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Gemeinderat, 3. Sitzung vom 13.12.2005, Wörtliches Protokoll  -  Seite 55 von 80

 

Lösungen für Verkehrsfragen zu finden. Das Entwicklungskonzept Umland-Nordost wird die Steuerung einer geordneten Entwicklung im Nordosten von Wien, Stichwort Speckgürtelproblematik, ebenso zum Thema haben wie die Betreuung von grenzüberschreitenden Kleinregionen sowie die Verbesserung und Optimierung des angebotenen öffentlichen Verkehrs.

 

Weil Kollege Gerstl gemeint hat, wir sollen Gas geben bei der Nordostumfahrung, möchte ich ihn erinnern, dass die Planung und Ausführung der Nordostumfahrung der ASFiNAG obliegt. Die jetzige Außenvariante ist ein Kompromiss, der im Sinn der Bevölkerung geschlossen wurde. Was die Umweltverträglichkeit und die Abschirmung von Lärm und Schadstoffen betrifft, werden wir in Wien der ASFiNAG sehr genau auf die Finger schauen. (GR Christian Oxonitsch: Genau!)

 

Gestatten Sie mir, als Donaustädter Mandatarin doch ein bisschen in meinem Bezirk zu verweilen. Parallel zu den Planungen für eine künftige Bebauung auf dem Flugfeld Aspern wird auch die Erschließung mit öffentlichem Verkehr vorangetrieben. Bei einem Variantenvergleich wurde ermittelt, dass eine Verlängerung der U2 über die derzeit vorgesehene Endstelle Aspernstraße hinaus erfolgen sollte. Die vorgesehene Trasse berührt die S80 bei der Station Hausfeldstraße, um somit auch eine Verbesserung der Anbindung des Umlandes an die öffentlichen Verkehrsmittel zu erzielen.

 

Die Finanzierung des Baues in diesem Abschnitt ist jedoch noch abhängig vom Abschluss des vierten U-Bahn-Ausbaupaketes mit dem Bund. Ich hoffe sehr, dass der Infrastrukturminister zur Kenntnis nimmt, dass wir in der Donaustadt lieber die U-Bahn weiter ausbauen als auf der Donauuferautobahn 160 fahren.

 

Sehr wichtig für eine umweltbewusste Weltstadt ist auch die Förderung des Radverkehrs. Auch dem trägt dieses Budget Rechnung. So wird im Jahr 2006 weiter am Hauptradwegenetz gebaut. Im 1., 4., 12., 14. und 21. Bezirk werden neue radspezifische Infrastrukturen geschaffen.

 

Die Erschließung der Bezirke mit Radfahrmöglichkeiten ist ein weiteres Ziel. Entsprechende Detailbesprechungen mit den Bezirken Margareten, Meidling und Donaustadt konnten bereits abgeschlossen werden und gehen nun in die Umsetzungsphase. Auch mit dem Bau der Zufahrtsstraße zum Lainzer Tunnel ist eine begleitende Radfahrverkehrsanlage vorgesehen. Ein wichtiger Bestandteil dieser Radroute ist eine niveaufreie Querung der Mauerbachstraße. Mit dem Ausbau der U1 werden entlang der neuen Strecke auch neue Radverkehrsanlagen errichtet, die ein Umsteigen vom Rad zur U-Bahn leichter machen sollen.

 

Bevor ich zum Schluss komme, möchte ich noch auf einen Punkt eingehen, den wir für selbstverständlich halten, obwohl wir im Zeitalter der Medien doch eigentlich täglich feststellen können, dass er das nicht ist: Die Arbeit der MA 33, Öffentliche Beleuchtung. Unbemerkt und leider oft auch unbedankt wird hier mit sorgfältigstem Einsatz aller Mittel dafür gesorgt, dass wir in Wien, und das ist besonders für uns Frauen wichtig, überall den Schein von funktionierenden Straßenbeleuchtungen haben. Das ist ein wichtiger Beitrag für die Sicherheit in dieser Stadt und erhöht die Lebensqualität enorm. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Stadtentwicklungs- und Verkehrsorganisation unterliegt ständigen Änderungen der Anforderungen. Sie werden durch die Globalisierung in einem ständig zusammenwachsenden Europa stark beeinflusst.

 

Wir werden gemeinsam mit den engagierten MitarbeiterInnen der Geschäftsgruppe Stadtentwicklung und Verkehr und gemeinsam mit der Bevölkerung die Planungs- und Verkehrspolitik dieser Stadt zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger so weiterführen und dafür sorgen, dass Wien auch in Zukunft so lebenswert bleibt, wie es ist. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Dr Wolfgang Ulm: Zu Wort gemeldet ist Herr GR Mag Chorherr. Bitte schön.

 

GR Mag Christoph Chorherr (Grüner Klub im Rathaus): Meine Damen und Herren!

 

Ich möchte eigentlich einige wenige Minuten nur nützen, um einen Antrag einzubringen, der in keine einzige Geschäftsgruppe passt und uns ein bisschen aus Wien oder aus Österreich hinausführt.

 

Es zieht einem immer das Herz zusammen, wenn man in der "Zeit im Bild" oder allzu selten in den Medien Berichte sieht, wie es derzeit den Bebenopfern in Pakistan geht. Ich habe neulich in der "Neuen Zürcher Zeitung“ etwas gelesen, wo die Intensität der Berichterstattung über das Beben in Pakistan gemessen wurde, wo neben den Zehntausenden Toten noch immer dreieinhalb Millionen Obdachlose zu verzeichnen sind, und die Tsunami-Katastrophe. Ich glaube, das war die tausendfache Berichterstattung über den Tsunami, weil dort Touristen waren, dass Journalisten dort waren und in viele Bereiche von Pakistan niemand kommt.

 

Und wo es einem immer das Herz zusammenzieht und was ich nie versteh: Auf welcher Ebene wird das diskutiert, wenn berichtet wird, welche Zusagen von Staaten hat es gegeben an Hilfsmitteln? Es sind aber erst 10 oder 12 Prozent ausgezahlt, und vor wenigen Wochen hat es geheißen: Der Winter steht vor der Tür. Wie werden diese dreieinhalb Millionen Menschen in einer Region, wo es kälter ist als derzeit draußen, den Winter verbringen?

 

Ich habe im Internet ein bisschen recherchiert, wo auch Österreicherinnen und Österreicher teilweise in unglaublich aufopfernder Art tätig sind. Ich möchte jetzt beispielhaft für viele NGOs, einfach weil solchen Leuten auch eine politische Plattform gehört, zwei Zivildiener nennen, die schon im Sommer vor dem Erdbeben nach Pakistan gekommen sind. Einer davon ist 22 und hat in einem SOS-Kinderdorf seinen Zivildienst abgeleistet.

 

Dann kam das Erdbeben, und er hat gesagt: Ich muss da jetzt etwas tun! Er hat eine Website ins Leben gerufen, die Sie sich unter www.direkthilfe.at anschauen können. FM4 und Standard Online haben darüber berichtet. Dieser junge Mann hat über ein Netzwerk an Freunden und Bekannten einige Tausend Euro zusammen bekommen und hilft jetzt vor allem in den Gebieten

 

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