kantine essen und nur für ein Konzert dorthin fahren? Das ist ja, bitte, ein völlig gestriges Denken. Es hat einen Impact auf die gesamte Stadt, wenn eine Arena mit 30 000 Sitzplätzen geführt wird. Also da zu sagen: Na ja, aber da verdient dann eh nur der Betreiber und sonst niemand!, hat - sorry to say - überhaupt nichts mit irgendeinem Zugang zu dem ganzen Thema zu tun.
So, aber das Thema ist ja, dass sie noch nicht da ist (Zwischenruf von GR Mag. Dietbert Kowarik.), und darauf muss man auch eingehen, so offen muss man sein. Wir haben, glaube ich, dreimal einstimmig beschlossen, dass sie gebaut ... Ich glaube, beim letzten Mal war es nicht mehr einstimmig, weil da die Summen schon so hoch waren und die Enttäuschung der Opposition, die ich durchaus nachvollziehen kann, auch schon da war, sodass man sagt: Na, was passiert da jetzt?
Diese ganze Ausschreibung ist nicht gut gelaufen. Beim ersten Mal, als man das geplant hat, waren die Zeiten noch völlig andere, und man ist mit einer Euphorie herangegangen. Damals wurde es übrigens sogar noch unter Rot-Grün geplant. Trotzdem habe ich es in Opposition abgefeiert, möchte ich dazusagen. Dann ist lange nichts passiert. Dann hat man gemerkt: Okay, die Ausschreibung beim ersten Bieter ist nicht so gelaufen, wie wir alle uns das vorgestellt haben. Dann habe ich zum Beispiel hier gesagt - wie viele andere auch -, wir müssen zurück an den Start. Und dann haben leider die Gerichte entschieden, und nichts war es mit Zurück-an-den-Start, sondern es wurde der Zweitbieter mit einer Summe genommen, die halt jetzt zu Buche steht.
Ich bin der Meinung - und ich glaube, viele mögen so denken -, dass wir im Moment mit diesem Vertrag durch
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