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Gemeinderat, 6. Sitzung vom 22.10.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 17 von 114

 

mer, alle mitzunehmen - und zwar vor allem im elementarpädagogischen Bereich -, möglichst alltagsintegriert zu arbeiten und viele Unterstützungskräfte dazuzuholen. Ich bin nämlich überzeugt davon, dass jedes Kind, das in unserer Stadt aufwächst, die deutsche Sprache auch als Schlüssel für Bildung, Integration und Teilhabe mit auf den Weg bekommen soll. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 1. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. -Frau GRin Mag. Malle, bitte.

 

10.24.05

GRin Mag. Mag. Julia Malle (GRÜNE): Guten Morgen, Frau Bildungsstadträtin, und vielen Dank für die Beantwortung.

 

Ich möchte allerdings anmerken: Wir haben nicht gefragt, weshalb die Kinder keine Sprachförderung bekommen, sondern wie viele der 16 824 Kinder, die Sprachförderbedarf haben, keine Sprachförderung erhalten. Es ging also nur um die Anzahl, und es ist aus unserer Sicht nicht ganz verständlich, warum das in einer Stadt wie Wien, die auch Smart City-Strategien verfolgt, eigentlich nicht leicht zu erheben ist. Auch wenn Sie natürlich recht haben, dass das Schwankungen unterliegt, müsste man das in einer Stadt wie Wien doch mit einem Knopfdruck feststellen können.

 

Ich frage Sie jetzt aber noch etwas anderes, nachdem wir darauf auch noch keine Antwort bekommen haben. Wir hatten im Juni 404 Sprachförderkräfte in den elementaren Bildungseinrichtungen, das sind zirka 300 Vollzeitäquivalente. Das ist der Ist-Stand mit Juni. Die Herausforderungen werden natürlich mehr. Können Sie den Ist-Stand zum heutigen Tag nennen was die Anzahl der Sprachförderkräfte betrifft?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.

 

VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Danke für die Frage. Ich werde darauf sehr gerne antworten. Ich möchte aber vorher auch auf den ersten Punkt eingehen, weil die Frage lautet, wie viele Kinder keine Sprachförderung erhalten. - Ich glaube, die Antwort war relativ klar, dass nämlich jedes Kind, das in den Kindergarten geht, prinzipiell Sprachförderung erhält und dass Sprachförderkräfte an gewissen Standorten eingesetzt werden, dass aber auch an 258 Standorten keine Sprachförderkraft zur Verfügung steht. Hinsichtlich der Kinderzahl geht es, wie ich auch erklärt habe, um die Schwankungsbreite, die sich auf Grund der Gruppengrößen, aber auch durch den Wechsel der Kinder in den Einrichtungen ergibt. Man könnte eine Hochrechnung anstellen, was aber nicht wirklich seriös wäre. Das kann man aber natürlich anstellen.

 

Zur zweiten Frage bezüglich der Sprachförderkräfte: Ja, das ist richtig, Mit 21.8.2025 hatten wir 402 speziell ausgebildete Sprachförderkräfte in den elementaren Bildungseinrichtungen. Wir werden bis Ende des Jahres zwei Ausbildungslehrgänge abschließen. Einer ist jetzt abgeschlossen und der nächste wird, glaube ich, im November abgeschlossen sein. Das sind dann jeweils 25 Personen ausgebildete Sprachförderkräfte.

 

Wir haben in den letzten Jahren sukzessive aufgestockt. Klar war, dass wir noch lange nicht am Ziel sind. Unser Ziel war wirklich auch für 2025 schon ein größeres, und das Ziel verfolgen wir weiter, aber natürlich hat uns der massive Fachkräftemangel den Weg dorthin erschwert. Wir werden aber, wie gesagt, klarerweise diesen Weg auch weiterverfolgen.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 2. Zusatzfrage kommt von der FPÖ. - Herr GR Blind bitte.

 

10.26.43

GR Armin Blind (FPÖ): Guten Morgen, Frau Stadträtin.

 

Vielleicht war die Frage der GRÜNEN nach der Sprachförderung unpräzise gestellt. Intentional war aber natürlich - das sieht man, wenn man den Kontext liest - die erforderliche Sprachförderung gemeint. Ich möchte in diesem Zusammenhang anmerken: Von einem normativen Soll auf ein tatsächliches Sein zu schließen, ist - wie ich es jetzt formulieren möchte - auch intellektuell spannend - und zwar vor allem vor dem Hintergrund, dass man sagt, dass alle Kinder, erweiternd ausgedrückt, die erforderliche Sprachförderung bekommen, und man dann den Output hat, dass 44 Prozent aller Erstklässler in Wiener Volksschulen außerordentlich geführt werden, weil sie eben die deutsche Sprache nicht beherrschen. - So toll dürfte die normative Umsetzung des Solls also tatsächlich nicht sein!

 

Nun aber zu den Sprachförderkräften direkt. Sie haben die Anzahl ja bereits angesprochen. Ich entnehme der Anfragebeantwortung, dass wir immer rund 400 Sprachförderkräfte haben. Das schwankt ein bisschen zwischen 395 und 405. Das sind bis jetzt keine großartigen Steigerungen, und auch die Vollzeitäquivalente bewegen sich immer in der gleichen Relation. Es sind ungefähr drei Viertel.

 

Zu meiner Frage: Drei Viertel Vollzeitäquivalent ist nicht sehr viel. Werden Sie den Fokus mehr auf eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf der Sprachförderkräfte richten, um die Zahl der Vollzeitäquivalente zu erhöhen, oder werden Sie die Anzahl der Sprachförderkräfte als Ganzes erhöhen? Oder werden Sie vielleicht beides veranlassen? In welcher Form, wollen Sie das umsetzen?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.

 

VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Danke für die Frage.

 

Ja, es ist, glaube ich, wesentlich, dass wir die Zahl der Sprachförderkräfte erhöhen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, dass wirklich jeder Standort mit erhöhtem Sprachförderbedarf auch eine fixe Kraft erhält. Das Ziel werden wir in den nächsten Jahren mit eigenen Ausbildungslehrgängen, aber auch dadurch verfolgen, dass zum Beispiel im neuen Curriculum der Studiengänge und auch der Kollegs die Sprachförderung und vor allem die Ausbildung der Sprachförderkräfte bereits enthalten ist.

 

Ich meine, wir haben uns in den letzten Jahren weiterentwickelt. 2020 hatten wir 250 Sprachförderkräfte, und jetzt stehen wir bei über 400. Ich weiß, das ist ein "zacher Weg", wie man so schön sagt, dieser wird aber ganz einfach schrittweise weiterverfolgt. Ich bin überzeugt davon, dass wir ihn weitergehen müssen.

 

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