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Gemeinderat, 6. Sitzung vom 22.10.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 16 von 114

 

ganz normales Leben führen und durch das Substitutionsprogramm begleitet werden. Das Problem, das wir dort haben und welches, wie ich selbst erwähnt habe, derzeit noch nicht zufriedenstellend gelöst ist, besteht vielmehr darin, dass es dort einen sehr schwunghaften Drogenhandel gibt. Es muss daher unser Ziel sein, dass wir auf der einen Seite die Drogenabhängigen begleiten, versuchen, sie von der Sucht wegzubringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich wieder in die Gesellschaft zu integrieren, dass wir aber auf der anderen Seite mit aller Härte gegen den Drogenhandel vorgehen. Das tun wir von Seiten der Stadt soweit wir das können. Wir brauchen aber ganz stark natürlich auch entsprechende Maßnahmen der Polizei, verbunden auch mit der Hoffnung, dass wir nicht nur die Verkäufer finden, sondern natürlich auch die Hintermänner und die Organisationen dahinter, die finanziell von diesem Drogenhandel immens profitieren.

 

Von daher stellen wir natürlich auch immer wieder Überlegungen an, wo wir Einrichtungen für einen Spritzentausch schaffen. Ich habe schon erwähnt, dass wir etwa 50 Einrichtungen haben, 34 Einrichtungen aus der Wiener Wohnungslosenhilfe, sechs Apotheken, neun Einrichtungen des Sucht- und Drogenhilfenetzwerkes. Diese Einrichtungen befinden sich an verschiedenen Stellen, natürlich in bewohnten Gebieten, doch auch in Industriegebieten, aber jedenfalls hauptsächlich dort, wo sich die Menschen aufhalten. Dabei handelt es sich neben den bewohnten Gebieten vor allem natürlich auch um die großen Verkehrsknotenpunkte beispielsweise entlang der U-Bahnen.

 

Im Hinblick darauf kämpfen wir gemeinsam mit der Wiener Polizei an mehreren Orten, um diesen Drogenhandel zu unterbinden. Das ist auch der Grund dafür, dass wir beispielsweise Videoüberwachung auf dem Reumannplatz und auf dem Keplerplatz eingerichtet sowie verstärkte Einsatzmöglichkeiten gemeinsam mit der Wiener Polizei und der Gruppe für Sofortmaßnahmen geschaffen haben. In diesem Sinne muss auch immer - und zwar auch von jenen, die das abschätzen können - geprüft werden, inwieweit wir den Drogenhandel unterbinden können und an welchen Stellen wir den Drogenabhängigen durch Beratung am stärksten sozialarbeiterische Hilfe angedeihen lassen können. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank, Herr Bürgermeister.

 

Damit ist die 4. Anfrage beantwortet.

 

10.20.30

†VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc - Frage|

Die 5. Anfrage (FSP-1243998-2025-KGR/GM) wurde von Frau GRin Mag. Malle gestellt und ist an die Frau Amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe für Bildung, Jugend, Integration, Transparenz und Märkte gerichtet. In dieser Frage geht es um die Sprachförderkräfte in den Schulen. (Laut der Anfragebeantwortung zur Zahl PGL-951199-2025-KGR/GF vom 16. September 2025 gibt es in Wiens elementaren Bildungseinrichtungen 16 824 Kinder mit Sprachförderbedarf. Aus der Anfragebeantwortung geht auch hervor, dass 404 Sprachförderkräfte in elementaren Bildungseinrichtungen in Wien tätig waren. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Zahlen, dass 258 Kindergartenstandorte keine Sprachförderkraft haben. Daher die Frage: Wie viele der 16 824 Kinder, die einen Sprachförderbedarf haben, haben wegen fehlender Sprachförderkräfte keine Sprachförderung erhalten?)

 

Guten Morgen, Frau Stadträtin, und bitte um Beantwortung.

 

VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Einen schönen guten Morgen, liebe Frau Abgeordnete.

 

Vielen Dank für die Frage bezüglich Sprachförderkräften im Kindergarten. Sie stellen die Frage, weshalb wegen fehlender Sprachförderkräfte Kinder keine Sprachförderung erhalten haben. - Ich möchte gleich vorneweg klarstellen, dass jedes Kind im Kindergarten Sprachförderung erhält: Gemäß § 2 Abs. 2 Z 4 des Wiener Kindergartengesetzes ist die Förderung der Sprachkompetenz Aufgabe der Bildungsarbeit im Kindergarten. Das bedeutet, dass Sprachförderung zu den grundsätzlichen Aufgaben elementarpädagogischer Fachkräfte gehört und somit auch jedes Kind Sprachförderung erhält. Das geschieht in Zusammenarbeit mit den pädagogischen Fachkräften an den jeweiligen Standorten und folgt dem Konzept der alltagsintegrierten Sprachförderung, was, glaube ich, ganz wichtig ist, weil Sprachförderung natürlich ganzheitlich gesehen werden muss und im Kindergarten auch über viele Angebote, die von den Pädagoginnen und Pädagogen gesetzt werden, funktioniert.

 

Klar ist aber auch, dass wir gerade in den letzten Jahren eine massive Herausforderung beim Spracherwerb und Sprachstand von Kindern in den Kindergärten dazu bekommen haben. Daher muss man auch sagen, dass die entsprechenden Maßnahmen der Sprachförderung im Kindergarten, so wie er momentan funktioniert - und er verändert sich natürlich über die Jahre und hat sich gerade in den letzten Jahren stark verändert - nicht mehr stemmbar sind, weil nämlich viele Kinder gezielte Sprachförderung brauchen. Aus diesem Grund wurde damit begonnen, Sprachförderkräfte auszubilden und anzustellen, um die Elementarpädagoginnen und Elementarpädagogen im Kindergarten hinsichtlich Sprachförderung der Kinder nochmals besser zu unterstützen.

 

Ich kann die Frage auch hinsichtlich der Anzahl von Standorten konkret beantworten, an denen keine Sprachförderkraft zugeteilt wurde. Derzeit sind es 258 Standorte, wo bist jetzt keine Sprachförderkraft zugeteilt werden konnte - und zwar auf Grund des Abzugs und Zuzugs von Familien und eines Wechsels der Kinder auch in den elementaren Bildungseinrichtungen. Betreffend Gruppengröße gibt es eine sehr hohe Schwankungsbreite, was die Kinderanzahl betrifft.

 

Ich möchte auch prinzipiell noch gern etwas sagen: Mit diesem Regierungsprogramm stellen wir uns als Aufschwungskoalition im Hinblick auf den gesamten Bildungsbereich bewusst unter das Leitmotiv der gemeinsamen Sprache Deutsch. Das heißt, es werden gerade auch in den nächsten Monaten wieder zahlreiche weitere gezielte Maßnahmen gesetzt werden, um den Erwerb der deutschen Sprache von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu fördern. Unser Ziel dabei ist es im

 

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