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Landtag, 37. Sitzung vom 21.11.2024, Wörtliches Protokoll  -  Seite 62 von 62

 

unsere Kinder hier gemeinsam unterstützen wollen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Ein weiterer Indikator: Wir brauchen mehr Fokus auf Kreativität und Lösungskompetenz. Unsere ganze Welt ist komplexer geworden. (Abg. Ing. Udo Guggenbichler, MSc: Sie können nicht einmal schreiben nach neun Jahren Schule!) Unserer Kinder müssen lernen, zusammenzuarbeiten und Lösungen zu schaffen. Wir brauchen sowohl im elementarpädagogischen Bereich als auch bei Pädagoginnen und Pädagogen eine bessere praxisorientierte Ausbildung. Wir brauchen fächerübergreifendes Lernen, mehr Medienkompetenz, Wertschätzung und Anerkennung unseres Lehrpersonals, administratives Unterstützungspersonal, und, und, und. Das sind die Indikatoren.

 

Ein letzter Satz noch: Ein Bildungssystem, das von den Kleinsten bis zum Alter von 15, 16 Jahren alle Möglichkeiten zulässt. Ich weiß, das ist ein heißes Eisen, über das wir in dem Land noch viel diskutieren werden, aber jeder Staat in Europa, der das umgesetzt hat, ist bei den Bildungsweltmeistern dabei, unabhängig von der Migrationsfrage, unabhängig von der Digitalisierungsfrage und unabhängig von sozioökonomischen Unterschieden - arm, reich -, ganz einfach. Das ist der Punkt, für den wir uns einsetzen wollen. Ich hoffe wirklich, dass wir hier gemeinsam noch vieles auf Schiene bringen können.

 

Ich möchte es ganz zum Schluss jetzt noch zu dem Punkt bringen: Wie viele hier in diesem Raum habe auch ich mir den Film „Favoriten“ angesehen. Warum? Weil wir uns seit Jahren anschauen, wo die Probleme liegen, und seit Jahren hier an Lösungen arbeiten. Die Eingangsszene … (Zwischenruf von Abg. Mag. Dietbert Kowarik.) Werfen Sie mir vor, dass ich hier einen Schmäh sage? Ich habe vorhin Schmähs gemacht. Das war diesmal keiner. Der springende Punkt ist die Klassenlehrerin Ilkay Idiskut. Ganz am Anfang gibt es eine Szene, da kommt der Direktor heraus und sagt: Sprachförderung findet heuer leider keine statt. Wer gibt die finanziellen Mittel für die Sprachförderung im Grunde frei? 2019, also vor 5 Jahren, gestrichen. Im Integrationstopf 3 haben Schwarz-Blau 90 Millionen EUR auf null heruntergestrichen. Wir haben jetzt in der gemeinsamen Koalition mit unserem Bildungsstadtrat die Sprachförderkräfte von 300 auf 500 fast verdoppelt. Das können wir in unserem Rahmen machen. Alles darüber hinaus sind die großen Verhältnisse, die wir auf bundespolitischer Ebene gern gemeinsam angehen.

 

Zweiter Punkt: SchulsozialarbeiterInnen verloren. Wir haben in Wien Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter verstärkt eingesetzt. Wir schauen darauf. - Wir hätten gern auch im Kontext Ihres Antrages, Herr Zierfuß, dass wir da vom Bund weitere Unterstützung bekommen und zusammenarbeiten können. Ich weiß, dass Sie sich dafür einsetzen. Bitte lassen Sie diesen Worten auch Taten folgen!

 

Dritter Punkt: Eine Schulpsychologin konnte auch nicht nachbesetzt werden, weil einfach der Personalstand zu niedrig ist. Sehr geehrte Damen und Herren, wir kommen wieder zum Personalmangel, wieder zum Problem des Personalstandes und wieder zur Frage, wie wir hier gemeinsam finanziell lösen. (Abg. Anton Mahdalik: Letzter Satz!)

 

Im Überblick: Sprachberatung in den Kindergärten, Sprachförderkräfte verdoppelt, Sprachspiele für Pädagogen, und, und, und. Wir haben so viele Maßnahmen gemeinsam gesetzt, alles, was in der Wiener Landeskompetenz liegt, alles, was hier möglich ist. Wir brauchen gemeinsam einen Schulterschluss und gemeinsam den nächsten Schritt auf Bundesebene, um hier wirklich Taten für unsere Kinder und Jugendlichen zu setzen, unsere Lehrerinnen und Lehrer wirklich zu entlasten und alle Möglichkeiten an Sprachförderung, an Medienkompetenz und Sonstiges in unsere Schulen hineinzubringen.

 

Ich sage es noch einmal: Wir haben hier keine Goldreserven. Wir haben in diesem Land keine Erdölreserven oder sonst etwas. Wir haben die Kinder und Jugendlichen, auf denen die Zukunft unserer Stadt und die Zukunft unseres Landes aufbaut. Dementsprechend müssen wir jetzt gemeinsam ganz, ganz viel investieren und möglich machen, statt irgendwie zu segregieren und gegeneinander … Das bringt uns nichts. Das hat uns in den letzten Jahren nichts gebracht. Wir brauchen den nächsten Schritt, und der ist gemeinsam. - Danke sehr. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte über die Besprechung des Dringlichen Antrages ist somit beendet. Diesen Antrag weise ich zur weiteren Behandlung dem Herrn Amtsführenden Stadtrat der Geschäftsgruppe für Bildung, Jugend, Integration und Transparenz zu.

 

15.41.32Wir haben noch zwei Anträge, über die wir abzustimmen haben.

 

Erster Antrag, eingebracht von der FPÖ, mit dem Titel Wiener Sprach-Screening: Die sofortige Abstimmung wird verlangt. Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Das sind die Stimmen der FPÖ und des Abg. Kieslich. Damit hat dieser Antrag nicht die Mehrheit und ist abgelehnt.

 

Ein zweiter Antrag liegt vor, eingebracht von der Wiener Volkspartei, mit dem Titel Kindergartenpflicht für alle dreijährigen Kinder mit Deutschförderbedarf. Auch da wird die sofortige Abstimmung verlangt. Wer für diesen Antrag ist, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Das ist die Zustimmung von ÖVP, FPÖ und des Abg. Kieslich und damit nicht die Mehrheit. Auch dieser Antrag ist damit abgelehnt.

 

Damit ist die Tagesordnung der heutigen Sitzung erledigt. Tag, Stunde und Tagesordnung der nächsten Sitzung werden auf schriftlichem Wege bekannt gegeben.

 

Die Sitzung ist geschlossen.

 

(Schluss um 15.42 Uhr.)


 

 

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