Gemeinderat, 6. Sitzung vom 22.10.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 11 von 114
ständigkeit betrifft, natürlich unterschiedliche Initiativen wie etwa SUPERAR. SUPERAR ist eine fantastische Initiative, die zuerst gar nicht und dann ganz klein gefördert wurde. Wir haben das dann aber sehr groß gefördert. Diese Initiative ist in der Ankerbrotfabrik angesiedelt.
Und was tut diese Initiative? - Sie laden Kinder aus Haushalten, wo eben nicht unbedingt ein Musikinstrument greifbar ist oder kulturell andere Instrumente gespielt werden - was auch sein kann - ein, miteinander zu musizieren. Den Rahmen dafür haben wir sehr stark angehoben und werden da trotz Sparplänen nicht zurückschrecken. Denn was bewirkt das? - Dieses gemeinsame Musizieren ist etwas anderes als das einsame Musizieren. Ich habe eine Tochter, die drei Jahre lang Geige spielen gelernt hat, und ich kann sagen: Das einsame Quietschen dieses Instruments ist eine Herausforderung auch für Eltern. (Heiterkeit.)
Es ist wirklich ein harter Weg, bis man zu dem Punkt kommt, dass das nach Musik klingt. Das wird aber leichter, wenn man mit anderen spielt und plötzlich auch andere Instrumente mit dabei sind. Und diese Initiative geht so vor: Sie setzen die Kinder von Anfang an zusammen. Am Anfang bekommt man eine Holzgeige oder macht nur einen Takt oder spielt nur eine Saite.
Das sind Zukunftsmodelle. Musikinstrumente zu spielen soll anders erlernt werden, als es früher war. Ich habe da viele Ideen - und es mangelt nicht an unser aller Willen. Ich glaube, dass auch die Vizebürgermeisterin durchaus ein Interesse daran hat. Es gibt Modelle, über die wir sprechen werden, mit denen wir in Zukunft vielleicht auch diese Versorgung verbessern können. Es gibt aber leider einen Zusammenhang zwischen Finanz und den Möglichkeiten. Dass das aber notwendig ist, da bin ich vollkommen d'accord mit Ihnen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Holzgeige hätte mich auch begeistert.
Die 3. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GRin Mag. Berner, bitte.
GRin Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE): Guten Morgen.
Ich danke für die Vorstellung der vielen Projekte für junge Leute in Wien. Wir freuen uns auch, dass es in diesem Zusammenhang viele gute Projekte in Wien gibt.
Ich habe eine spezielle Frage zum Thema Junges Theater Wien. Wir finden es natürlich toll, Junges Theater in die Außenbezirke zu bringen. Im Sinne der Sparmaßnahmen lautet jetzt aber meine Frage: Wird angedacht, dieses Projekt Junges Theater Wien, also outreach, irgendwie mit dem Theater der Jugend zusammenzudenken?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Ich denke, diese Gruppen werden, wenn sie ihre Arbeit gut machen, auf jeden Fall miteinander kooperieren müssen. Ich habe der zukünftigen Leiterin Aslı Kışlal natürlich in unseren Gesprächen auch mit auf den Weg gegeben, dass wir stärker werden, wenn wir alle Synergien, die es jetzt braucht, besser nutzen.
So ist ja auch dieses Junge Theater Wien entstanden, indem wir gesagt haben: Wir fördern Gruppen, die vielleicht nach einer langen Probenzeit sehr oft nur vier-, fünf- oder sechsmal spielen. Sie brauchen ökonomische Ressourcen, Materialien, Zeitressourcen, dann haben sie aber oft keine weitere Spielfläche. Und da wir nicht in jedem Bezirk Wiens ein Kindertheater bauen können - das ist einfach unmöglich -, haben wir gesagt: Wir bringen diese Leute in ein Tournee-System unter Ausnützung aller Räume, die wir finden, ob das jetzt die Volkshochschulen sind oder ob dass das Schloss Neugebäude in Simmering ist. Es werden sehr viele Orte miteinander vernetzt, um die Ressourcen der Künstlerinnen und Künstler bestmöglich auszunutzen.
Wir in der Stadt Wien haben ja diesen sozialen Kontrakt. Dabei geht es darum, wirklich für Arbeit zu sorgen, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, und es geht darum, von dieser Arbeit auch länger zu profitieren. Gleichzeitig bringen wir dieses Projekt in fünf Bezirke. Wir hätten das auch gerne noch mehr ausgeweitet, das ist aber in der derzeitigen Lage gar nicht möglich. Die Vernetzung von wichtigen Institutionen, auch zur Hebung der Qualität, ist uns aber ein ganz großes Anliegen. Und ich bin mir ganz sicher, dass sowohl Stephan Rabl als auch Aslı Kışlal daran arbeiten werden, ein neues Programm für die jungen, kleinen Wienerinnen und Wiener möglichst auch mit Feuer und Engagement zur Verfügung zu stellen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von der FPÖ. - Herr GR Brucker, bitte.
GR Lukas Brucker, MA (FPÖ): Schönen guten Morgen, Frau Stadträtin.
Die Wiener Festwochen bieten ja ebenfalls neben ihren Hauptproduktionen ein eigenes Programm für Kinder und Jugendliche. Jetzt ist es aber so, dass der ehemalige Staatsoperndirektor Ioan Holender deutliche Worte zu den Wiener Festwochen gefunden hat. Er sprach von einer fragwürdigen, künstlerisch irrelevanten und nur durch das städtische Budget noch existierenden Einrichtung.
Wie bewerten Sie diese Kritik? Sehen Sie angesichts einer solchen Einschätzung Handlungsbedarf, die Förderpolitik der Stadt in Bezug auf die Wiener Festwochen zu ändern?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Kollege Brucker! Diese Anfrage bezieht sich auf das Kulturangebot für Wiener Kinder und Jugendliche. Die Festwochen stehen meines Erachtens in diesem Zusammenhang nicht sehr stark im Mittelpunkt. Es geht hier um die Förderung für Kinder und Jugendliche und nicht um die Wiener Festwochen. Wenn Sie eine solche Frage stellen wollen, dann bringen Sie diese bitte ein! Ich stelle es aber natürlich der Frau Stadträtin frei, darauf zu antworten, auch wenn das nicht im Zusammenhang mit der Hauptfrage steht.
Und ich würde Sie bitten, die Geschäftsordnung zu lesen: Eine Zusatzfrage hat in Verbindung mit der Hauptfrage zu stehen.
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