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Gemeinderat, 6. Sitzung vom 22.10.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 7 von 114

 

Das ist eigentlich der wichtige Teil im Zusammenhang mit der Frage: Wie geht es den Kindern, und haben wir eine gute Gesundheitsversorgung? - Von Mediatoren in den Spitälern höre ich, dass man bereits wirklich spürt, dass wir die Möglichkeit für kindermedizinische Untersuchungen und Behandlungen definitiv verbessert haben in unserer Stadt.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 1. Zusatzfrage kommt von GRin Schütz. - Bitte schön.

 

9.24.21

GRin Angela Schütz, MA (FPÖ): Vielen Dank für die Beantwortung dieser Frage.

 

Ich meine aber, man sollte den Aufgabenbereich der Schulärzte nicht einfach so abtun, weil das eine wichtige Institution ist. Daher sollte man diesbezüglich das Licht nicht unter den Scheffel stellen. Die Schulärzte haben Verantwortung für Untersuchungen und auch für die Beratung von Lehrern in Fragen von Gesundheitsproblemen. Sie schulen die Lehrer in Bezug auf Erste Hilfe. Sie betreuen chronisch Kranke, wenn es notwendig ist. Sie sind oft Ansprechpartner für psychisch kranke Kinder. Gerade in diesem Bereich haben wir einen starken Anstieg, den man nicht leugnen kann. Es geht in diesem Zusammenhang um Bewegungsmangel, um gesunde Ernährung, um den problematischen Medienkonsum, im Hinblick worauf die Zahl der psychisch auffälligen Kinder eher steigt.

 

Daher meine Frage: Welche Maßnahmen werden Sie konkret setzen, damit wieder mehr Schulärzte in den Schulen tätig werden?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Bitte, Herr Stadtrat.

 

Amtsf. StR Peter Hacker: Ich glaube, es ist Ihnen jetzt ein rhetorisches Hoppala passiert, denn nicht wegen der Schulärzte steigen die psychischen Belastungen von Kindern.

 

Ich sage es noch einmal, und so war es zu verstehen: Es war das nicht eine Kritik an den Schulärzten, das lasse ich mir nicht unterstellen, aber vielleicht war ich unpräzise oder undeutlich, in diesem Fall nehme ich das auf meine Kappe. Ich kritisiere, dass in der Gesetzgebung hinsichtlich der Definition der Aufgabe von Schulärzten nichts weitergegangen ist. Ich habe schon mit Ministerin Hartinger darüber diskutiert, dass wir eigentlich ein modernes Jobprofil brauchen. Es ist seither aber gar nichts passiert. Wir haben nach wie vor keine Veränderungen der Definition, was ein Schularzt ist.

 

Die Erwartungshaltung der Eltern wäre eigentlich - und ich verstehe das auch -, dass der Schularzt eine ähnliche Funktion hat wie ein Betriebsarzt in einem großen Betrieb. Diese Funktion hat der Schularzt aber nicht. Wir haben nicht einmal eine gemeinsame Datenbank, in welche die Erkenntnisse von Messen und Wiegen einfließen, geschweige denn, dass die Tätigkeit der Schulärzte ans elektronische Gesundheitssystem ELGA angebunden ist. Der niedergelassene Kinderarzt beziehungsweise der niedergelassene Facharzt hat also überhaupt nichts von den Erkenntnissen des Schularztes, außer wenn er einen Zettel bekommt, den die Eltern geschrieben haben oder den der Schularzt den Eltern gegeben hat. Das halte ich für ein System, das zu reformieren ist. So war meine Kritik zu verstehen. Es war dies keine Kritik an den Schulärztinnen und Schulärzten, sondern meine kritische Feststellung, dass wir ein modernes Jobprofil brauchen. Wenn wir wollen, dass in diesem Zusammenhang tatsächlich erste Schritte in Richtung Diagnostik und Behandlung stattfinden, dann wird man darüber diskutieren müssen, das Jobprofil von Schulärztinnen und Schulärzten grundlegend zu überarbeiten.

 

Ich bin froh, dass gerade in Wien die Schulärzte an den Pflichtschulen - im Gegensatz, zu meinem Ärgernis, zu den Schulärzten an den Bundesschulen - wenigstens darauf schauen und sich wirklich großartig dafür anstrengen, dass unsere Kinder in den Schulen gut durchgeimpft sind. Insofern machen sie einen großartigen Job. Dafür haben wir als einziges Bundesland selbst gesorgt. Das ist also nicht geschehen, weil es vom Bund vorgegeben wurde, geschweige denn Vorkehrung dafür getroffen wurden. Wir achten außerdem auch noch darauf, dass alle Impfungen im elektronischen Impfservice, das es in unserer Republik gibt, eingetragen sind.

 

Das, was unsere Schulärzte machen, ist ganz großartig. Ich möchte, wie gesagt, nicht missverstanden werden, und daher sage ich noch einmal in aller Deutlichkeit: Ich vermisse die Weiterentwicklung eines modernen Jobprofils für Schulärztinnen und Schulärzte in unserer Republik. Das ist das, was ich vermisse. Und ich bin überzeugt davon, dass wir, solange es nicht gelingt, ein modernes Jobprofil zu erstellen, nicht genügend Ärzte finden werden, die sagen: Das ist aber ein spannender Job, den möchte ich gerne machen!

 

Das ist unser Problem. Wir haben in diesem Bereich ja unbesetzte Dienstposten. Es könnte jederzeit jemand anfangen, aber das interessiert die Leute nicht. Und ich füge hinzu, dass ich das bis zu einem bestimmten Grad auch verstehe. Es ist cool, mit Kindern zu arbeiten, überhaupt keine Frage. Wenn man aber letztlich eine zehn- bis zwölfjährige Ausbildung als Ärztin oder Arzt hat und dann nur messen und wiegen und in den Mund schauen darf, dann erhebt sich, ehrlich gesagt, die Frage: Was ist an diesem Job prickelnd?

 

Deswegen glaube ich, dass wir eine Veränderung brauchen. Ich würde mich freuen, wenn diesbezüglich ein Ruck durch die Republik geht, weil das eine nationale Aufgabe ist. Das können wir auf Landesebene - wie ich noch einmal betone - leider nicht lösen.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 2. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. - Herr GR Zierfuß bitte.

 

9.28.43

GR Harald Zierfuß (ÖVP): Sehr geehrter Herr Stadtrat!

 

Wir haben jetzt viel gehört über Pilotprojekte mit School Nurses, die an einigen Schulen beziehungsweise an einigen wenigen Schulen, wie man sagen muss, aktiv sind. Wir haben auch viel gehört über die Aufgaben, die Schulärzte haben. Ich möchte aber doch noch einmal hervorheben: Die Aufgabe der Stadt ist nach § 45 Wiener Schulgesetz, dass jede Schule mit einem Schularzt versorgt ist, der für diese Schule bestellt ist. Wir hatten im Jahr 2018 zu Ihrem Amtsantritt 67 Schulärzte, jetzt sind es 42 Schulärzte für 450 Pflichtschulen, also in

 

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