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Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 5 von 108

 

Kinder, die unzureichende Kenntnisse in der deutschen Sprache haben, länger im Kindergarten verbleiben, aber auch, dass zum Beispiel ein Sommer genutzt wird. Wir dürfen nämlich eines in dieser Diskussion nie vergessen - und das werde ich nicht müde zu betonen -, die Kindergartenpädagoginnen und Kindergartenpädagogen leisten enorm Großartiges. Man weiß, wenn man selbst Kinder hat, aber ich glaube, darüber hinaus, viele, die sich damit beschäftigen, wie Kindergarten funktioniert, wie verantwortungsvoll diese Aufgabe ist und wie verantwortungsvoll diese Aufgabe von allen, die im Kindergarten arbeiten, auch wahrgenommen wird. Es kann aber nicht sein, dass wir sagen, das Kind geht x Jahre in den Kindergarten und dann muss es perfekt Deutsch sprechen. Das werden wir nicht erreichen, wenn wir die Eltern nicht an Bord haben, wenn der Kindergartenbesuch nur gering stattfindet, wenn es abseits des Kindergartens keine weiteren Fördermaßnahmen gibt, wenn es kein wie immer geartetes deutschsprechendes Umfeld gibt, auch in der Freizeit, wenn aber auch zum Beispiel im Sommer neun Wochen in keinem deutschsprachigen Umfeld verbracht werden. Und das müssen wir immer differenzieren. Wir versuchen alles, um im Kindergarten die Sprachförderung verstärkt aufzustellen, aber wir dürfen nie vergessen, dass es natürlich auch an den Eltern und dem ganzen Umfeld liegt. In Wahrheit kann man sagen, es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diesen Kindern gut Deutsch beizubringen. Wir haben im Jahr 2022 mit den Sommerdeutschkursen angefangen. Das ist ein Angebot, das sehr gut angenommen worden ist. Heuer im Sommer gab es das erste Mal Extrakurse für Schulneulinge, das heißt Kinder, die vor dem Übertritt vom Kindergarten in die Schule stehen, denn wir sehen vor allem hier, dass wir auf Grund des Alters des Kindes relativ viel bewirken können. Das Angebot ist super angenommen worden. Das ist auch der Grund, warum ich gesagt habe, wir werden genau dieses Angebot noch einmal massiv ausbauen, weil wir sehen, hier haben wir einen großen Hebel in der Hand, wenn die Kinder vor Schuleintritt noch einmal sehr intensiv mit der deutschen Sprache in Berührung kommen. Aber auch wie diese Kurse aufgestellt sind, sehr alltagsintegrierte Sprachförderung, wir sehen einfach, das wirkt und das ist ein Weg, den wir sehr konsequent aber auch verstärkt weitergehen wollen. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. - Frau GRin Mag. Hungerländer. - Bitte.

 

9.19.44

GRin Mag. Caroline Hungerländer, MSc (ÖVP): Danke schön, Frau Stadträtin, auch für die Klarifizierung, dass die zwei Ressorts und die Zuständigkeiten auseinandergehalten werden.

 

Wir hatten das Thema Sanktionen bei Nichteinhaltung der Integrationsmaßnahmen laut Integrationsgesetz - darunter fallen ja die Deutschkurse - bei der letzten Fragestunde bei Herrn StR Hacker und ich meine, dass er eine andere Zahl der Sanktionen nach Integrationsgesetz gesagt hat. Sie meinen jetzt nur die Deutschkurse, aber wir werden das nachprüfen. Es wird schon stimmen, aber vielleicht sind es unterschiedliche Mengenangaben oder Sie sprechen von Personen, und wir haben uns die Sanktionen nach Höhe angeschaut, alles möglich.

 

Bei Ihnen liegt ja eine relativ komplexe und umfangreiche Anfrage von mir, und ich bin schon sehr gespannt, was da herauskommen wird. Der Kern in dieser Anfrage ist ja die Frage, wie Sie das Deutschkursangebot zwischen den Ressorts koordinieren. Gibt es da eine Kommunikationsstelle, die einheitlich für die ganze Stadt agiert oder sind da die Ressorts eher getrennt?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.

 

VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Danke für die Frage, auch zur Anzahl an Sanktionen. Ich kann dem auch selbst noch einmal nachgehen, das ist das, was wir jetzt für diese Beantwortung recherchiert haben.

 

Zur einheitlichen Vorgangsweise: Wir haben uns in den letzten Jahren, aber auch vor allem nochmal ganz konkret auch bei der Erstellung dieses Regierungsprogramms damit beschäftigt, wie gelingender Deutscherwerb über die Stadt wirklich vernetzt betrachtet am besten gelingen kann. Und wenn Sie wahrscheinlich das Regierungsprogramm kennen, natürlich gibt es auch jetzt die Kooperation und Vernetzung. Wir haben uns aber vorgenommen, wirklich eine Koordinierungsstelle für den Spracherwerb zu schaffen, denn es gibt nicht nur die zwei Ressorts, sondern viele Vereine, die wir fördern. Es gibt auch die VHS mit vielfältigen Angeboten und natürlich die ganz extrem wichtige Koordination und Vernetzung mit dem ÖIF, der eigentlich ausschlaggebend dafür ist, dass wir auch ein gelingendes System haben.

 

Zum ÖIF habe ich vorhin ausgeführt, dass wir dieses Thema auf der Landes-IntegrationsreferentInnen-Konferenz sehr genau im Blick hatten und auch aus Wien heraus schon länger sagen, wir brauchen hier eine bessere Koordination und Vernetzung. Wir wollen das beste Angebot machen, aber auch eines, das sehr leicht angenommen und erfolgreich durchgeführt werden kann.

 

Die Sprachkoordinationsstelle ist, wie gesagt, im Regierungsprogramm verankert. Hier versuchen wir - und das ist ein Prozess, der ein bisschen länger dauert, weil das relativ komplex ist und es vielfältige Angebote gibt, die in den letzten Jahren sehr stark ausgebaut wurden -, das alles zusammenzuführen und wirklich vernetzt zu denken, und auch, was wir im Regierungsprogramm vereinbart haben, einen Integrationsbericht zu erstellen, der dann auch genau darstellen soll, welche Maßnahme, welche Förderung, welcher Verein wirkt wie, um Menschen zu integrieren, aber vor allem auch, um den Spracherwerb und Deutscherwerb konkret nachvollziehen zu können und vor allem Erfolgsfaktoren herauszuziehen.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 4. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GRin Mag. Aslan, bitte.

 

9.23.02

GRin Mag. Berivan Aslan (GRÜNE): Mein Papa hat immer gesagt: Deutsch ist ein Führerschein zur Selbstständigkeit, zur Freiheit! Und deswegen war ich immer wirklich davon überzeugt, wenn es die besseren Rahmenbedingungen für einen Spracherwerb gibt, dann

 

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