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Landtag, 6. Sitzung vom 12.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 15 von 39

 

halten. Erfolg bedeutet nicht, unsere Stadt zu verkaufen, zu werden wie Barcelona oder Venedig, wo die Menschen ihre eigene Stadt nicht mehr erkennen. Wir haben eine kluge Strategie, die heißt nicht Massentourismus, die heißt Optimum Tourism. Ich würde gerne darüber sprechen, was das bedeutet.

 

Das bedeutet neun von zehn WienerInnen stehen dem Tourismus in unserer Stadt positiv gegenüber und neun von zehn Gästen in unserer Stadt empfehlen unsere Stadt auch weiter. Das ist genau dieser Sweet Spot, das ist die Balance, wo wir hinwollen. Wir wollen nicht Touristen um jeden Preis, wir wollen die richtigen Touristen, die richtigen Gäste, die Wien verstehen wollen, die respektvoll sind, die vom internationalen Austausch profitieren. Das sind eben genau diese KongressbesucherInnen, aber auch unsere zahlreichen KulturtouristInnen. Das sind Menschen, die nach Wien kommen, weil sie hier arbeiten, lernen, forschen. Menschen, die überdurchschnittlich viel ausgeben, die mehrere Tage bleiben, die unsere Kultur erleben, in unseren Restaurants essen gehen und unsere Theater besuchen. Genau deshalb setzen wir auf die Meeting-Industrie und auf unseren hervorragenden Stadtstand als Kulturhauptstadt. Nicht nur weil die Gäste, die wir damit anziehen, wirtschaftlich wertvoll sind, sondern weil sie unsere Stadt bereichern, sie Wien internationaler machen, weltoffener und innovativer.

 

Vielleicht noch ein paar Zahlen zu den Kongressen, die 2025 stattfanden: 16 000 RadiologInnen waren bei uns, 18 000 MikrobiologInnen, 16 500 Geowissenschafter, die über den Klimawandel gearbeitet haben, 15 000 DiabetesexpertInnen. Das ist nicht irgendein Tourismus, das ist Wissenschaft, Innovation, Zukunft - und sie findet in Wien statt. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Wir gehen in unserem Legacy-Programm sogar noch einen Schritt weiter, um diesen Tourismus auch für die WienerInnen spürbar zu machen, wie zum Beispiel beim Lungenfachärztekongress, wo es kostenlose Lungenscreenings gegeben hat, oder beim Leberfachärztekongress kostenlose Leberscreenings. Das ist ein Mehrwert für die Wiener Bevölkerung.

 

Aber lassen Sie mich noch ein paar Worte über die Menschen sprechen, die diesen Erfolg möglich machen. 114 800 Vollzeitäquivalente - das ist jeder neunte Job in Wien, der an Tourismus und Freizeitwirtschaft hängt. Diese Menschen arbeiten hart, sehr hart. 72 Prozent der Beschäftigten im Wiener Tourismus haben Migrationshintergrund. Sie erbringen mehr als zwei Drittel der Wertschöpfung im Tourismus. Das sind Menschen, die unsere Gäste willkommen heißen, die dafür sorgen, dass sich die Menschen aus der ganzen Welt in Wien zu Hause fühlen.

 

Natürlich haben wir auch Instrumente geschaffen, um diesen Erfolg abzusichern. Der Vienna Meeting Fund - 8,7 Millionen EUR, 1 300 Anträge, 880 zugesagte Förderungen bis 2028. Wir fördern Kongresse in aufkommensschwachen Monaten, Green Meetings und natürlich auch die Nachhaltigkeit. Oder das Sustainable Tourism Observatory, ein neues Tool, ein Kompass nach UN-Richtlinien, wir messen damit nicht nur die Nächtigungszahlen, wir messen Lebensqualität, Akzeptanz und Nachhaltigkeit und das in elf verschiedenen Kategorien, vom Energieverbrauch bis zum Arbeitsmarkt. Das ist verantwortungsvolle Politik, das ist die Zukunft.

 

Ja, wir schauen eben nach vorne. Nächstes Jahr der Eurovision Song Contest: 170 Millionen ZuschauerInnen weltweit, zwei Milliarden Social Media-Interaktionen, ein maximaler Rahmen von 22,6 Millionen EUR, deutlich weniger als andere Städte dafür ausgegeben haben. Natürlich fragen sich einige: Brauchen wir das? - Ich sage ganz klar: Ja, weil es nicht nur um ein Musikevent geht, sondern um die Strahlkraft unserer Stadt, um das Image. Es geht darum, Wien als weltoffene, moderne, kreative Stadt zu zeigen. Wir machen es auch da richtig mit kostenfreien Angeboten im öffentlichen Raum und Barrierefreiheit, Nachhaltigkeit, einem eigenen Beirat und natürlich auch einer Wertschöpfungsstudie.

 

Meine Damen und Herren, was wir da sehen, ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis kluger Strategie, harter Arbeit und das ist das Ergebnis von Menschen, die an diese Stadt glauben und diese Stadt lieben, von den MitarbeiterInnen im WienTourismus, bei denen ich mich an dieser Stelle auch ganz, ganz herzlich bedanken möchte, die weltweit 700 Medien und 600 Reisebranchen-VertreterInnen betreuen, von den KollegInnen im Vienna Convention Bureau, die 290 Bewerbungen bis ins Jahr 2038 bearbeiten - ja, schon für 2038 ist ein Kongress in unserer Stadt angefragt -, von allen Menschen, die jeden Tag dafür sorgen, dass Wien Wien bleibt.

 

Platz 1 im weltweiten Kongress-Ranking, 5,3 Milliarden EUR Wertschöpfung für ganz Österreich - die höchste Tourismusakzeptanz aller österreichischen Bundesländer. Das ist nicht nur Tourismus, das ist Wiener Lebensqualität, das ist Wiener Selbstbewusstsein. Das ist die Bestätigung, dass unser Weg richtig ist, und dieser Weg heißt Qualität vor Quantität, Menschen vor Profite, Nachhaltigkeit vor Schnelllebigkeit, Optimum Tourism statt Overtourism. Wien ist und bleibt die lebenswerteste Stadt der Welt für alle, die hier leben, und für alle, die auf Besuch kommen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Für weitere Wortmeldungen bringe ich in Erinnerung, dass sich die Damen und Herren Abgeordneten nur einmal zu Wort melden dürfen und ihre Redezeit mit fünf Minuten begrenzt ist. - Als nächste Rednerin hat sich die Frau StRin Greco gemeldet, und ich erteile Ihr das Wort. - Bitte.

 

12.18.43

StRin Dr. Katarzyna Greco, MIEM|: Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Herr Landeshauptmann, sehr geehrte Frau Landesrätin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

 

Wir reden heute über Tourismus, wir sprechen über Kongresse, über den Standort Wien. Ohne Zweifel ist Wien eine topinternationale Destination. Wir sind stark im Städtetourismus, wir sind stark im Kongresswesen, und wir sind stark in der Hotellerie. Aber auch ein starker Standort kann geschwächt werden durch falsche Ent

 

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