Landtag, 5. Sitzung vom 19.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 22 von 43
Sondern: Wie können wir dieses Konzept realisieren? Darauf warten wir. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Anton Mahdalik: Als nächste Rednerin ist Frau Abg. Hu gemeldet. - Bitte.
Abg. Jing Hu, BA, MPharm (NEOS): Sehr geehrter Herr Landtagspräsident, lieber Herr Landesrat, liebe KollegInnen und ZuschauerInnen hier im Saal und via Livestream!
Wenn man den Vorrednern der FPÖ und der ÖVP zuhört, dann glaubt man, es gibt in Wien nur Probleme. Sie schüren Angst und Verunsicherung in der Bevölkerung.
Die Stadt Wien übernimmt Verantwortung. Wir gehen Strukturreformen an. Auch die FPÖ liefert nur Alarmismus und keine wirklichen Lösungen. (Beifall bei den NEOS. - Zwischenruf von Abg. Michael Stumpf, BA. - Abg. Stefan Berger: Habt ihr zugehört, eigentlich?)
Die FPÖ verweist auf Art. 15a B-VG. Dieser sagt, dass wir eine qualitätsvolle, effiziente und patientenorientierte Versorgung sicherstellen müssen. Genau das machen wir in Wien. Genau das macht der Regionale Strukturplan Gesundheit Wien 2030 (ein Schriftstück in die Höhe haltend) Damit ihr das alle noch einmal seht.
Gestern habe ich schon darüber geredet. Das ist ein Plan, der gemeinsam mit Bund, Sozialversicherungen und Partnerinstitutionen entwickelt wurde. Er baut auf dem Österreichischen Strukturplan Gesundheit auf. (Beifall bei den NEOS.)
Diese Planung basiert auf Demografie, Versorgungsbedarf und Gesundheitsdaten und ist ein wissenschaftlicher Beleg dafür, dass wir das auch strukturell und wissenschaftlich planen. Was steht in diesem Papier noch einmal? - Es wurde heute und gestern schon mehrmals gesagt. Vielleicht geht es aber dann in die Köpfe hinein.
Wir planen in diesem Plan 169 Gesundheitszentren. Das ist ein massiver Ausbau in der Primärversorgung. Da gibt es spezielle Angebote für Frauen, Kinder und Jugend. Wir haben zusätzliche Betten in der Akutgeriatrie und in der Remobilisation. Das ist dort, wo wir es auch wirklich brauchen. Das haben wir durch die Daten ermittelt, die wir bekommen haben. Das sind tausend ambulante tagesklinische Plätze, liebe Damen und Herren. Das ist ein Ausbau.
Was wir hier noch forcieren - eines unserer Herzensthemen -, sind die Digitalisierung und eine Ausbildungsoffensive. Ja, es stimmt, dass es im stationären Bereich ein paar Betten weniger sind. Die Medizin hat sich verändert. Mit der Technik und dem Wissen, das wir heute haben, sind viele Eingriffe ambulant möglich. Das ist sicherer und patientenfreundlicher.
Ich möchte gern ein Beispiel nennen. Ich war unlängst in einem Krankenhaus und habe mir vor Ort angeschaut, wie es derzeit bei der Chemotherapie läuft. Früher mussten die Patienten schon Tage vorher im Krankenhaus eintreffen. Dann haben sie die Chemotherapie bekommen und mussten im Nachgang noch mehrere Tage bleiben. Was ist heutzutage möglich? - Die Patienten kommen in der Früh, bekommen ihre Chemotherapie, und nach ein paar Stunden können sie nach Beobachtung wieder nach Hause geschickt werden. Das ist Lebensqualität für den Patienten. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Die FPÖ klammert sich an die alte Bettenlogik. Ich habe es gestern schon erklärt: Die Qualität bemisst sich nicht mehr an der Anzahl der Betten. Es zählt die Leistung. Das muss in Betracht gezogen werden. Wir bauen die Versorgung deswegen nach dem heutigen Bedarf und nach den Realitäten, die wir heute haben, aus. Wir schließen jahrelange Versorgungslücken.
Was machen wir für Frauen? - Es werden neun neue gynäkologische Zentren errichtet. Auch die Anzahl der Kinder- und Jugendgesundheitszentren wird von elf auf 14 vergrößert. Diese Jugendgesundheitszentren haben Wochenenddienste und verlängerte Abenddienste. Das ist also genau das Richtige, was Eltern und Kinder brauchen. Auch bei den chronischen Erkrankungen, von denen wir in Zukunft immer mehr haben werden, setzen wir die richtigen Akzente, zum Beispiel bei Diabetes oder der Schmerzversorgung.
Nun zu unseren Herzensthemen Digitalisierung und Ausbildung: Bei der Digitalisierung sehen wir, dass die Terminbuchung durch 1450 für die Ambulanzen und für bestehende PVS bereits möglich ist. Es gibt auch bereits Videoberatung. Ich habe das schon einmal bei meiner Tochter ausprobiert. Das funktioniert hervorragend. Worauf ich als Apothekerin besonders stolz bin, ist, dass dort auch die Notrufe gebündelt werden.
Bei der Ausbildung möchte ich als Stichwort noch die Pflegeoffensive nennen, die wir starten. Die Anzahl der Plätze für Pflege- und Gesundheitsberufe wird bis 2030 auf 16 000 vergrößert. Wir modernisieren, wir investieren, wir bauen aus.
Wir machen keine Schreckensbilder wie die FPÖ, sondern wir liefern Lösungen für eine gute Gesundheitsversorgung. Die entsteht nicht durch Alarmrhetorik, die Sie (in Richtung FPÖ) betreiben, sondern durch Mut, Planung und Verantwortung. Genau das machen wir. (Beifall bei NEOS und SPÖ. - Abg. Mag. Josef Taucher: Bravo! Das muss einmal gesagt werden!)
Präsident Anton Mahdalik: Als nächste Rednerin ist Frau Abg. Huemer gemeldet. - Bitte sehr.
Abg. Mag. Barbara Huemer (GRÜNE): Herr Präsident, sehr geehrter Herr Landesrat, geschätzte KollegInnen, werte Zusehende!
In unserem Gesundheitssystem gibt es viele Baustellen. Wer etwas anderes behauptet, hat sich damit noch nicht wirklich auseinandergesetzt. Ich kann meiner Vorrednerin Ingrid Korosec in vielen Punkten recht geben - sowohl in ihrer Skepsis, in ihrer Kritik, als auch in ihren lobenden Worten.
Lassen Sie mich einmal auf einer hohen Ebene beginnen, nämlich beim österreichischen Gesundheitssystem, das historisch gewachsen ist. Ich glaube, wir sollten uns darüber einig sein: Es ist nicht im 21. Jahrhundert angekommen - weder in der Struktur noch in dem, wie es ausgerichtet ist. Es beschäftigt sich ganz oft mit sich selbst. Das erleben wir jeder für sich und alle gegen alle. Selten geht es dabei wirklich um die Bedürfnisse der PatientInnen.
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular