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Gemeinderat, 68. Sitzung vom 30.06.2015, Wörtliches Protokoll  -  Seite 38 von 90

 

der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Dipl-Ing Martin Margulies: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau GRin Ludwig-Faymann. – Bitte.

 

13.31.09

GRin Martina Ludwig-Faymann (Sozialdemokratische Fraktion des Wiener Landtages und Gemeinderates)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrter Herr Stadtrat!

 

Ich finde, der letzte Satz von Ihnen, Frau Kollegin Meyer, hat Ihr Verständnis von Kulturpolitik gezeigt. Ich verstehe mich nicht als Kulturpolitikerin, die sich hier herstellt und irgendwie beurteilt und schildert, wo sie bei irgendwelchen Kulturveranstaltungen hinausgerannt ist oder nicht, sondern ich halte es mit der Freiheit der Kunst. Das, glaube ich, ist einer der ganz wesentlichen Unterschiede zwischen sozialdemokratischer Kulturpolitik und Ihrer. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Zum Kollegen Ebinger – ah, da ist er; mit seinem schönen roten Sakko sticht er ja heute richtig hervor (GR Dkfm Dr Fritz Aichinger und StR Mag Manfred Juraczka: Das muss Ihnen gefallen!) -: Ich habe mir schon gedacht, da steckt etwas dahinter, dass Sie das Kulturbudget am Anfang so verteidigt haben, aber Sie haben mich dann doch enttäuscht. Jedenfalls stellt sich für mich die Frage – das war heute auch beim Kollegen Dworak der Fall -: Wo leben Sie? Wovon reden Sie, von welcher Stadt? Sie sagen, es sei nichts los. Da bitte ich Sie, im Sommer diesmal nicht allzu lange wegzufahren, sondern das reichhaltige Kulturangebot in dieser Stadt zu konsumieren. Das machen Tausende, Abertausende! Ja, wir haben es heute schon gehört, es kommen auch ganz, ganz viele nach Wien, weil es eben hier so toll ist. Bitte schauen Sie sich das auch einmal an, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie dann nächstes Jahr noch einmal dieselbe Rede halten.

 

Zum Bericht. Ich habe jetzt leider vergessen, ihn mit ans Rednerpult zu nehmen, aber er liegt dort, und ich glaube, wir kennen ihn alle, zumindest seit gestern. Wobei auch ich meine, natürlich können wir darüber reden, dass es ihn ein bisschen früher gibt. Aber ich habe ihn gestern noch ein bisschen durchgeblättert, und eines habe ich schon beim Durchblättern auf Grund der Graphik feststellen können und habe es mir dann genauer angeschaut: So viel Transparenz, was Subventionen und Förderungen betrifft, wie in diesem Bericht ist mir, ehrlich gesagt, noch selten untergekommen! Alleine deshalb finde ich es schon beachtenswert und dankenswert, dass wir ein derartig tolles Berichtsstück vorliegen haben, abgesehen von dem tollen Frauenbericht, der in diesem Bericht auch beinhaltet ist.

 

Lassen Sie mich jetzt aber ganz kurz zu dem kommen, was Kollege Ebinger schon angekündigt hat, nämlich dass ich dann hier herauskommen werde und erzählen werde, wie toll es in Wien ist, was die Kultur betrifft. - Ja, das stimmt, denn es ist ja auch tatsächlich so toll, und wenn ich Ihnen jetzt einzeln in die Augen schaue, werden Sie sich ganz schwer tun, mir entgegnen zu können, nein, nein, das stimmt nicht. – Sie wissen nämlich ganz genau, dass in dieser Stadt nicht nur eine große Tradition herrscht, sondern auch in den letzten Jahrzehnten ganz, ganz viel geschehen ist - auch unter Mitwirkung anderer Parteien, wie etwa des ÖVP-Stadtrates, den wir ja für kurze Zeit hier hatten -, um dieses Kulturleben weiterzuentwickeln und heute das zu haben, was wir eben haben.

 

Und es ist eben nicht egal, wer in dieser Stadt Politik macht, und es ist auch im Kulturbereich nicht egal, wer Politik macht. Denn wenn ich mir die Reden hier so anhöre, dann höre ich immer so ein bisschen kleinkariert: Na, aber das eine und das eine und das eine! - Was mich aber interessiert, ist: Wofür stehen Sie? Was soll Ihrer Meinung nach Kulturpolitik in dieser Stadt ausmachen? Wohin soll sie gehen? Was wollen wir eigentlich damit? - Das ist, denke ich mir, das Thema, wo man dann nach einigen Jahren, nämlich auch am Ende einer Legislaturperiode, beurteilen kann: Haben wir erreicht, was wir wollten, ja oder nein?

 

Ein ganz wesentlicher Bereich für uns ist die Vielfalt, die Förderung der Vielfalt. Und ich denke, wenn wir uns diesen Bericht durchschauen, dann ist erkennbar, wir haben die Vielfalt gefördert. Weiters ist mir und auch uns ganz, ganz wichtig, dass nicht nur ein kleiner Teil der Bevölkerung in dieser Stadt Kultur erleben soll, sondern alle sollen den Zugang haben zu diesen tollen Angeboten - und wir schaffen dafür auch die Rahmenbedingungen. Und damit das nicht nur schöne Worte sind, möchte ich ein paar Beispiele bringen.

 

Ein Beispiel ist der Gratiseintritt in über 200 Kultureinrichtungen für Einkommensschwächere mit dem Wiener Kulturpass. Das, finde ich, ist toll! Hallo, wo auf der Welt gibt es das eigentlich?

 

Weiters: Freie Konzerte, die wir fast tagtäglich erleben können.

 

Ich möchte trotzdem auch das Donauinselfest erwähnen, das gerade 3,2 Millionen Besucherinnen und Besucher angezogen hat. Auch dieser größte Kultur-Event im Freien findet in unserer Stadt statt.

 

Oder einfach Kulturangebote im öffentlichen Raum - ohne Eintritt und ohne Konsumzwang. Das ist auch so ein Ansatz, den wir haben.

 

Aha, weiter runter geht es nicht mehr. (GR Mag Wolfgang Jung: Ja …) - Nein, nicht inhaltlich, sondern mit dem Pult, vor dem ich stehe. Aber dass Sie irgendwie nur in eine Richtung denken, Herr GR Jung, war mir eh klar.

 

MuseumsQuartier und Rathausplatz: zwei öffentliche Orte, denke ich mir, wo man sich gerade in den nächsten zwei Monaten - wir haben es gesehen, am Rathausplatz wird gerade wieder aufgebaut – davon überzeugen kann, was Kulturangebot in einer Stadt wie Wien bedeutet.

 

Kunstraum Karlsplatz: Früher, sozusagen vor vielen Jahren, hat man beim Karlsplatz in erster Linie noch an viel Verkehr und auch an einen Drogenumschlagplatz gedacht. Was ist der Karlsplatz heute? - Ein Kunstraum, an dem ganz großartige, tolle Veranstaltungen und Festivals stattfinden.

 

Das MuseumsQuartier: Über 4 Millionen Besucherinnen und Besucher konnten mit den ganz unglaublich tollen Initiativen und Projekten gezählt werden.

 

Die vielen Open-Air-Kinos - ehrlich gesagt, es sind

 

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