Gemeinderat, 6. Sitzung vom 22.10.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 9 von 114
Stadt Wien und jenen, die von der Gemeinde Wien gefördert werden, vor?)
Schönen guten Morgen, Frau Stadträtin. Ich bitte um Beantwortung.
Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Ich wünsche einen schönen guten Morgen Ihnen allen, die hier analog versammelt sind, allen Kolleginnen und Kollegen, Ihnen, Herr Bürgermeister, Ihnen, Herr Vorsitzender, allen Gemeinderäten und natürlich auch allen, die am Livestream zuschauen.
Ich danke für die Frage, Herr Worotynski. Sie dreht sich um die Wiener Kinder. Ich wiederhole diese: "In Wien hat vor wenigen Wochen die Schule für über 250 000 SchülerInnen begonnen. Welche Kulturangebote finden die Wiener Kinder und Jugendlichen in den Kultureinrichtungen der Stadt Wien und jenen, die von der Gemeinde Wien gefördert werden, vor?
Ich weiß nicht, wie viel Zeit ich habe, Ich werde versuchen, mich kurz zu fassen, denn es gibt eine unglaublich große Fülle an Institutionen die ein ganz starkes Augenmerk auf Kinder und Jugendliche legen.
Zuallererst möchte ich das Wien Museum erwähnen. Dieses ist eine der wichtigsten Institutionen der Stadt Wien. Seit dem Vollbetrieb dieses renovierten und neu gestalteten Museums im Jahr 2024 wurden bereits über 2 100 Führungen und Workshops gebucht - und zwar der Großteil davon für SchülerInnen. Insgesamt wurden 17 000 Kinder und Jugendliche hier betreut.
Dazu kommen aber auch Sonderprojekte in Kooperation mit "Jugend am Werk" beziehungsweise ein Projekt, das ich auch für zukunftsweisend erachte. Es nannte sich "Komm mal klar!" Dabei wurden jüdische und muslimische Jugendliche ins Gespräch gebracht. Gott sei Dank geschah das außerhalb aktueller politischer Themen, die alle beschäftigen. Vielmehr ging es da wirklich um Fragestellungen wie: Wie stellst du dir gemeinschaftliches Leben in Zukunft vor? Was ist dir wichtig? Welche Prioritäten setzt du? - Es war dies wirklich ein wunderbares Ereignis, bei dem ich auch dabei sein konnte. Die Jugendlichen haben dann auch gemeinsam eine kleine Ausstellung in diesem Project Space miteinander konzipiert.
Natürlich gilt unser Augenmerk trotz Sparthematiken auch ungebrochen der Entwicklung eines zentralen Leuchtturmprojektes in den kommenden Jahren, nämlich des Zentrums für Kinderkultur in Floridsdorf. In dem AMS-Gebäude, das jetzt sozusagen entweidet wurde, wird im Rahmen einer guten Nachnutzung ein zentraler Ort für Kinder entstehen, wo Wissenschaft, Kultur, Kunst aber auch Literatur in verschiedensten Sprachen Platz haben wird. Es wird dies also auch ein Kinderliteraturhaus sein. Wie Sie alle gehört haben, musste die Eröffnung aber etwas verschoben werden, weil es auf Grund der Situation der öffentlichen Verkehrsmittel hier auch zu einem verschobenen Baubeginn kommt und dadurch natürlich der ganze Zeitplan in der geplanten Form nicht gehalten werden kann. Der Baubeginn soll sich jetzt auf das Frühjahr 2026 verschieben, und im Herbst 2028 sollten wir so weit sein, das Zentrum für Kinderkultur auch wirklich eröffnen zu können und die Tore weit aufzumachen.
Es gibt nicht nur Projekte für Schülerinnen und Schüler, sondern es gibt auch Projekte für Lehrlinge, zum Beispiel das Projekt GO.FOR.CULTURE von Basis.Kultur, in dessen Rahmen es wirklich maßgeschneiderte Angebote gibt, um Jugendlichen Zugänge und auch Bezüge zu Wiener Kultureinrichtungen zu eröffnen. - Ich glaube, genau diese physische, sinnliche Erfahrung und das Kennenlernen wirken viel stärker als nur eine Lecture oder irgendeine Vorlesung über Einrichtungen, die wir in der Stadt haben.
Diese Prozesse setzen sich in vielen Bereichen fort. Es wird auch mit Lehrlingsbetrieben und Wiener Kulturbetrieben zusammengearbeitet. Es gibt Workshops im Bereich des OeAD, der Österreichischen Agentur für Bildung und Internationalisierung. Insgesamt haben wir dort bereits 20 Module mit insgesamt 200 TeilnehmerInnen umgesetzt. 2025 gibt es Arbeiten mit der Künstlergruppe Gelatin, mit den Symphonikern, mit der Musik-Uni, mit dem Fotoarsenal, mit dem Kunsthaus, mit dem Künstlerhaus und mit der Kunsthalle. Es machen sich also alle Institutionen, für die ich verantwortlich bin, auf den Weg, um verstärkt auch Jugendliche und Kinder zu sensibilisieren und ihnen Lust auf Kunst und Kultur zu machen.
Aber auch in der Wissenschaft gibt es Modelle, die ich wirklich schön finde. Diese arbeiten seit einigen Jahren fantastisch, etwa der Verein ScienceCenter-Netzwerk. Diese Vereine bringen in ihrem Wissensraum niederschwellig in die Grätzeln kostenlose Angebote zum Ausprobieren von Wissenschaft und Technik direkt sozusagen vor die Haustür - und zwar oft auch in sozial benachteiligten Bezirken. Wir hatten einmal im Donauzentrum mitten in der Einkaufsmeile einen Stand, und es war wirklich erfreulich wie stark das angenommen wurde. Es werden Formate ohne Anmeldung geboten. Man kann dort also wirklich vorbeikommen und daran teilnehmen - und zwar bei der Wissenschaftswerkstatt ab acht Jahren oder bei der DIGI-Werkstatt, wo einfach mit digitalen Medien umgegangen wird, ab zehn Jahren.
Ein weiteres Projekt im Bereich der Wissenschaft ist das Vienna Open Lab im Vienna Biocenter. Das ist Österreichs erfolgreichstes Hands-on-Labor. Ich empfehle, dort wirklich einmal einen Besuch zu machen, man kann da nämlich sogar die eigene DNA ermitteln. Es ist wirklich unglaublich, was man dort vor Ort machen kann. Es gibt natürlich Workshops für Volksschulen, Oberstufen und natürlich auch für Lehrkräfte. Man kann dort pipettieren, DNA ermitteln, Mikroskopie erlenen. Dabei gibt es ungefähr 13 000 TeilnehmerInnen pro Jahr und insgesamt 150 000 BesucherInnen. Das war der Stand vom Juni. Für Wiener Schulen ist das auch über die Wiener Bildungschancen buchbar.
Ganz neu seit dem 1. Juli 2025 gibt es an der MedUni Wien das LBI SOAP. Dieses betreibt Citizen Science mit jungen WienerInnen und verbindet Forschung, Citizen Science und Wissenschaftsvermittlung - und zwar auch zur Stärkung der Gesundheits- und Wissenschaftskompetenz der Bevölkerung. In diesem Zusam
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