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Gemeinderat, 29. Sitzung vom 20.11.2017, Wörtliches Protokoll  -  Seite 54 von 135

 

schrieben haben, erneut 2015, nämlich dass es tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern in dieser Stadt geben muss, dass das unser oberstes Ziel ist. Wir haben es, wie gesagt, dort noch einmal fest verankert. Ich möchte sehen, wo diese Frage dann in einer neuen Regierung auf Bundesebene abgehandelt wird, wo Frauenpolitik Niederschlag finden wird. Ich glaube, da werden wir uns noch sehr warm anziehen müssen.

 

Mit tatsächlicher Gleichstellung, so wie es festgeschrieben ist, meine ich, dass es nicht nur am Papier steht, sondern wirklich abgearbeitet wird, dass wir diesem großen Ziel uns immer schneller und rascher nähern. Wir wissen als größte Arbeitgeberin in dieser Stadt, dass wir Vorreiterin sind, was das gesamte Spektrum der Arbeitswelt betrifft. Wir haben in dieser Woche noch einen großen Wurf im Landtag abzuhandeln und abzustimmen, nämlich unsere Dienstrecht- und Besoldungsreform, wo vieles auch Niederschlag findet, um für die Frauen, die beschäftigt sind, noch besseres zu erreichen. Wir sind also ganz gut unterwegs in Sachen faire Bezahlung, Lohntransparenz, Gleichstellung, wenn es darum geht, auch Frauen in Führungspositionen zu bringen, beim Thema Weiterbildung, Vereinbarkeit von Beruf, Freizeit und Familie, aber auch bei unseren Geschäftsgruppen, unseren Teilbereichen in dieser Stadt generell. Das heißt, dass im Bildungsbereich, im Integrationsbereich, in den Bereichen Planung, Stadtentwicklung, gender-gerechte Medizin, Frauenaspekte, Frauenpolitik als Querschnittsmaterie der Stadt gelebt wird, dass der Frauenpolitik entsprechend gearbeitet wird.

 

Ein Blick auf die Zahlen, und das hat meine Kollegin Barbara Huemer in ihrer Rede schon begonnen und festgemacht: Die Zahlen sprechen für sich. In Wien geht es den Frauen zweifelsohne besser, Frauen sind hier besser dran. Das sind die Fakten noch einmal doppelt unterstrichen: Die Frauen verdienen hier im Bundesländervergleich am meisten, sie sind am besten ausgebildet. Die Frauenerwerbsquote - haben wir auch schon gehört - liegt mit 79,4 Prozent um 4,6 Prozent höher als im österreichischen Durchschnitt. Wien hat auch vieles, das der Erwerbstätigkeit der Frauen entgegenkommt, nämlich auch breite Beschäftigungsmöglichkeiten im öffentlichen Dienst, viele Dienstleistungsberufe, gute Kinderbetreuungseinrichtungen, also die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist möglich. Dafür stellen wir auch für 2018 wieder ein großes Budget zur Verfügung. Auch gibt es kaum Mobilitätseinschränkungen in der Stadt für die Frauen sowie generell eine höhere Erwerbsorientierung.

 

Wir haben auch schon gehört, dass wir mehr Vollzeitarbeitsplätze bieten als andere Bundesländer. Da möchte ich auch nicht verschweigen, dass wir auf das Thema der Teilzeitbeschäftigung mit Argwohn schauen und hier die Entwicklungen beobachten, weil der Anteil dieser Beschäftigungsform generell bei Männern und Frauen steigt. Ich möchte aber auch hier noch einmal - wie unsere Frau Finanzstadträtin - festhalten, dass in Wien der Anteil der Teilzeitbeschäftigten auch gesunken ist, nämlich von 42,7 Prozent auf 41 Prozent.

 

Auch der Lohnunterschied - auch das haben wir auch schon mehrfach debattiert, nämlich rund um den Equal Pay Day - ist in Wien am geringsten im Österreich-Vergleich, nämlich mit 17,1 Prozent. Wir haben durch die Quote die Führungsebene mit Frauen ausgebaut. So haben wir die Frauenquote auf der Führungsebene seit 1997 von 5 Prozent auf nun 42 Prozent, mit Stand Juni 2017, erhöht. Was mich auch sehr stolz macht, ist die Quote bei AufsichtsrätInnen. Hier haben wir das Ziel mehr als übererfüllt: 44,6 Prozent der AufsichtsrätInnen, die die Stadt in Unternehmen entsendet, wo sie zu mehr als 50 Prozent beteiligt ist, sind Frauen.

 

Die Krise ist, Frau Kollegin Nittmann, nicht wegzureden. Frauen sind immer noch von Benachteiligung - generell, aber auch durch die Krise - am Arbeitsmarkt betroffen. Seit unglaublichen 22 Jahren setzt sich der WAFF gezielt für Frauen ein, in Aus- und Weiterbildung wird investiert. Der WAFF verbessert Entwicklungschancen und unterstützt beim Wiedereinstieg. Da möchte ich dem Team des WAFF auch ein großes Dankeschön für die engagierte und hervorragende Arbeit aussprechen. Es ist, wie es Kollegin Tanja Wehsely in der Generaldebatte schon ausgeführt hat, mit der Wiener Ausbildungsgarantie, dem Qualifikationsplan Wien auch sehr speziell für Frauen und Mädchen einiges dabei, um hier wirklich eine Zukunft für die Frauen und Mädchen in dieser Stadt zu ermöglichen.

 

Unterstreichen möchte ich zum Abschluss auch noch die sehr speziellen Programme wie frech, frech 4.0 und eben die Unterstützung beim Wiedereinstieg nach der Karenz. Wie unsere Finanzstadträtin in ihrer Rede schon gesagt hat, es sind 71 Millionen EUR, die hier für bessere Jobchancen für rund 33.500 Wienerinnen und Wiener bereitstehen, und das kann auch die Opposition hier nicht kleinreden.

 

Eines möchte ich zum Abschluss noch erwähnen - und damit stehle ich meinem Kollegen Woller oder meiner Kollegin Gaal noch eine halbe Minute -, weil auch Kollegin Schatz hier ist: Ich möchte das Thema Gender Budgeting auch noch einmal sozusagen hier auf die Agenda setzen, denn es ist uns wichtig, hier immer wieder anzuschauen, was in der Stadt Frauen und Männern zu gleichem Maße zu Gute kommt. Wir haben in Wien seit 2005 Gender Budgeting im Budget in unserer Geschäftseinteilung für den Magistrat fest verankert. Es ist nicht so, dass wir hier stillstehen und das so lassen, sondern wir von Rot-Grün werden gemeinsam daran weiterarbeiten, es weiterentwickeln. Wir haben auch noch viel vor, um hier auch weiter die unterschiedlichen Lebensrealitäten von Männern und Frauen abzubilden und weiter voranzutreiben. Ich denke, wir sind hier auf einem guten Weg, nämlich dem Wiener Weg. Ich bin froh, dass es ein Bekenntnis von oberster Stelle zu Gleichberechtigung gibt.

 

Da wir über Europa gesprochen haben: Wir haben hier nicht nur österreichweit eine Verantwortung und eine Vorbildwirkung, sondern auch europaweit. Da bin ich sehr froh, in dieser Stadt zu leben, wirken zu können. Wir werden von Wien aus auch auf die Bundesregierung schielen und hier genau schauen, was beim Thema

 

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