Gemeinderat, 6. Sitzung vom 22.10.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 10 von 114
menhang sind auch die Einbindung und das Partizipieren, also das selbstständige Erlernen, eine zentrale pädagogische Säule.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank.
Die 1. Zusatzfrage kommt von der SPÖ. - Herr GR Worotynski, bitte.
GR Filip Worotynski, MA (SPÖ): Ich danke schon einmal für die Beantwortung und möchte gerne auch noch weiter nachfragen. Das geschilderte Angebot ist ja recht breit gefächert. Was tut die Stadt Wien, um die Zugänglichkeit für junge Menschen zu gewährleisten?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Bitte, Frau Stadträtin.
Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Neben den bereits besprochenen Konzepten gibt es auch völlig neue Konzepte, die gerade Jugend- und Klubkultur in den Fokus nehmen. Wir haben eine Gruppe, die nach Corona durchaus Schwierigkeiten hatte, wieder in angestammte Orte der Klubkultur zu gehen. Die Jugendlichen haben sich teilweise angewöhnt, sich auf der Donauinsel oder sonst irgendwo hinzustellen und dann halb legale Raves zu planen. Manchmal gab es natürlich von AnrainerInnen Beschwerden, das ist klar.
Jetzt haben wir aber etwas gemeinsam gefunden: Wir nennen das "Free Spaces 2025". Das ist ein Projekt der Vienna Club Commission und wurde von der Stadt Wien entwickelt. Es ist dies eine konsumfreie Zone für Klubkultur und auch ohne AnrainerInnen-Beschwerden. Das ist fantastisch. Ich war selbst als quasi den Altersdurchschnitt wesentlich stark hebende Person dort, und ich habe mich darüber gefreut, wie stark der Zulauf war. Es hat um 16 Uhr schon begonnen, und es war wirklich unter dieser Donaubrücke alles gerammelt voll. Das ist ein so ein guter Ort, weil dort eben diese Jugendkultur ermöglicht wird, ohne dass es größere Probleme gibt. Es war dies zuerst einmal ein Pilotprojekt, und dann haben wir das verbessert. Es konnten gemeinsam mit meinem Kollegen Jürgen Czernohorszky auch WC-Anlagen der MA 48 zur Verfügung gestellt werden. Wir konnten die Sperrstunde auf 24 Uhr ausweiten. Es wurden ganz einfach auch behördliche Genehmigungen vereinfacht. Die Stromversorgung wurde von der Stadt zur Verfügung gestellt
Dadurch trägt sich das auch. Es gibt sonst keine Fördermittel, sondern diese Klubs sind sehr stark einnahmenseitig ausgelegt. Wir haben eine kleine Förderung von 3 000 EUR sozusagen als Anschub gegeben, das ist aber wirklich pro Klub sehr, sehr wenig. Das ist nicht kostendeckend. Die Verantwortlichen müssen also schauen, wie sie dazu kommen. Man arbeitet mit freien Spenden, das heißt, sie kommen quasi durch. Hätten sie aber die anderen Kosten für Stromversorgung und WC-Anlagen auch noch zu tragen, dann würden sie nicht auskommen.
Insofern war das eine gute Aktion, die, wie ich meine, unbedingt weitergeführt werden muss. Als ich dort war, war gerade eine Delegation aus Amsterdam da, und die Leute haben gesagt: So etwas brauchen wir auch in Amsterdam.- Schauen wir einmal, unter welcher Brücke sie das schaffen, denn die haben ja weniger Platz als wir!
Dann haben wir auch noch das Popfest. Das ist natürlich ein wichtiges Ereignis im öffentlichen Raum. Auch das ist Teil einer Gratis-Kultur die wir auch in Sparzeiten hochhalten wollen. Warum? - Weil die Menschen, die nicht die nötigen finanziellen Mittel haben, über diese Gratis-Kultur ganz einfach Teilhabe erfahren. Wir haben eigens auch eine Broschüre gemacht für alle, die an Kultur partizipieren wollen: Ob die Veranstaltungen jetzt in den Sommerkinos oder beim Popfest, also in unterschiedlichen Bereichen oder eben auch im Kultursommer, stattfinden: Das ist wichtiger denn je, denn die Leute haben, wie wir wissen, weniger Geld in der Tasche, und im Hinblick darauf muss eine Stadt diese Grundversorgung auch in der Kultur bereitstellen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank.
Die 2. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. - Herr GR Mahrer, bitte.
GR Karl Mahrer (ÖVP): Schönen guten Morgen, Frau Stadträtin.
Der Schulbeginn ist ja immer auch ein Anlass, über Defizite im Bereich der Schule nachzudenken - und zwar jetzt ganz konkret in Ihrem Geschäftsbereich in Kunst und Kultur. Vor allem geht es um das Defizit der Musikschulplätze. Ich danke auch für den Überblick über viele, viele Einzelprojekte, den Sie gegeben haben.
Sie haben auch das Wort Grundversorgung genannt, und Grundversorgung besteht auch in einer ausreichenden Anzahl von Musikschulplätzen in den Schulen. Sie wissen es - und Studien belegen es ja -, wenn Kinder und Jugendliche in Kunst, Kultur und Musik ausgebildet und gebildet sind, werden sie einen leichteren Zugang zu Engagement in Kunst und Kultur finden.
Wien ist ja bekannt für seine großen musikalischen Leistungen. Wien ist Musikweltstadt, manche sagen, dass Wien Musikwelthauptstadt ist. Wir haben aber zu wenige Musikschulplätze. Und wenn Sie die Entwicklung von 2010 bis heute verfolgen, dann sehen Sie, dass das eine dramatische Entwicklung ist. Viele Kinder finden keinen Platz, wenn sie einen Musikschulplatz suchen.
Frau Stadträtin! Sie sind zuständig und verantwortlich für Kunst und Kultur. Meine Fragen lauten: Wie erklären Sie sich diesen Rückgang an Musikschulplätzen in Wien? Welche Maßnahmen treffen Sie im Zusammenwirken mit der für Schulen zuständigen Stadträtin, um im Bereich Kunst und Kultur vor allem die Zahl der Musikschulplätze in Wien wieder zu steigern, sodass jedes Kind in Wien auch die Chance hat, einen Musikschulplatz zu bekommen?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Danke, Herr GR Mahrer.
Sie wissen, diesbezüglich singen wir seit Jahren im Duett oder Terzett beziehungsweise im Quartett oder im Quintett. Wir alle haben das Thema, dass wir es als große Herausforderung in einer Millionenstadt erkennen, das zu gewährleisten. Das ist völlig klar. Das möchte ich auch gar nicht kleinreden. Wir setzen, was meine Zu
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular