«  1  »

 

Landtag, 6. Sitzung vom 12.12.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 18 von 39

 

nomy Strategie? - Da ist natürlich viel von Wunschgästen die Rede mit Blick auf die, die eine hohe Kaufkraft haben, ein Luxussegment abdecken. Natürlich ist diese Wertschöpfung wichtig, natürlich ist es gut, wenn Gäste viel Geld in Wien ausgeben, weil das eben ein Mehr an Arbeitsplätzen bringt, das wissen wir eh alles. Aber Wien darf nicht nur ein Ort von Luxusgästen werden. Wien soll auch für Menschen mit kleinem Budget offenbleiben, keine Gated Community für Gutverdiener mit Trolleys werden, sondern eben offen sein für Studierende, für Kulturreisende und natürlich auch für Familien mit kleinen Budgets. (StR Dominik Nepp, MA: Für den Schwarzen Block.) Die sollen sich ebenso willkommen fühlen wie Businessclass-TouristInnen.

 

Wir müssen auch aufpassen, dass einzelne Grätzel nicht unleistbar werden, weil zu viel touristischer Druck entsteht oder Plattformvermieter wie Airbnb den Wohnraum verknappen. Eine zukunftstaugliche Tourismusstrategie und -politik schaut neben Umsätzen und Auslastung immer auch auf Mieten, Lärm und den Nutzungsdruck in den Bezirken. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Wichtig in dem Zusammenhang ist auch, dass man Bezirksinitiativen und die Zivilgesellschaft stärker einbindet, denn wenn die Zufriedenheit der Bevölkerung unser wichtigster Kompass ist, dann braucht es eben diese Beteiligung. Dann braucht es auch Transparenz bei Daten und da muss man auch nachsteuern, wenn Klimaziele oder Lebensqualität ins Wanken geraten.

 

Wie gesagt - 30 Sekunden noch -, Wien hat mit der Visitor Economy Strategie und dem 1. Platz vieles richtiggemacht. Aber wer an der Spitze steht, hat auch eine besondere Verantwortung, nicht nur erfolgreich zu sein, sondern eben auch Vorbild zu sein. Die Aufgabe in den nächsten Jahren ist daher, diesen Erfolg klar mit Klimazielen und mit sozialer Gerechtigkeit zu verbinden. Unser Ziel ist es eben nicht nur, die Nummer 1 bei Kongressen zu sein, sondern auch Vorreiter für eine Tourismuspolitik, die das Klima schützt, die Stadt lebenswert hält und allen zugutekommt - denen, die uns besuchen, und denen, die hier leben. - Danke. (Beifall bei den GRÜNEN)

 

Präsident Anton Mahdalik: Bevor ich dem nächsten Redner das Wort erteile, gebe ich bekannt, dass sich der Abg. Kowarik ab jetzt für den Rest der Sitzung entschuldigt hat.

 

Als Nächster zu Wort gemeldet hat sich der Herr Abg. Maximilian Krauss, und ich erteile es ihm. - Bitte.

 

12.35.27

Abg. Maximilian Krauss, MA (FPÖ)|: Sehr geehrter Herr Präsident, meine sehr geehrten Damen und Herren!

 

Es hätte viele brisantere und wahrscheinlich auch aktuellere und notwendigere Themen für die heutige Aktuelle Stunde gegeben, trotzdem hat die SPÖ sich für eine Wohlfühlstunde entschieden, weil ja tatsächlich im Tourismusbereich in Wien noch viele positive Zahlen zu verzeichnen sind. Da muss man allerdings auch vorweg festmachen: Das ist, weil unsere Stadt eine historisch gewachsene Identität hat, weil Touristen kommen, um großartige Konzerte zu besuchen, sich die Infrastruktur anzusehen, die über viele Jahrhunderte entstanden ist, und nur zu einem ganz geringen bis verschwindenden Teil Ihr politischer Erfolg. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Besonders bemerkenswert war der Zugang zu dieser unfassbaren Gebührenerhöhung von Herrn Ornig. Er hat gesagt, naja, Gebührenerhöhungen sind nie schön, vor allem für die, die sie zahlen müssen, sind sie halt schlecht, aber in diesem Fall sind wir mit Augenmaß und Vernunft und Verstand vorgegangen. Wenn wir dann wissen, dass Sie Schockwellen quer durch die gesamte Tourismusbranche geschickt haben und nur auf Grund eines unfassbaren Aufstandes, der quer durch alle Hotelbranchen gegangen ist, Ihre riesige Gebührenerhöhung ein wenig nach hinten verschoben wurde, aber in Wahrheit trotzdem mit voller Härte zuschlägt, Sie auf diesem vielleicht letzten funktionierenden Sektor in Wien - die Tourismusbranche - wieder einen riesigen Anschlag durchgeführt haben und sich dann hier hinstellen und von Vernunft und Augenmaß sprechen, das ist wirklich eine besondere Chuzpe. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Denn wenn wir uns da ein wenig die Zahlen ansehen, dann werden Sie ja in wenigen Monaten 8 Prozent Tourismusabgabe von den Touristinnen und Touristen in Wien abkassieren: 8 Prozent, das heißt bei einem Hotelpreis pro Übernachtung von 100 EUR 8 EUR. Wenn man weiß, dass in Wien die meisten Hotels bei 200 bis 300 EUR und im 4- und 5-Stern-Segment, wo die Wachstümer ja auch zu verzeichnen sind, bei 500 EUR liegen, dann werden Sie die Touristen mit 30, 40, 50 EUR pro Nacht abzocken. Das sind Gelder, die in der Zukunft dann vielleicht Menschen dazu bewegen werden, nicht mehr nach Wien zu kommen, sondern lieber in eine andere Stadt zu fahren, und diese Gelder werden bei unseren Hotels fehlen, werden in unseren Restaurants fehlen und werden weiter dazu beitragen, dass diese Stadt von Ihnen wirtschaftlich an die Wand gefahren wird. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wenn wir uns konkrete Vergleichswerte ansehen in Österreich: Salzburg, bei Gott eine der, glaube ich, größten Touristenstädte, wenn man es auf die pro Kopf Anzahl der Einwohner rechnet, kommt mit 3,55 EUR pro Nacht aus. Sie wollen ein Vielfaches davon abkassieren. In Linz sind es sogar nur 2 EUR, in Innsbruck 3 bis 4 EUR. Alle anderen Städte - und Salzburg ist bei Gott auch von der touristischen Größe mit Wien vergleichbar auf die Pro-Kopf-Zahl gerechnet - verwenden Werte, die viel niedriger sind, haben Gebühren und Abgaben, die viel niedriger sind. Sie wollen die Touristen wieder einmal als Melkkuh verwenden, um die Gelder dann in Wien in Ihr Zentralbudget umverteilen zu können. Das lehnen wir politisch massiv ab. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wenn wir uns dann auch noch andere internationale Städte ansehen, dann gibt es kaum vergleichbare Wert, wie die von Ihnen anvisierten 8 Prozent Abgabe pro Nacht. In Paris sind es zwischen 60 Cent und 15 EUR pro Nacht, in Italien, beispielsweise in Rom, sind es 3 bis 7 EUR pro Nacht, in Lissabon nur 4 EUR, in Riga 1 EUR, in Prag - auch mit Wien historisch vergleichbar - umgerechnet ungefähr 2 EUR pro Stadt. Das heißt, wir sehen, viele andere Städte sowohl lokal in Österreich als auch im internationalen Vergleich schaffen es, die Touristen und dann in der Folge natürlich auch die Betriebe in Wien mit viel weniger Gebühren zu belasten. Sie ma

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular