Gemeinderat, 6. Sitzung vom 22.10.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 108 von 114
ter, das sich in dieser Stadt immer wieder zeigt, dass es überall an Koordination fehlt. Es fehlt wie gesagt an Kommunikation. Die Autofahrer und Anrainer wurden nämlich auch nicht über diese Baustelle aufgeklärt. Es gibt einfach nirgendwo einen Gesamtplan. Man hat den Eindruck, dass da sehr chaotisch gehandelt wird.
Dennoch spricht man immer von Nachhaltigkeit und von Bürgernähe. In der Praxis läuft es umgekehrt. Baustellen werden eröffnet bevor die Abläufe klar sind und bevor die eine Magistratsabteilung überhaupt mit der anderen gesprochen hat. Projekte werden begonnen, ohne dass man das gesamte Umfeld mitdenkt.
Die Menschen und auch wir haben kein Problem mit Sanierungen. Dort, wo sie notwendig sind, sollen sie natürlich auch geschehen. Es wird teilweise auch viel zu wenig saniert. Prinzipiell wäre das also natürlich eine gute Sache. Das Problem ist aber die Planlosigkeit in dieser Stadt.
Abschließend möchte ich noch sagen, dass wir noch einmal unterstreichen, dass wir für die Sanierung des Döblinger Bads sind. Wir sagen Ja zur Modernisierung, Ja auch zur Energieeinsparung, aber Nein zur Chaosplanung in dieser Stadt. - Danke schön. (Beifall bei der FPÖ.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächster ist GR Mader zu Wort gemeldet. - Bitte.
GR Thomas Mader (SPÖ): Sehr geehrte Frau Vorsitzende, sehr geehrte Frau Berichterstatterin!
Ja, es ist faszinierend, wie weit immer ausgeholt wird, wenn es eigentlich um das Döblinger Kombibad geht und darum, es zu einem modernen Vorzeigebad mit Klimaschutz und einem sogenannten Energie-Einspar-Contracting zu machen, und dass das ein Vorzeigemodell für sparsame Technik, Einbauten und Kosten wird, bei dem mit Einsparungen gerechnet wird, bei denen sich die Investition quasi selbst bezahlt.
Kurz aber reflektierend zum Rasengleis. Wir haben dort in diesem Bereich zwischen der Grinzinger Straße und der Diemgasse keinen eigenen Gleiskörper für die Straßenbahn. Das sind zirka 250 Meter, auf denen teilweise auch der motorisierte Individualverkehr die Gleise des 38ers und auch des D-Wagens verwendet. Das möchte ich mir schon anschauen, wenn es da zu den ersten Unfällen kommt. Ich finde das sehr waghalsig und eine Justament-Geschichte und genau in diesem Bereich nicht nachvollziehbar.
Wie gut es funktioniert, haben wir ja auch bei der Straßenbahnlinie 37 gesehen, die genau zum Döblinger Kombibad führt, wo die Gleisarbeiten und auch die Erneuerung und der Tausch der Gleise wunderbar funktioniert haben. Schlussendlich möchte ich aber doch zum Kombibad und zu diesem tollen Projekt zurückkommen.
Erstens glaube ich, muss man den Fachabteilungen schon die Fachkompetenz und das Know-how zugestehen, so eine Baustelle auch abwickeln zu können. Sie haben gerade einmal vor zwei Wochen mit diesem Bauprojekt begonnen. Es ist symptomatisch für die FPÖ, dieses Bauprojekt schon jetzt madig zu machen. Gibt es eigentlich irgendetwas in dieser Stadt, das Sie gut finden? - Ich glaube nicht. (Beifall bei der SPÖ und Zwischenruf.)
Das Energie-Einspar-Contracting ist ein Riesenprojekt mit einer Gesamtsumme von zirka 15 Millionen EUR netto. Dabei reden wir davon, dass die Einsparungen pro Jahr in etwa 616 000 EUR ausmachen werden und sich das im Zuge des Contractings nach 25 Jahren quasi selbst bezahlt hat.
Zu den Maßnahmen am Bäderstandort - weil mir das viel wichtiger ist -: Es ist wirklich erst das zweite Bad, das wir klimafit machen. Es ist keine Selbstverständlichkeit, auf dem Weg "Raus aus Gas" bis 2040 CO2-neutral zu werden. Für Energie- und Wassereinsparungen sind Maßnahmen im städtischen Kombibad vorgesehen.
Weil das viel zu lang dauern würde und ich natürlich nicht die Zeit hätte, nenne ich jetzt nur einige Dinge, die hervorstechen, die dort gemacht werden: Austausch der Zirkulationspumpen, Erneuerung der Wasseraufbereitung, Erneuerung der Heizungsumwälzpumpen, Nutzung alternativer Energien, Photovoltaik, Solarthermie, Nutzung und Installation einer Gebäudeleittechnik, die in das bestehende Leitsystem der MA 44 eingebunden wird, Wärmerückgewinnung aus Badewasser, Installationen von Luft-Wasser-Wärmepumpen, Umstieg der Wärmeerzeugung von Erdgas auf ein mehrstufiges Heizkonzept mit PVT-Kollektoren, Wärmepumpen und Pelletkesseln. Es ist also wirklich ein Vorzeigeprojekt, auf das man stolz sein kann.
Bevor wir auf den Mehrwert kommen, möchte ich jetzt auch noch kurz auf die Planung des Sommer- und Winterbetriebs eingehen. Das Bad wird als Hallenbad im Sommerbetrieb saniert und umgekehrt. Das möchte ich mir schon anschauen, wenn die Badegäste im Freibad liegen und daneben eine Riesenbaustelle ist - na gratuliere - oder auch den Betrieb im Hallenbad teilweise aufrechtzuhalten, wie es in Ihrem Beschlussantrag steht. Das ist ja lächerlich. Dann schwimmt man auf einer Baustelle, und eine halbe Bahn ist zum Schwimmen für die Kinder, für die Vereine oder für die Klassen. Also manchmal geht es einfach nicht mehr absurder. Das ist einfach nur gedankenlos und nicht nachdenkend und hat einfach nur den Sinn, wieder etwas madig zu machen. Das sage ich ganz offen und ehrlich.
Den Mehrwert muss man sich jetzt aber wirklich einmal anschauen. Der ist extrem. Es ist eine innovative Erneuerung der technischen Anlagen und der Infrastruktur. Erstmals kommt die Wärmepumpentechnologie in größerem Umfang zum Einsatz, was für so ein großes Projekt natürlich logisch ist. Was aber passiert? - Verminderung der Umweltbelastung, Finanzierung durch die AuftragnehmerInnen, erfolgsabhängige Rückzahlung und eine Einsparung von Energie und Wasser.
Jetzt muss man sich das anschauen. Allein bei Erdgas ist es eine Reduzierung von 80 Prozent. Da reden wir von 2 500 Kilowattstunden. Beim Wasser reden wir von über 41 000 Kubikmeter weniger Wasserverbrauch. Das sind Dimensionen, die wir so noch nicht hatten. Das ist enorm. Allein der CO2-Ausstoß, der jetzt 500 Tonnen ausmacht, wird um 83 Prozent reduziert. Wenn ich mir das ausrechne: fünf Tonnen sind 1 Prozent. Fünf mal 17
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