Landtag, 6. Sitzung vom 12.12.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 19 von 39
chen das einzig alleine, um wieder einmal Geld nehmen, abkassieren zu können und dann im Zentralbudget umzuverteilen. (Beifall bei der FPÖ.)
Und wenn wir schon bei Zahlen sind, dann sollten wir uns auch noch die Nächtigungszahlen ansehen aus dem Jahr 2019 - vor Corona -, wo wir im gesamten Jahr in Wien 17 Millionen Nächtigungen hatten - 17,6 Millionen Nächtigungen.
Jetzt, zum aktuellen Stand am 24. November hatten wir 16,1 Millionen Nächtigungen, und mit dem tourismusstarken Dezember werden wir auch da auf ein etwas höheren Wert kommen als 2019. Wenn wir uns jetzt allerdings bewusstmachen, dass es in sechs Jahren nur eine kleine Steigerung der Nächtigungen in Wien gab, dann sehen wir auch in dieser Branche, wie verheerend Ihre entsetzlichen Corona-Maßnahmen waren, wo Sie Wien über Monate und Jahre zugesperrt haben und das viel länger getan haben als andere Bundesländer und auch viele vergleichbare andere internationale Städte. (Beifall bei der FPÖ.)
Präsident Anton Mahdalik: Als nächste Rednerin hat sich die Frau Abg. Edelmann gemeldet, und ich erteile ihr das Wort. - Bitte.
Abg. Ing. Judith Edelmann (ÖVP): Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Kolleginnen und Kollegen!
Ich freue mich sehr, heute das erste Mal in diesem wunderschönen Raum zu Ihnen sprechen zu dürfen. (Allgemeiner Beifall.)
Da kommen wir gleich zu meinem Lieblingsthema - Kultur, natürlich. Tourismus und Kultur sind in dieser Stadt untrennbar miteinander verbunden, das wissen wir alle. Wien lebt von seinem Kulturangebot und seiner Geschichte. Ich wage sogar zu behaupten, dass jeder Tourist, jede Touristin, die diese Stadt besucht, auch Kultur konsumiert.
Ich möchte da aber ganz speziell auf ein besonderes Kulturangebot eingehen, nämlich das Sommernachtskonzert der Wiener Philharmoniker in Schönbrunn. Dieses bringt Wien nicht nur eine immense Umwegrentabilität, weltweite Markenbildung, Tourismusförderung, Millionen von Zusehern, zigtausend Livezuseher, sondern Wiens Image als Kulturhauptstadt wird durch dieses Konzert auch gestärkt. Es bedeutet eine Wertschöpfung ungeahnten Ausmaßes, direkte Einnahmen durch Touristen sowie mediale Präsenz, die über Jahre wirkt.
Die Stadt hat die Förderung für 2026 zur Gänze - ich wiederhole - zur Gänze gestrichen. Nun müssen die Philharmoniker diese wichtige Kulturveranstaltung völlig neu denken. Zehntausende Besucher strömen hin - unentgeltlich. Dieses Konzert ist auch für die kleinen Taschen, für die Touristen, die sich nicht viel leisten können, absolut erstrebenswert, 100 000 war der Rekord an Besuchern. Das Konzert generiert intensive Berichterstattung in nationalen und internationalen Medien, was die Sichtbarkeit der Stadt erhöht. Bis zu hundert Fernsehanstalten übertragen dieses Konzert teilweise live. Es bietet ein hochwertiges, kostenfreies Klassikerlebnis für Einheimische und Touristen. Mir als sehr hartgesottener Kulturkonsumentin geht bei diesem Konzert, das ich oft live besucht, aber auch im Fernsehen verfolgt habe, immer das Herz auf, was das für eine tolle Veranstaltung ist, wenn man diese wundervolle Kulisse bis hin zur Gloriette sieht und den Rahmen von Schönbrunn.
Die Wiener Philharmoniker sind von dieser Entscheidung des Landes Wien, die Förderung mit sofortiger Wirkung zur Gänze zu streichen, sehr erstaunt und sehen die Zukunft der Veranstaltung gefährdet. Die Kulturlandesrätin begründet die gänzliche Streichung mit 8 Prozent Kürzung des gesamten Kulturetats. Wir reden da aber von einer hundertprozentigen Kürzung für die Wiener Philharmoniker und das Sommernachtskonzert. Nicht nur den Vorstand, Professor Froschauer, erstaunt besonders, sondern auch mich, dass die Landesrätin für Kultur nicht einmal das persönliche Gespräch gesucht hat und auch nicht mit Rat und Tat zur Seite steht, um Alternativen der Finanzierung zu finden. (Beifall bei der ÖVP.)
Professor Froschauer hat mir in einem Gespräch mitgeteilt, dass das Konzert so nicht mehr stattfinden wird können. Es wird im Hof in Schönbrunn sein, mit Eintrittspreis. Ich appelliere an die Landesrätin für Kultur und an die Landesregierung, das noch einmal zu überdenken, die Finanzierung aufzustellen und das Gespräch mit den Betroffenen zu suchen. - Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Anton Mahdalik: Als nächste Rednerin hat sich Frau Abg. In der Maur-Koenne gemeldet, und ich erteile ihr das Wort. - Bitte.
Abg. Dr. Maria In der Maur-Koenne (NEOS): Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe ZuschauerInnen im Livestream!
Wenn wir heute über eine erfolgreiche Umsetzung der Wiener Tourismusstrategie sprechen, dann sprechen wir über eine Stadt, die gezielt in Wertschöpfung, in nachhaltigen Tourismus und in internationales Renommee investiert und nicht schlicht und ergreifend nur in eine Maximalsteigerung von Nächtigungszahlen. (Beifall bei den NEOS.)
Wir reden über eine Stadt, die weltweit ganz vorne mitspielt, wir haben das heute schon mehrfach gehört. Wir reden über eine Stadt, in der 154 internationale Kongresse stattgefunden haben, womit wir vor Lissabon und Singapur liegen. Kongresse und Firmentagungen sorgen in Wien mittlerweile für rund 1,3 Milliarden EUR an Wertschöpfung und 23 500 Ganzjahresarbeitsplätze.
Wenn wir über Tourismus sprechen, dürfen wir aber natürlich nicht die vielen großartigen Veranstaltungen vergessen, die in Wien jedes Jahr so viele Touristinnen und Touristen anlocken. Nächstes Jahr wird das ganz besonders der Eurovision Song Contest machen, der im Mai in Wien stattfinden wird. Er ist nicht nur ein TV-Spektakel, sondern auch ein Tourismusmotor und ein Ereignis, das weltweit Millionen Menschen auf unsere Stadt schauen lassen wird. Er löst nicht nur wirtschaftliche Effekte aus, sondern rückt Wien ins internationale Rampenlicht.
Wien hat schon 2015 gezeigt, dass die wirtschaftliche Schlagkraft des Eurovision Song Contests sehr, sehr groß ist. Laut einer Studie des IHS hat der ESC 2015
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