Gemeinderat,
44. Sitzung vom 23.02.2009, Wörtliches Protokoll - Seite 28 von 96
nicht viel
mehr finanzielle Mittel für den Sport - und da meine ich auch ganz bewusst den Turnunterricht
- zur Verfügung gestellt werden soll. Aber wenn dem nicht so ist, ob man nicht
andere Prioritäten setzen sollte. So viel als Eingang.
Der nächste
Punkt. Der jetzige ESV-Platz Laaer-Berg-Straße 143 ist wahrscheinlich
wirklich nicht der allerschönste und bestgepflegte Sportplatz, aber er ist
öffentlich zugänglich, hat zwei Rasenflächen und wird immer wieder sehr wohl
gegen Entgelt auch von Hobbyfußballern und Hobbyfußballerinnen genutzt. Es wird
für Hobbyfußballgruppen in Wien immer schwerer, überhaupt einen Platz zu
finden. Das, was jetzt passieren soll, ist, weil, wie gesagt, aus Rothneusiedl
nichts geworden ist, dass man der Wiener Austria den ESV-Platz gibt und keine
Alternativflächen für den Breitensport zur Verfügung stellt. Das an sich wäre
schon ein Grund abzulehnen. Allerdings ist es bei Weitem nicht der einzige.
Die Frau StRin
Laska hat im Ausschuss etwas sehr Spannendes erklärt. Wer den Akt liest, liest
darin: „Es ist daran gedacht, einen Rasenplatz, zwei Kunstrasenplätze und eine
Sporthalle auf dem jetzigen Areal von zwei Fußballfeldern unterzubringen.“ Frau
StRin Laska sagt: Ja, das geht. (GR Mag Thomas Reindl: Das ist vorbereitet!)
Vielleicht haben wir uns ... Es ist rundherum, ungefähr
10 m rund um die Plätze. (GR Mag Thomas Reindl: Das ist vorbereitet!) Es
reicht relativ schnell, wenn man sich die Flächenwidmung anschaut, in den
Schutz-, Wald- und Wiesengürtel hinein. (GR Mag Thomas Reindl: Haben Sie
sich genug vorbereitet?) Ich habe mich genügend gut vorbereitet, für euch
reicht es immer noch. Das ist sozusagen, wie auch in anderen Bereichen - wir
haben das heute schon beim Cross Border Leasing gesehen, wo die Stadt Wien, ich
erlaube mir diesen Exkurs, mittlerweile all das im Geheimen macht, was ich
Ihnen immer gesagt habe: Schauen wir, dass wir aus diesen Verträgen aussteigen
können, weil sie unfassbar schlecht sind und unfassbare Risiken bieten. Sie
glauben immer, mit der Macht der Mehrheit auch die Wahrheit gepachtet zu haben.
Das ist ein großes Problem, aber eher für Sie, weil es uns gelingen wird, auch
öffentlich klar zu machen, dass die Quadratur des Kreises nicht einmal für die
SPÖ möglich ist. (GR Mag Thomas Reindl: Aber auch nicht für Sie!)
Nächster Punkt. Danke, Kollege Reindl, Sie kommen nach mir dran.
Nächster
Punkt. Wenn man sich jetzt überlegt, wie dem österreichischen Fußball, wie dem
Wiener Fußball geholfen werden soll, dann hat es meines Erachtens auch
überhaupt keinen Sinn, als Gemeinde Wien zizerlweise die eine oder andere
Finanzierung zu übernehmen. Erinnern wir uns: Es war das Stadion für Rapid, es
ist das Stadiondach für die Austria. Die EURO-Fan-Zone - wo ich hoffe, dass an
den Gerüchten, dass das Geld doch zu Rapid geflossen ist, nichts dran ist – ist
bis heute nicht abgerechnet und jetzt kriegt halt die Austria wieder ein Geld!
Aber wo bleibt denn die Diskussion über die Rolle und Funktion des
Spitzensports, wo man sich wirklich einmal gemeinsam hinsetzt und sagt: Ja, so
und so viel finanzielle Mittel gibt es und wir wollen eine Aufteilung
Spitzensport-Breitensport? Das Beispiel der Vienna Capitals mit dem ständigen
Hin und Her, ob da jetzt eine Halle kommt oder nicht, ist genau dasselbe. Im
Endeffekt hat man oft den Eindruck, es wird auf Grund des öffentlichen Drucks,
auf Grund der öffentlichen Außenmeinung entschieden, aber nicht auf Grund einer
wirklich fundierten inhaltlichen Vorbereitung.
Ich komme zum
Abschluss, weil es nicht notwendig ist, die Zeit bei diesem Thema über Gebühr
in Anspruch zu nehmen und bringe noch einen Antrag ein, der in die Richtung geht,
dass mit dem Wegfall der öffentlich nutzbaren Flächen am ESV-Platz die Frau
Stadträtin aufgefordert wird, Ersatzflächen im 10. Bezirk zu suchen. - Ich
danke für die Aufmerksamkeit. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Vorsitzende
GRin Inge Zankl: Als Nächster am Wort ist Herr GR Kenesei.
GR Günter Kenesei
(ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien): Meine sehr geehrten Damen und
Herren! Frau Stadträtin! O ja, da ist sie, ich habe sie gesehen. (VBgmin
Grete Laska steht hinter den Sitzreihen.) Ja ja, kein Problem (Heiterkeit
bei der ÖVP.), von wo auch immer. Ich habe kein Problem damit.
Ich tue mir schon fast schwer, irgendwo anzufangen. Nur ein Wort zum Kollegen Margulies: ESV-Südost-Platz, so heißt er nämlich tatsächlich. Also von der Fläche her, da hat es schon ein Projekt vor - wie lange wird es her sein? - gute 10 Jahre gegeben: Zwei Kunstrasenplätze, zwei Rasenplätze, plus Kabinengebäude, plus neue Infrastruktur. Damals hat es oder hätte es 38 Millionen Schilling gekostet und da ist es dann an 8 Millionen Schilling gescheitert, denn 30 Millionen Schilling sind zur Verfügung gestanden. Jetzt kostet das Ganze mit der Halle 120 Millionen EUR! Klar, es ist halt alles teurer geworden. Aber von der Fläche her geht es sich leicht aus. Als Platzbesitzer weiß ich, wie viel 46 000 m² sind, nämlich ziemlich genau so viel haben wir als Ankerbrot zu verwalten. Wir haben einen Rasenplatz, zwei Kunstrasenplätze, drei Kleinspielfelderrasen und genügend Freiflächen für die eine oder andere gute Idee, die wir hätten, würde sie nur so großzügig finanziert werden wie bei der Wiener Austria.
Ein Wort zum
Kollegen Mahdalik, der nicht da ist, mit dem Dress Schenken. Das ist halt für
einen kleinen Verein ein bissel eine „zache G’schicht“, um es favoritnerisch zu
sagen, aber ich werde ihm versprechen, dass er im Fanshop bei uns einen guten
Preis bekommt und zu einer Ankerdress kommt.
Da bin ich
schon beim Thema, nämlich: Wie geht es tatsächlich den kleinen Vereinen und wie
sieht man bei diesen kleinen Vereinen diese Subvention an die Wiener Austria,
weil das ja unter dem Titel „Nachwuchsförderung“ läuft?
Es gibt in Wien rund 500, nicht
rund, sondern ziemlich genau laut derzeit gemeldetem Stand 511
Nachwuchsmannschaften, die an den Bewerbspielen des Wiener Fußballverbandes
teilnehmen. Das betrifft rund 10 000 bis 12 000 Spielerinnen und
Spieler, denn bei
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