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Gemeinderat, 29. Sitzung vom 20.11.2017, Wörtliches Protokoll  -  Seite 130 von 135

 

und zwar von Kulturschaffenden, von Kunstkritikern und von Bürgerinnen und Bürgern, die nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

 

Ich zitiere jetzt einige Sätze aus den Medien. So konnten Sie zum Beispiel dem „Kurier“ entnehmen: „Wenig Tiefgang, keine Kraft, es handelte sich um eine belanglose Tourneeproduktion.“

 

Weiter zitiere ich: „Sie“ - also die Wiener Festwochen - „führten vor Augen, wie oberflächlich reines Startheater sein kann, weil den Produktionen, abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, die Klasse fehlte. Sie wurden eingekauft, weil sie eine gesellschaftspolitische Haltung zu haben vorgaben, aber nicht, weil sie künstlerisch exemplarisch sind. Heuer wurden die Selbstbehauptung und der Dilettantismus, ja, auch die Scharlatanerie zur Maxime erhoben, Dafür war der Preis von 11 Millionen EUR Subvention definitiv zu hoch.“

 

So. Schauen wir uns jetzt an, welche tollen Aufführungen es zum Beispiel gab, etwa „Macaquinhos“. „Alles wird Loch.“ (Der Redner stellt ein Foto der Aufführung auf das Pult.) Ich stelle Ihnen ein Bild von der Aufführung hierher, denn Sie können sich das gar nicht vorstellen, aber wenn Sie das Bild sehen, dann vielleicht doch!

 

„Alles wird Loch, beschrieb der Queer-Theoretiker Paul Preciado im Kontrasexuellen Manifest einst die Dekonstruktion des Geschlechts und die Befreiung vom Phallus. Und so gehen die neuen Performer*Innen“ - gendern ist natürlich wichtig - „des brasilianischen Künstleraggregates Macaquinhos - Äffchen - noch weiter und setzen beim Nord-Süd-Gefälle des eigenen Körpers an. Der Anus als körperliche Metapher für den Süden, gesellschaftlich delegitimiert und ausgegrenzt, dem normativen Norden durch Kolonialismus, Kapitalismus und Patriarchat unterworfen.“

 

Ich setze fort mit dem Zitat, das habe nicht ich geschrieben: „Kurzum: Es geht um den Anus, die demokratischste und tabuisierteste Körperöffnung von allen.“ - Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das kann nicht Ihr Ernst sein!

 

Was aber sagt der Herr Stadtrat in einem Interview mit dem „profil“? - Ich zitiere: „Mir ist bewusst, dass Umschichtungen nicht reibungslos möglich sind. Im Vorfeld der Festwochen wurde ich von vielen Menschen gefragt, was man sich heuer anschauen solle.“ - Na ja, da ist die Antwort! (Zwischenrufe und Beifall bei der FPÖ.)

 

Ich zitiere den Stadtrat weiter: „Sie meinten, man kenne sich im Programmheft nicht aus. Einer meiner Hauptkritikpunkte ist, dass die Kommunikation mit dem Publikum nicht gelungen ist, da muss man nachbessern. Es darf nicht das Ziel eines allgemein zugänglichen und öffentlich finanzierten Festivals sein, dass es zur Geheimwissenschaft wird. Man muss mehr auf die Menschen zugehen.“

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das ist Kulturpolitik! (Der Redner weist auf das auf dem Rednerpult platzierte Foto. - Zwischenrufe bei der FPÖ.) Sie sehen es selber! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Gerald Ebinger: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr GR Neumayer. Selbstgewählte Redezeit 10 Minuten, Restredezeit 13 Minuten. Ich werde einmal 13 Minuten eingeben.

 

23.10.21

GR Jörg Neumayer, MA (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Sehr geehrter Herr Stadtrat! Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! Werte ZuseherInnen auf der Galerie und via Livestream!

 

Ich möchte über drei Bereiche reden, die vielleicht die KollegInnen von der Opposition nicht gar so belustigen werden wie ihre selbstgewählten Themen, die aber umso wichtiger für die Wienerinnen und Wiener und unsere Stadt sind.

 

Im Bereich Nummer 1 geht es um die Digitalisierung und darum, wie hervorragend die Stadt Wien damit umgeht, Bereich Nummer 2 betrifft die Medienpolitik und die stetige Modernisierung der Kommunikation, und im Bereich 3 behandle ich Filme in Wien, die großartigen Filmfestivals und die internationalen Erfolge.

 

Sehr geehrte Damen und Herren! Unser Motto zu Punkt 1 ist relativ simpel: Es geht darum, Chancen der Digitalisierung zu nutzen und vor Unsicherheiten zu schützen beziehungsweise Unsicherheiten zu verhindern. - Allein die Veränderung des Arbeitsplatzes ist an sich schon eine Veränderung, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten stattgefunden hat. Wo sich früher der Briefbeschwerer, das Wahltastentelefon oder die Aktenordner befanden, stehen heute Monitore, PCs und liegen Handys.

 

Die Aufgabe der Stadt Wien ist es, die Arbeitsmittel der Zukunft schon jetzt bereitzustellen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diesen Weg mitzunehmen. Das Programm heißt „Kommunikation 2020“. Vielleicht sollten Sie sich damit auch einmal auseinandersetzen, denn in diesem Zusammenhang wird Politik in Arbeitsmittel für unseren Magistrat umgesetzt.

 

Modernste Standards sollen schon demnächst für unsere BeamtInnenschaft zur Verfügung gestellt werden. Im Jahr 2018 startet schon im Jänner die Pilotphase mit neuen PCs, Notebooks, Telefonen und sonstigen Devices. Das wirklich Wichtige daran ist: Wir haben in den 16 Jahren, in denen wir die alte Technik genutzt haben, diese maximal ausgenutzt und können jetzt diese weiteren Schritte voran tun. Wir schaffen somit Werkzeuge für bessere Zusammenarbeit im Magistrat. Mehr Services für die BürgerInnen und geringere Kosten im täglichen Bedarf sind die Folge.

 

Auch eine Druckerstrategie ist angedacht beziehungsweise wird umgesetzt, wobei die Nachhaltigkeit wichtiger Ressourcen in unserer Stadt großgeschrieben wird.

 

Der virtuelle Arbeitsplatz, so wie ihn viele schon kennen, damit wir von unterschiedlichsten Bereichen in der ganzen Stadt online und mobil arbeiten können, wird Ende des Jahres bereits für 7.500 Magistratsbeamte möglich sein.

 

Auch bei den Ausschreibungen in unserer Stadt wird Digitalisierung genutzt und werden die Chancen der Digitalisierung hervorgekehrt. Bereits 19 Dienststellen und Unternehmungen der Stadt Wien arbeiten unter dem Programm E-Procurement mit einer IKT-Unterstützung

 

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