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Gemeinderat, 68. Sitzung vom 29.06.2015, Wörtliches Protokoll  -  Seite 74 von 140

 

mensunterschied zwischen Frauen und Männern.

 

In Wien lag dieser Tag im Jahr 2014 beim 25. Oktober. Das heißt symbolisch und durchschnittlich: Ab diesem Tag arbeiten Frauen bis zum Jahresende gratis. Das ist extrem bedauerlich, aber immerhin hat sich dieser Tag in Wien um 20 Tage Richtung Silvester verschoben, auch wenn wir selbstverständlich daran arbeiten, dass es der 31. Dezember wird.

 

Der Equal Pay Day ist doch ein Grund, sich ein bisschen zu freuen. Das lässt sich darauf zurückführen, dass in Wien eben konsequente Förderung von Mädchen und Frauen bei Bildung und am Arbeitsmarkt gemacht wird, dass wir gute Kinderbetreuung haben und Projekte wie beispielsweise die Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an Frauenförderungen im Betrieb, um genau zu dieser Einkommensgerechtigkeit beizutragen.

 

Die Koppelung ist ein Meilenstein, über den ich gerne ein paar Worte verlieren würde, weil er ein sehr wirksamer Meilenstein ist, wo es um alle Wienerinnen geht und nicht nur – „nur“ ist ein zu relativierendes Wort, weil es recht viele sind - um Stadt-Wien-Bedienstete. Wien hat nämlich mit der Koppelung der Auftragsvergabe an Gleichstellungsmaßnahmen im Betrieb eben Einfluss genommen und nimmt kontinuierlich Einfluss auf betriebliche Personalpolitik.

 

Die Koppelung der öffentlichen Auftragsvergabe an Frauenförderung in Betrieben ist ein erster Schritt, um Unternehmen direkt in die Verantwortung für Gleichstellung zu nehmen. Die Vergabe von öffentlichen Aufträgen ist ein wichtiger Hebel, den wir auch nutzen, um in Betrieben frauenfördernde Maßnahmen zu initiieren.

 

Dieser Ansatz ist ein sehr innovativer Meilenstein zur Gleichstellung und zum Schließen der Einkommensschere. Wir können wirklich sagen, dass Wien da Vorreiterin ist. Ich weiß, wir hören das öfters von diesem RednerInnenpult aus, aber ich mache es jetzt auch, denn in diesem Punkt stimmt es wirklich und ist es wirklich erfreulich, weil es ein kräftiges Mittel ist.

 

Das Projekt wurde noch zu Oppositionszeiten bereits gestartet und jetzt unter der rot-grünen Regierung eben weitergeführt und vor allem auch weiter ausgebaut. Seit September 2010 werden es sukzessive immer mehr Abteilungen der Stadt Wien. Sie koppeln ihre Ausschreibungen eben an Gleichstellungskriterien in den Betrieben. Wir haben mittlerweile schon ein Auftragsvolumen von 67 Millionen EUR erzielt, die an Maßnahmen in 148 Verfahren gekoppelt sind. Das ist schön.

 

Mit 1. Juli werden wir es außerdem noch weiter ausrollen. In den Magistratsabteilungen 18, 19, 22 und 23 werden wir diese Koppelung an betriebliche Frauenförderung eben auch ausrollen und weiterführen. Das ist gut, denn das sind Ansätze, die wir treffen können, die für alle Frauen wirksam werden.

 

Noch viel mehr Hebel in Bewegung setzen können wir, wenn es um die Bediensteten der Stadt Wien geht. Das haben wir in zahlreichen Fällen auch getan, beispielsweise bei der Selbstverpflichtung zur 40-prozentigen Frauenquote in den Aufsichtsräten. Das war eine große grüne Forderung in den Koalitionsverhandlungen, die jetzt umgesetzt wurde.

 

Noch sind Frauen in Vorständen und Chefetagen die ganz große Ausnahme. In Österreich gilt auf Führungsebene leider immer noch oben ohne, nämlich ohne Frauen. Während europaweit immer mehr Staaten die Gleichstellung von Männern und Frauen bereits gesetzlich verankert haben, hinkt Österreich da noch erheblich hinterher. Gerade kürzlich wieder hat der Gender Equality Index uns, also Österreich, ein besonders schlechtes Zeugnis ausgestellt, nämlich im EU-weiten Vergleich. Im Bereich Macht und Einfluss liegt Österreich besonders weit hinten.

 

Das heißt, die Stadt Wien hat sehr gut daran getan, diesen Weg zu gehen und bei Frauenförderung einen Schritt weiterzugehen, nämlich mit dieser verpflichtenden Frauenquote für Aufsichtsräte in allen stadteigenen, stadtnahen Unternehmungen.

 

Eine weitere wichtige Maßnahme für die Stadt-Wien-Bediensteten war die Einführung des Papa-Monats. Seit 2011 ist dieses Projekt, das auch im Regierungsübereinkommen stand, umgesetzt und wird immer mehr und immer häufiger von Männern und Vätern auch in Anspruch genommen. Wir freuen uns wirklich über jeden einzelnen Vater in der Stadt Wien, der sich diese Rolle in seinem Leben gibt und sich dieser Rolle in seinem Leben stellt.

 

Ein ganz wichtiger Meilenstein auch zur Einkommensgleichstellung ist der jährliche Einkommenstransparenzbericht der Stadt Wien. Den gibt es seit 1. Oktober 2012, da erschien er das erste Mal. Wir listen da ganz genau nach allen Berufsfeldern auf, wer wie viel verdient, aber eben auch, wie viele Zulagen, und so weiter ausgezahlt werden, sodass man ein gutes Gefühl dafür bekommt, wo dann die tatsächlichen Unterschiede im Verdienst zwischen Frauen und Männern liegen und wo wir ansetzen müssen, hingreifen und hinschauen müssen und etwas verändern müssen.

 

Diese Erkenntnisse und Ergebnisse fließen auch in den Gleichbehandlungsbericht ein, in dem ganz genau sehr viele Maßnahmen, die Frau Kollegin Feldmann vorhin eingefordert hat - die sogenannte Einkommensanwaltschaft, glaube ich, nennt sie das immer -, verankert sind, total erfüllt werden. Ich glaube, ein Treffen mit der Gleichbehandlungsanwältin, der Gleichbehandlungsbeauftragten würde sich lohnen, weil diese wirklich sehr viele Punkte bereits umsetzt von dem, was hier gerade eingefordert wurde, und ganz ausgezeichnete, hervorragende Arbeit für die Bediensteten der Stadt Wien macht. (Beifall bei GRÜNEN und SPÖ. - GRin Dr Jennifer Kickert: Ein bisschen die Leute aufwecken! - Weitere Zwischenrufe.)

 

Wichtig und heute schon mehrmals angesprochen, weil es so eine gute Nachricht für die Wiener Frauen ist, ist natürlich die Arbeit des WAFF. Über 8 Millionen fließen da konzentriert in ganz spezielle Frauenförderungsprogramme, einmal ganz abgesehen von den zahlreichen und vielen Maßnahmen, die natürlich für alle Wienerinnen und Wiener gelten. Insgesamt sind, glaube ich, 60 Prozent der KundInnen des WAFF weiblich. Insofern wissen wir, wie wichtige Arbeit da geleistet wird, und tatsächlich zeigt diese auch sehr gute Ergebnisse.

 

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