Gemeinderat, 6. Sitzung vom 22.10.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 107 von 114
ling, und konkret zum Döblinger Kombibad, und möchte gleich vorwegschicken, dass wir dieser Sanierung zustimmen. Wir als FPÖ begrüßen ausdrücklich, dass die Stadt Wien jetzt in dieses Döblinger Bad investiert.
Denn das Döblinger Kombibad ist ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität in Döbling. Es ist ein Ort, an dem sich junge Menschen, ältere Menschen, Familien, Schulen und Vereine aufhalten und das intensiv nützen. Deswegen ist es nach Jahrzehnten ohne größere Investition wirklich notwendig, dass eine Modernisierung stattfindet.
Es geht aber wie so oft in dieser Stadt nicht um das Ob, sondern um das Wie. Denn laut Motivenbericht zu dieser Sanierung soll diese Sanierung von Herbst 2025, also ab jetzt, bis April 2026 stattfinden. Die Inbetriebnahme soll dann im Mai 2026 erfolgen. Das bedeutet, dass das Hallenbad während der gesamten Wintersaison geschlossen bleibt.
Das Hallenbad hat üblicherweise von Mitte September bis April offen. Das Freibad hat nur in den Sommermonaten, also von Mai bis September, geöffnet. Da wäre es doch eigentlich nur logisch, wenn man nicht beide Bereiche gleichzeitig saniert. Warum organisiert man die Bauphasen nicht anders? Das Hallenbad soll also im Sommer saniert werden, und das Freibad soll im Winter saniert werden. Das wäre eine Planung mit Hausverstand. Das würde den Badebetrieb zumindest teilweise ermöglichen. (Beifall bei der FPÖ.)
Noch entscheidender ist aber natürlich die Frage, ob die Freibadsaison im Döblinger Bad 2026 dann überhaupt rechtzeitig starten kann. Denn wie gesagt steht in diesem Motivenbericht drinnen, dass die Inbetriebnahme im April oder Mai 2026 erfolgen soll. Wir wissen, die Bäder in Wien sperren mit Anfang Mai auf. Das heißt, die Arbeiten sind bis kurz vor Saisonbeginn angesetzt, ohne dass man irgendeinen zeitlichen Puffer für Nacharbeiten oder irgendwelche Probebetriebe eingebaut hätte.
Wir wissen, dass Verzögerungen bei Bauprojekten dieser Stadt nicht unbedingt die Ausnahme, sondern vielmehr die Regel sind. Deshalb halte ich es für sehr unwahrscheinlich oder sagen wir zumindest für äußerst fraglich, ob die Freibadsaison im Döblinger Bad 2026 wie geplant eröffnet werden kann.
Dass man bei Bauvorhaben, bei Bauprojekten oder bei Sanierungsarbeiten in dieser Stadt sehr skeptisch sein kann, ob alles nach Zeitplan erfolgt, zeigt auch ein Beispiel, dass sich derzeit wenige hundert Meter vom Döblinger Bad entfernt zuträgt.
Dort sind nämlich auf der Heiligenstädter Straße, Ecke Grinzinger Straße, Gleisarbeiten im Gange. Prinzipiell ist natürlich nichts dagegen einzuwenden. Wenn das notwendig ist, dann soll es auch geschehen. Doch man hat dort ein einziges Chaos angerichtet. Man hat relativ kurzfristig eine Bauverhandlung eingesetzt. Die ist auch ordentlich verlaufen. Dann hat man aber einfach vergessen, auszuschildern und die Autofahrer darauf hinzuweisen, dass es jetzt große Umfahrungen benötigt. Man hat ein einziges Chaos angerichtet.
Das Absurdeste war, man musste auch den Bus umleiten. Der 38A musste für diese Baustelle umgeleitet werden. Deswegen hat man auch Ersatzbushaltestellen eingerichtet. Die Menschen sind dort gestanden und haben auf den Bus gewartet. Ich habe mich ein bisschen gewundert, dass ich dann sehr viele Anrufe von verärgerten Bürgern bekommen habe, die dort ewig lang auf den Bus gewartet haben. Es kam einfach kein Bus.
Ich bin dort hingefahren - das war bereits am zweiten Tag nach Einrichtung der Baustelle - und habe diese Geisterbushaltestellen gesehen. Die ursprünglichen Haltestellen waren aufgelassen. Es ist tatsächlich kein Bus dort gekommen, eineinhalb Tage lang kein Bus.
Dort waren dann auch Mitarbeiter der Wiener Linien anzutreffen. Mit denen habe ich mich unterhalten. Die waren nachvollziehbarerweise recht hektisch, weil auch sie schlicht und einfach nicht wussten, wo sich der 38A versteckt. Er ist sehr wohl nach Heiligenstadt hinuntergefahren, aber dort ist er dann anscheinend irgendwo verschwunden. Denn es ist kein Bus mehr zurückgefahren. Es war einfach absurd, dass die Wiener Linien selber nicht wussten, wo dieser Bus unterwegs ist. Man hat also schlicht und einfach vergessen, den Busfahrern zu sagen, dass sie jetzt eine andere Strecke fahren müssen.
In Wien wäscht vielleicht die eine Hand die andere, aber die eine Hand weiß nicht, was die andere tut. Das ist ein Muster, dass wir in dieser Stadt des Öfteren erkennen müssen. (Beifall bei der FPÖ.)
Leider zeigt diese Baustelle auf der Heiligenstädter Straße auch ein weiteres Beispiel dafür, dass die Stadt wieder eine Chance vertan hat. Seit vielen, vielen Jahren fordern wir als FPÖ Döbling ein Rasengleis auf der Heiligenstädter Straße. Wir haben dazu auch im Bezirksparlament bereits 2020 einstimmig über alle Fraktionen hinweg einen Antrag beschlossen, dass auf der Heiligenstädter Straße genauso wie auch auf der Grinzinger Allee ein Rasengleis errichtet werden soll.
2024 haben wir dann eine Anfrage an den damals zuständigen StR Hanke gestellt, wie es jetzt dort mit dem Rasengleis ausschaut. Denn wir haben immer gesagt, das Rasengleis soll erst dann errichtet werden, wenn dort Gleisarbeiten im Gange sind. Wir wollten nicht, dass da extra etwas gesperrt werden muss, sondern wenn sowieso gesperrt werden muss, soll auch gleich das Rasengleis verlegt werden.
StR Hanke hat damals geantwortet, dass keine Gleisarbeiten in diesen Abschnitten auf der Heiligenstädter Straße geplant seien. Jetzt, wenige Monate später, haben wir genau diese Gleisarbeiten, bei denen man die Chance hätte nutzen können, das Rasengleis zu verlegen. Ich war eigentlich der Annahme, dass alle Parteien dafür sind.
Da lasse ich auch die Ausrede nicht gelten, die vielleicht im Anschluss kommen könnte, dass das Rasengleis in diesem Abschnitt nicht möglich gewesen wäre, weil es sich um einen Kreuzungsbereich handelt. Das stimmt, aber man musste für die jetzigen Gleisarbeiten einen weitaus größeren Abschnitt sperren. Man hätte das Rasengleis von der Ecke Grinzinger Straße, Heiligenstädter Straße bis zur Diemgasse verlegen können.
Es ist einfach sehr schade, dass die Stadt Wien diese Chance liegen gelassen hat. Es ist einfach ein Mus
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