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Gemeinderat, 34. Sitzung vom 22.03.2018, Wörtliches Protokoll  -  Seite 59 von 97

 

dass überhaupt genug Personal da ist und dass vielleicht auch nicht alles auf die LehrerInnen umgewälzt werden kann.

 

Beim Unterstützungspersonal haben wir uns dazu bekannt, dass Wien 100 in das System einbringen will. Wir haben mit den SchulpsychologInnen begonnen. Wir sind eigentlich auch im Plan, was aber nicht heißt, wenn wir diesen Plan erfüllen, dass man auf alle anderen, die schon im System sind, einfach verzichten kann. Das ist natürlich eine Sache, die zusammengehört und auch zusammen gedacht werden muss.

 

Zu dem Antrag, kümmert euch um die Lehrerinnen und Lehrer, unterstützt auch die NMS-LehrerInnen, möchte ich sagen, „Teach For Austria“ ist eine gute Sache. Ich selber würde mir gerne anschauen, was die neue Ausbildung bringt, weil sie beginnt jetzt auch auf den Pädagogischen Hochschulen. Wenn es dann trotzdem noch Unterstützung und andere Maßnahmen braucht, bin ich dafür, dass man es setzt, aber an sich möchte ich sagen, dass vieles, was in dem Antrag angesprochen wird, an sich in der Pädagogischen Hochschule vorgesehen ist. Also werden wir schauen, ob es genauso läuft, wie es auch geplant ist.

 

Bei der Verpflegung wurde schon in der Früh diskutiert, dass es ursprünglich eine Ausschreibung gegeben hat. Dass natürlich, wenn alles wächst, auch das wächst, ist klar. Ich meine, hast du mehr Kindergärten, mehr Schulen, hast du auch mehr Dinge zu beliefern. Ich sage nur, dass der Bioanteil steigt, dass natürlich versucht wird, alles Mögliche abzudecken, glutenfrei, laktosefrei, wenn jemand allergisch ist, und dass es ein hohes Ausmaß an Zufriedenheit gibt. Was ich schon glaube, wo Sie recht haben, ist, dass gerne andere am Kuchen mitnaschen und auch gerne liefern würden. Daran hege ich keinen Zweifel. Aber deshalb gleich alles neu auszuschreiben, weiß ich nicht, ob das der richtige Weg ist.

 

Zur Kollegin Schwarz: Ich habe es eh schon gesagt. Gewalt hat es immer wieder gegeben. Das ist, seitdem ich in der Schule war. Ich war einmal Schulsprecher. Das ist ein Thema, das einen begleitet und das immer die diversesten Ursachen hat. Es ist ausgelöst durch die letzte Diskussion. Da hat der Stadtschulratspräsident - Sie haben gesagt, Stadtrat, aber der Herr Himmer ist Stadtschulratspräsident - aufgerufen und gesagt, meldet euch, sagt alles. Er hat versucht, offensiv zu allen Informationen zu kommen. Denn über Informationen, die man nicht hat, kann man nichts aufzeichnen, kann man nicht reden, kann man eben dann nur im Nachhinein in der Zeitung lesen. Daher hat es da eine Offensive, einen offensiven Zugang gegeben. Sagt uns etwas und meldet das auch, was nicht heißt, dass nicht immer wieder auch Fälle gemeldet und in den Schulen diskutiert werden.

 

Es gibt auch Gewaltprävention. (GR Mag. Wolfgang Jung: Fragt einmal die Schulärzte!) Ich sage jetzt nur ein paar Dinge, die mir absolut einfallen. Es gibt total viel Arbeit mit sogenannten Peergroups, wo Schülerinnen und Schüler zuerst ausgebildet werden und dann als Gleichaltrige mit den Jugendlichen in den Schulen arbeiten. Es gibt natürlich auch Mediationen. Es gibt von außen, auch über die Bezirke, Vereine, die hier tätig werden. Die Polizei ist in dem Sinn regelmäßig in den Schulen, aber nicht, weil es dauernd Vorfälle gibt und sie geholt werden (GR Mag. Wolfgang Jung: Nein, überhaupt nicht!), auch das kommt im Einzelfall einmal vor, sondern im Regelfall kommen sie, weil sie Workshops abhalten (GR Mag. Wolfgang Jung: Gibt es Deutschunterricht auch noch oder nur mehr Workshops?), weil sie vom Elternverein, von der Schule eingeladen werden und dort über Informationen entsprechend gewaltpräventiv arbeiten. Das gibt es regelmäßig. Es gibt Sachen zur Selbstverteidigung. Wir haben Nachmittagskurse, die in den Schulen angeboten werden. Es gibt eine breite Palette, die jetzt schon geschieht. Es zeigt sich auch, dass es niemanden gibt, der das herunterspielen will. Es gibt entsprechend erfolgreiche Modelle. Alles, was ich jetzt aufgezählt habe, findet nicht nur statt, die Peer-Mediation, sondern hat dort, wo es ist, nachweislich auch Erfolg. Man muss den Lehrerinnen und Lehrern schon sagen: Fürchtet euch nicht, ihr seid relativ gut geschützt - das bekommt man nicht ganz leicht weg von einer Lehrerin, einem Lehrer -, aber wenn solche Informationen da sind, bitte sagt es dem Stadtschulrat, meldet es, dann wird man auch damit arbeiten können, und nehmt das ernst, weil was man nicht weiß, kann man in dem Sinn auch nicht bearbeiten.

 

Wenn die Kollegin Schwarz gern ein Praktikum haben möchte, bin ich nicht dafür, dass wir das heute beschließen. Aber ich kann sicher versuchen, mir gemeinsam mit Ihnen etwas zu überlegen, wie Sie noch zusätzlich zu Informationen kommen. In der Schule mitzuwirken, wissen Sie, ist ein bisschen schwierig. Ich selber zum Beispiel hole mir meine Informationen über Jugendzentren, wo viele von den Jugendlichen sind. Ich selber habe aber einen Vorteil, weil ich bin wienXtra-Vorsitzender. Wir haben immer wieder mit Jugendlichen zu tun. Über den Stadtschulrat ist natürlich eine regelmäßige Information mit Lehrern und Eltern da, und zwar aller Couleurs und aller Schulstufen. Daher haben wir die Informationen. Man braucht nicht so zu tun, als würden die BildungssprecherInnen alle nichts wissen. Ich hoffe, Sie haben das nicht nur auf sich selbst bezogen.

 

Was mich freut, muss ich allerdings sagen, bei dem letzten Antrag, zwar in der Geschäftsgruppe und nicht hier gestellt, ist, dass es in der ÖVP-Wien offensichtlich einen Sinneswandel oder eine andere Sicht der Dinge als beim Bildungs- und Wissenschaftsminister gibt. Er hat gesagt, die Schulsozialarbeit kommt deshalb weg, weil das inkompatibel ist, das kann man gar nicht in die Schule hineinbringen, wie das überhaupt funktionieren soll und das kann gar nicht gehen. Er hat das sozusagen systemisch begründet. Die ÖVP ist in Wien offensichtlich schon der Meinung, dass das funktionieren kann, und fordert daher Sozialarbeit. Bitte überzeugen Sie ihn einmal, dass das schon kompatibel ist, in der Schule gut integrierbar ist und gut in den Unterricht passt. Das wäre für uns, zumindest argumentativ, auch eine entsprechend gute Geschichte.

 

Zum Kollegen Aigner: Ist er überhaupt noch da? Wurscht! (GR Dr. Wolfgang Aigner: Da sitzt er! Ganz nahe!) - Doch da! Er ist nahe und gut ausgeleuchtet auch

 

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