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Gemeinderat, 29. Sitzung vom 20.11.2017, Wörtliches Protokoll  -  Seite 88 von 135

 

dass ein Kind nicht schlechtere Chancen auf einen Kindergartenbetreuungsplatz hat, wenn es in einem anderen Bundesland geboren ist. Wir wünschen uns, dass es einen bundesweiten Rahmen gibt. Und natürlich würden wir uns auch wünschen, dass alle Bundesländer so viel tun, dass Kindergärtnerinnen und Kindergärtner, Elementarpädagoginnen und Elementarpädagogen bestmöglich ausgebildet werden. Wir haben unsere eigene BAfEP dafür.

 

Ich will nicht nur von Kindergärten reden, sondern auch vom Thema Bildung generell und was unsere Aufgabe ist. Heute ist schon die Sprachförderung angesprochen worden und wie viel wir dafür tun. Nun, oft wird über Studien geredet. Da gibt es eine interessante Studie, die ist irgendwie in der Öffentlichkeit nie zum Vorschein gekommen. Sie wurde vom BMEIA in Auftrag gegeben und da geht es um eine Evaluierung der sprachlichen Frühförderung. Da hat es nie eine Pressekonferenz gegeben. Interessant. Das ist irgendwo auf der Homepage, wenn man fünf Mal klickt, kommt man hin. Und diese Studie kommt darauf, welches Bundesland die sprachliche Frühförderung am besten gemacht hat. Nun, das ist interessanterweise Wien. Und dann könnte man sich natürlich auch denken, in Wien mit den höchsten Flüchtlingszahlen müssten die meisten Mittel vom Bund geflossen sein. Nein, das ist leider nicht so, das ist Niederösterreich. 458 Pädagoginnen sind nach Niederösterreich geflossen von diesem Bundesgeld, 230 nach Vorarlberg, 199 nach Wien. Wie auch immer. Wir machen unsere Arbeit auch hier sehr gut. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Das betrifft natürlich auch die Schule, mit sehr, sehr viel Energie - meine Kolleginnen und Kollegen haben das schon gesagt - setzen wir uns daran, dass Kinder bestmöglich lernen können. Das braucht natürlich auch irrsinnig viele Investitionen in immer mehr Schulplatz. Die Kollegen aus Favoriten sind nicht da, sonst hätten sie sich sicher gefreut, wenn ich als Beispiel die Quellenstraße 144 nenne. Ein Haus, das heuer mit Schulbeginn gestartet hat, das wir in zehn Monaten dort hingestellt haben, und das mit dieser unglaublichen Schnelligkeit, aber auch mit dem großartigen pädagogischen Raum kein Einzelbeispiel ist.

 

Jedenfalls investieren wir in unsere Bildungsinfrastruktur. Wir investieren darin, dass der Raum, also der Bildungsraum, die Kinder auch bestmöglich in ihrer Entwicklung fördert. Und wir investieren natürlich auch darin, dass alle Kinder einen Zugang zur Schule haben und alle Kinder bestmöglich gefördert werden. Das betrifft den Ausbau der Ganztagesschule. Und wenn ein Kind zu Mittag nach Hause geht, mit einem Rucksack voller Arbeit, dann sind dort entweder Eltern, die es dabei unterstützen können, oder nicht. Es sind Eltern, die Nachhilfe finanzieren können oder nicht. Und deshalb sind wir mit viel, viel Energie dafür da, die Ganztagesschule weiter auszubauen.

 

Keine Sorgen, liebe KollegInnen von der ÖVP, die Wahlfreiheit gibt es dort nicht, wo es keine Ganztagesschulen gibt. In Wien ist es so, dass jede Mutter/jeder Vater entscheiden kann, kann ich mein Kind individuell bestmöglich fördern - tausend Rosen! -, kann es auch eine Halbtagsschule sein oder finde ich überhaupt einen Ganztagesschulplatz. Darauf sind wir stolz. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Vielleicht noch ein Zitat, das ich gefunden habe, das ich dem lieben Manfred Juraczka, der sich nämlich heute überlegt hat, ob die 850 Millionen nicht ein bisschen viel sind, ins Stammbuch schreiben möchte. Es ist vom Rektor der Harvard University: “If you think education is expensive, try ignorance.” (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Ein zweites, sehr grundlegendes Kinderrecht ist, jedes Kind hat das Recht auf gewaltfreie Erziehung, Fürsorge und elterliche Betreuung. Ich bin schon relativ weit fortgeschritten in der Zeit, möchte aber genau das zum Anlass nehmen, den 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der MA 11 ein wirkliches großes Danke für ihre hochprofessionelle Arbeit zu sagen, die eben genau das tun, nämlich Kinder zu schützen und Eltern zu unterstützen dabei, dass unsere Kinder geschützt und geborgen aufwachsen können, mit vielen, vielen Schwerpunkten, die wir auch im nächsten Jahr setzen. So natürlich die Zusammenarbeit mit den Krisenpflegeeltern und den Langzeitpflegeeltern, den ambulanten Hilfen. Übrigens, für die Pflegeeltern gibt es ein neues Anstellungsmodell, auf das wir sehr stolz sind und sehr intensiv auch in einer neuen Aufstellung, einem neuen Organisationsweiterentwicklungsmodell, bei dem es um eine Sache geht, um die es uns generell geht: Im Mittelpunkt steht das Kind, nicht die einzelne Schule - deshalb arbeiten wir an Bildungsgrätzeln -, aber auch nicht die einzelne Profession in der MA 11 - deshalb werden wir uns dort regionaler aufstellen, mit Familienzentren in den Mittelpunkten dieser Regionen als Anknüpfungspunkt aller Familien dieser Stadt.

 

Die Deradikalisierungsarbeit und die vielen Initiativen hat zum Glück meine Vorrednerin gerade erwähnt. Da kann ich es mir jetzt ein bisschen sparen und bleibe mit dem Dankeschön für diese große Arbeit über und mache gleich weiter mit einem weiteren Kinderrecht: Kinder haben das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung, unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht.

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen, ob Sie das jetzt anders wollen oder nicht, jedes Kind hat die gleichen Rechte, egal, woher es kommt. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.) Und ich sehe das als meinen Auftrag. Man kann, und das soll man natürlich auch, darüber diskutieren, wie man Migration steuern kann oder nicht. Das ist wichtig, das auf Bundesebene zu tun. Ich sage Ihnen nur etwas: Ob man jetzt die Augen zumacht oder sagt, die sollen alle weg, die Menschen sind da. Und unsere Arbeit ist es, dafür zu arbeiten, dass die Integration bestmöglich funktioniert, dass alle diese Menschen auf eigenen Beinen stehen, sonst gibt es nämlich Parallelgesellschaften, die Sie mit dieser Politik fördern. (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN.)

 

Damit das geht, braucht es im Grunde genommen nur zwei Sachen: Eine ruhige Herangehensweise an Fakten und daran, was überhaupt die Herausforderun

 

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