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Gemeinderat, 39. Sitzung vom 25.11.2008, Wörtliches Protokoll  -  Seite 95 von 106

 

Schreuder: Warum nicht auch heuer finanzieren?) Ja, nächstes Jahr finanzieren wir es. Sie waren aber einfach auch zu spät dran. (GR Marco Schreuder: Es ist nie zu spät für Menschenrechte!) Es findet ja statt, und es gibt auch eine Förderung im nächsten Jahr. (GR Marco Schreuder: Es ist dreimal abgelehnt ...!)

 

Last but not least ist auch die Vienna Film Commission zu erwähnen, für die wir ja morgen im Gemeinderat den wesentlichen Schritt machen und auch beschließen, dass sie im Jänner ihren Betrieb aufnehmen wird. Das heißt, es gibt gute Voraussetzungen und gute Impulse, um an diese Erfolge anzuschließen.

 

Eine neue Stärke, die sich entwickelt hat und die hier immer ein bisschen unterbelichtet bleibt, ist die bildende Kunst, in der sich sehr viel getan hat. Es ist in der letzten Woche die Vienna Art Week als Vernetzungsplattform zu Ende gegangen. Es findet die ViennaFair immer im Frühjahr statt, mittlerweile schon zum fünften Mal, mit über tausend KünstlerInnen und 16 000 Besuchern. Es hat „departure“ auf der Vienna Art Week seinen Call für den Kunstmarkt vorgestellt, eine Wirtschaftsförderung, die aber natürlich auch den Kunststandort Wien fördert.

 

Dass sich das in den letzten Jahren so gut entwickeln konnte, das kommt auch nicht von irgendwo, das braucht ja einen Boden, auf dem es sich entwickeln kann. Das sind die Institutionen der Stadt Wien, das sind natürlich auch die Bundesmuseen, aber das sind vor allem auch die Institutionen der Stadt Wien wie zum Beispiel die Kunsthalle, in der es spannende Ausstellungen gibt, beispielsweise Edward Hopper. Das gilt natürlich auch für KÖR Kunst im öffentlichen Raum, die wirklich gut funktioniert, die spannende Projekte hat, die Kunst für alle Menschen leicht und einfach zugänglich macht. Das sind auch Dinge wie zum Beispiel der Monat der Fotografie, der Bildankauf, der für die Stadt Wien direkt durch die MA 7 stattfindet, oder das Museum auf Abruf. Es gibt also eine ganze Reihe von Bereichen, die für die bildende Kunst in den letzten Jahren ganz deutlich gemacht haben, dass sich da sehr viel tut, dass sich da sehr viel entwickelt hat.

 

Eines, was auch dazugehört und nur sehr kurz erwähnt worden ist - nämlich immer im Zusammenhang damit, dass es vielleicht mehr an Finanzierung braucht -, ist das Wien Museum, das 2009 übrigens sein 50-jähriges Jubiläum am Standort Karlsplatz feiert, mit vielen interessanten Ausstellungen. Eine davon kann man vielleicht in einem Gedenkjahr auch ans Herz legen, nämlich die Ausstellung mit dem Titel „Kampf um die Stadt - Politik, Kunst und Alltag um 1930".

 

Das Jüdische Museum möchte ich bei der Gelegenheit auch erwähnen. Denn es hat vor wenigen Tagen sein 15-jähriges Bestehen gefeiert und hat einen ganz wesentlichen, wichtigen Teil des österreichischen kulturellen Erbes, den es verwaltet, aufarbeitet und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.

 

Impulse werden auch im Wissenschaftsbereich gesetzt, ganz deutliche Impulse sogar. Wenn ich anfangs gesagt habe, dass das Kulturbudget zum einen Stärken stärkt, aber auch Vielfalt ermöglicht, dann gilt das auch ganz besonders für das Wissenschaftsbudget der Stadt. Ich sage ganz bewusst „der Stadt", denn Wissenschaft ist sozusagen nicht nur MA 7-Wissenschaft, sondern Wissenschaft geht weit darüber hinaus, und auch das Budget geht weit darüber hinaus.

 

Frau VBgmin Brauner hat es auch in den einleitenden Worten zum Budget erwähnt: Es gibt 80 Millionen EUR, die die Stadt im Jahr 2009 in Wissenschaft und Forschung investiert. Das beantwortet, glaube ich, als unsere Stellungnahme auch den Antrag der GRÜNEN, der eine Erhöhung des Wissenschaftsbudgets zum Inhalt hat. Das heißt, es gibt sehr viel Geld für Wissenschaft und Forschung. Noch dazu ist Wissenschaft - das muss man auch immer wieder dazusagen, auch wenn wir das sehr gerne tun und als unsere Verantwortung sehen - an sich nicht ureigenste Aufgabe der Stadt, sondern eine Bundeszuständigkeit.

 

Es kann sich nicht nur das Gesamtbudget sehen lassen, sondern durchaus auch das Wissenschaftsbudget der MA 7. Ein Vergleich zum Voranschlag 2008 kommt für 2009 zu einer Erhöhung um 27,7 Prozent! Ich meine, das ist ja nicht nichts, sondern es ist fast ein Drittel, das hier mehr zur Verfügung steht, und zwar auch dafür zur Verfügung steht, einerseits die Vielfalt zu sichern und zum anderen Impulse zu setzen.

 

Einer dieser Impulse - so heißt es hier sogar - ist das Impulsprogramm für die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften, das als eine erste Umsetzung der FTI-Strategie beschlossen worden ist und für das jährlich 1,5 Millionen EUR zur Verfügung stehen. Es wird Mitte Dezember die Förderungsentscheidungen für diesen ersten Call geben, der das Thema „Arts and Sciences" hatte. Was da an Projekten herauskommen wird, weiß man noch nicht. Aber man weiß jetzt schon, dass es ein Erfolg ist, denn es sind 51 Projekte eingereicht worden und 35 davon noch im Rennen. Das zeigt schon, dass dieses neue Thema, das auch durchaus sehr experimentell ist, sehr gut angenommen worden ist. Das zeigt auch, dass wir da sozusagen den richtigen Riecher und die Nase am Puls der Zeit hatten, denn man weiß, dass der Wissenschaftsfonds des Bundes, der FWF, im kommenden Jahr eine ähnliche Ausschreibung zum Thema Kunst und Wissenschaft startet.

 

Es gehören dazu auch Stiftungsprofessuren, daher vielleicht auch noch ein, zwei Sätze zum Antrag der GRÜNEN zum Thema Stiftungsprofessuren. Es ist momentan im Rahmen des Impulsprogramms keine Stiftungsprofessur geplant. Aber Sie wissen auch, dass das Ganze abgewickelt wird über den WWTF, der einen internationalen Beirat hat. Ich glaube nicht, dass es notwendig ist, hier neue Arbeitskreise und Arbeitsgruppen zu installieren.

 

Es gibt neben diesen Stiftungsprofessuren, die wir für sinnvoll und notwendig halten, auch viele, unzählige kleine Projektförderungen. Es gibt Ausschüttungen und Förderungen über die verschiedenen Fonds der Stadt, und - das soll natürlich nicht unerwähnt bleiben - ganz entscheidend sind auch viele Vermittlungsinitiativen. Denn nur dann, wenn wir auch die Bevölkerung auf

 

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