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Gemeinderat, 49. Sitzung vom 24.06.2009, Wörtliches Protokoll  -  Seite 28 von 89

 

Entwicklung dieses Stadtgebietes, die gesamte Entwicklung dieses Hauptbahnhofes, aber auch die Weiterentwicklung der U-Bahnen und des öffentlichen Verkehrs in den nächsten Jahren genauestens beobachten. Wir werden die Kostenentwicklung beobachten, dass uns nicht das passiert, was dem Flughafen oder anderen Bauträgern passiert ist. Es ist teilweise unser Geld hier in Wien. Wir werden beim Zeitplan sehr genau kontrollieren, ob das alles so sein wird.

 

Wir werden dort auch die Höhenentwicklung kontrollieren. Es ist ein erster Erfolg, dass die zwei Hochhäuser, die jetzt im neuen Stadtteil gebaut werden, beide gleich hoch sind. Früher wäre eines höher gewesen, das ging wegen des Weltkulturerbes Belvedere nicht. Früher war das eine Hochhaus wesentlich niedriger, das andere höher, jetzt sind beide auf eine Höhe gebracht worden, das ist akzeptabel. Es sind beide 88 m hoch, und es ist hier auch kein Einwand mehr wegen des Weltkulturerbes gegeben.

 

Meine Damen und Herren! Eines darf auch nicht passieren: Die Favoritenstraße darf nicht der Hinterhof des Einkaufszentrums am Bahnhof werden. Das müssen wir genauestens beobachten. Da sind die Mandatare des 10. Bezirkes gefordert, um sich hier einzumischen, wie man einen optimalen Zugang, wie man eine optimale Verbindung zwischen Fußgängerzone, Kleingewerbe und dem Einkaufszentrum Hauptbahnhof schafft. Da darf wirklich nichts passieren, und auch hier werden wir uns einbringen.

 

Meine Damen und Herren! Nun noch ganz kurz zu den zwei Anträgen, die eingebracht werden, einer von der ÖVP und einer von den GRÜNEN. Wir werden beide ablehnen.

 

Die KollegInnen Puller, Maresch, Gretner wollen in ihrem Antrag nicht diese Hochbahn, sondern sie wollen unter Umständen unterirdische Förderbänder. Meine Damen und Herren, auf diese Länge unterirdische Förderbänder, ohne Licht und so weiter, das ist nicht nur vom Sicherheitsaspekt, sondern auch von den Kosten her problematisch. (GR Mag Rüdiger Maresch: Also künstliches Licht ...!) Es ist vielleicht ein bisschen billiger als das andere, aber unterirdische Förderbänder müssen wir eigentlich ablehnen. Die Zeit ist, glaube ich, vorbei, deswegen werden wir diesen Antrag ablehnen.

 

Die ÖVP hat einen eigenartigen Antrag. Sie ist zwar immer so sehr für den Anschluss der U2 an den Zentralbahnhof, schreibt das aber in ihren Antrag nicht hinein. Die Kollegen Hoch und Gerstl schreiben nämlich hinein, sie wollen nur ein zweites hochrangiges, in der Kapazität der U1 entsprechendes öffentliches Verkehrsmittel. Es steht nicht U2 drin, das ist auch interessant. Aber vielleicht löst er sich dann wieder von der Idee und hat wieder andere Varianten.

 

Es hat eine U-Bahn mit der anderen - in der Intensität, in der Kapazität - nichts zu tun. Jede U-Bahn-Linie, Kollege Gerstl, hat eigene Funktionen! Ich kann nicht sagen, weil dort 40 000 in der Stunde fahren, müssen in der anderen U-Bahn auch 40 000 fahren. Die Funktion ist eine andere, es ist eine Funktion für die Bürger, für die Wirtschaft. Daher werden die eine U-Bahn mehr Leute benutzen, die andere weniger. Ich kann nicht Abhängigkeiten in der Weise machen: Weil in der einen U-Bahn so viele Leute fahren, muss es in der zweiten auch so sein.

 

Wir werden also diese beiden Anträge ablehnen.

 

Meine Damen und Herren! Gestatten Sie mir schlussendlich noch folgende Feststellung. Den ersten Vertrag in dieser Republik zwischen der Stadt Wien und den ÖBB betreffend Hauptbahnhof hat - jetzt kann man zu der Regierung stehen, wie man will - die Stadt Wien mit einem freiheitlichen Verkehrsminister gemacht! Damals gab es einen freiheitlichen Verkehrsminister. (GR Mag Rüdiger Maresch: Einer von den vielen? Wer war denn das? Der Gorbach?) Das war der erste Optionsvertrag, meine Damen und Herren!

 

Kein Klima, kein Scholten, kein Einem haben sich jemals in der Stadt bemüht und Verträge in diese Richtung mit der Stadt Wien gemacht, meine Damen und Herren. Sie haben 25 Jahre lang die Österreichische Bundesbahn, und damit auch die Stadt Wien, in ihrer verkehrpolitischen Entwicklung gehemmt, meine Damen und Herren! Das ist eigentlich bezeichnend für Ihre bisherige, bis dato verfolgte Politik.

 

Ich bin aber froh, dass viele unserer Ideen hier eingegangen sind. Im Großen und Ganzen ist das Projekt natürlich zu befürworten, im Sinne von Wien und im Sinne der Bürger, die dort wohnen, aber auch im Sinne der Wirtschaft, im Sinne des Verkehrs und auch im Sinne der Reduzierung der Flugbewegungen. - Danke. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Inge Zankl: Als Nächste am Wort ist Frau GRin Puller. - Bitte.

 

GRin Ingrid Puller (Grüner Klub im Rathaus): Sehr geehrte Damen und Herren! Sehr geehrte Frau Vorsitzende!

 

Ich möchte gleich bei Herrn Madejski anschließen: Wie stellen Sie sich die Beförderungsbänder vor? Wie ein Bergwerk? Irgendwie erscheint es mir, dass Sie nie U-Bahn fahren, denn diese Zugänge zur und von der U-Bahn sind ja nicht im finsteren Bergwerk angebracht, sondern sie sind beleuchtet. Im Hauptbahnhof wird auch eine neue Zugangspassage zur U1 gebaut, und dort werden diese Beförderungsbänder angebracht.

 

Was die Kosten betrifft, haben wir uns erkundigt: Das würde höchstens 5 Millionen EUR ausmachen, Herr Madejski! (GR Dr Herbert Madejski: Oben gibt es eine Tagesbeleuchtung, und ihr wollt es unterirdisch! Aber bitte!) Sie fahren anscheinend nie U-Bahn, Herr Madejski. (GR Mag Rüdiger Maresch: Er fährt immer mit dem Auto!) Die Zugänge schauen dort aus wie Zugänge, würde ich sagen. (GR Dr Herbert Madejski: Ich will ja keine bauen ...!)

 

Aber jetzt zur Postnummer: Ich möchte heute wieder einen Antrag einbringen betreffend Ausbau, Verlängerung und Bevorzugungsmaßnahmen der bestehenden Verkehrsmittel anstelle des Cable-Liners als Verbindung vom neuen Hauptbahnhof zur U-Bahn-Station Südtiroler Platz. Und ich möchte heute wieder einmal die

 

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