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Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 7 von 108

 

oft die Personen, die arbeitssuchend sind, die Qualifikation benötigen, dann auch in den waff in das dazugehörige Programm zu bringen, und da muss sehr eng zusammengearbeitet werden. Und andererseits sind wir hier auch in sehr guter Abstimmung mit den Sozialpartnerinnen und Sozialpartnern, die für das eine oder andere Programm auch finanziell einen Beitrag leisten.

 

Fachkräftemangel ist jedenfalls etwas gegen das man gezielt vorgehen kann und auch Maßnahmen setzen kann, um damit aktiv einen Beitrag für die Wirtschaftsentwicklung am Standort Wien zu leisten.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 1. Zusatzfrage kommt von der ÖVP. - Herr GR Taborsky, bitte.

 

9.30.21

GR Hannes Taborsky (ÖVP): Sehr geehrte Frau Stadträtin, ein herzliches Dankeschön für die Zahlen und Fakten, die Sie uns da geliefert haben. Investition in Bildung ist immer etwas Positives, denn grundsätzlich ist das einer der Indikatoren dafür, dass wir auch Wirtschaftswachstum erreichen. Sie haben sehr viel über verschiedene Programme des waff gesprochen, wie viele Wienerinnen und Wiener davon profitieren. Faktum ist, dass jedoch laut Prognose Wien 2025 eine Arbeitslosenquote von 11,8 Prozent und Österreich von nur 7,5 Prozent aufweist. 40 Prozent aller Arbeitslosen österreichweit befinden sich in Wien. Meine konkrete Frage: Wie hoch ist die Erfolgsquote der waff-Programme, das heißt, wie viele Personen haben zu welchem Zeitpunkt einen Job bekommen und wie viele davon befinden sich nach welchem Zeitraum noch in Beschäftigung?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.

 

Amtsf. StRin Barbara Novak, MA: Sehr geehrter Herr Gemeinderat, ich kann Ihnen in dem Zusammenhang, da Sie auch die österreichweite und die Wiener Entwicklung sehr deutlich angesprochen haben, berichten, letzte Woche hat in Bregenz die Konferenz aller Landesräte stattgefunden, die für Arbeit und Wirtschaft zuständig sind. Wir haben uns da sehr eng ausgetauscht. Es zeigt sich tatsächlich, dass wir in Wien auf der einen Seite ein Beschäftigungswachstum haben und so viel Beschäftigte wie noch nie, und auf der anderen Seite auch die Arbeitslosigkeit gestiegen ist, nicht so ganz so stark wie in anderen Bundesländern im Moment die Arbeitslosigkeit steigt. Das hat vor allem etwas mit der Entwicklung der Industrie und der Industriestandorte zu tun. Wir haben uns da sehr eng ausgetauscht. Gemeinsam sehen wir jedenfalls, dass wir vor allem bei den jungen ArbeitnehmerInnen in der Lehrlingsausbildung und bei den EinsteigerInnen in den Beruf eine Steigerungsquote haben, die wir alle gemeinsam beobachten können, und auch bei den älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zeigen sich in den Evaluierungsmaßnahmen die Erfolgsquoten. Alle waff-Programme werden laufend evaluiert, das heißt, wenn Sie dann noch Detailfragen haben, die ich heute wahrscheinlich so nicht beantworten kann, kann ich diese gerne nachliefern.

 

Aber der Mehrwert für die KundInnen ist ganz deutlich. Über 80 Prozent der KundInnen, die hochgeschult werden, tun dies auf Grund des waff und haben auch einen Erfolg. Wobei, was heißt Erfolg? Manche sind ja im Beruf, im Job und bekommen eine Weiterbildung während des Jobs. Die haben sowieso immer Erfolg, da sie sich in der Regel innerhalb des Unternehmens oder innerhalb ihrer Branche dann in einen höheren Berufsstand, wenn man so will, weiterentwickeln. Und dann haben wir natürlich sehr viele Programme, die sehr erfolgreich sind, weil sie direkt in die Berufsausbildung hineinzahlen. Ich nennen da zum Beispiel alles, was wir zum Bereich Pflege haben. Wir wissen, dass über zwei Drittel aller Pflegebeschäftigten in Wien in den letzten Jahren aus den waff-Programmen kommen. Das heißt, jeder, der im waff-Programm mit Pflegeausbildung-Ausbildungsgeld-Kombination im Programm ist und das auch abschließt - und das tun so gut wie fast alle -, sind dann auch fix im Job. Also die haben eine, wenn man so will, Jobzusage, weil wir hier natürlich viel Bedarf haben. Und überall dort, wo wir aus dem Pflichtschulabschluss dann überhaupt in eine Erstqualifikation gehen, haben wir 80 Prozent der TeilnehmerInnen, die dann auch einen guten Arbeitsplatz finden.

 

Aber Sie sagen das vollkommen richtig, die Bildung ist das zentrale Thema. Deshalb war es mir auch wichtig, dass wir diese Form von Ausbildungsprogrammen im waff auch in den nächsten Jahren weiter so ausfinanzieren, damit wir hier in die höhere Beschäftigung kommen und aktiv etwas gegen die Arbeitslosigkeit unternehmen.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 2. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GRin Mag. Huemer, bitte.

 

9.34.41

GRin Mag. Barbara Huemer (GRÜNE): Vielen Dank, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, für die bisherigen Ausführungen! (Zwischenruf.) - Entschuldigung, Finanzstadträtin, sorry!

 

Wir haben ja aktuell eine sehr interessante Entwicklung was Arbeitsmarktpolitik betrifft, einerseits auf der Bundesebene doch etliche Verschärfungen, gleichzeitig beobachte ich in Wien, dass hier unterschiedliche Strategien gefahren werden. Im Bereich des waff, den Sie jetzt ausgeführt haben, ganz klar weiterhin für Integration in den Arbeitsmarkt, für Bildung, Ausbildung, und auf der anderen Seite, wenn wir in den Bereich der suchterkrankten Menschen sehen, zieht sich die Stadt Wien aus der arbeitsmarktpolitischen Unterstützung zurück und Arbeitsmarktintegration für suchtgefährdete, ex-süchtige oder suchtkranke Menschen wird an den Bund delegierte. Das finde ich einmal grundsätzlich interessant.

 

Meine Frage ist, ob Sie eine Chance für Personengruppensehen sehen, die es an sich schwer haben, im waff neue Programme zu schaffen, damit tatsächlich die arbeitsmarktpolitische Integration, die ja für alle Wienerinnen und Wiener gelten soll, beispielsweise auch für suchtkranke Menschen zur Verfügung steht.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.

 

Amtsf. StRin Barbara Novak, MA: Danke, Frau Gemeinderätin für diese Nachfrage. Tatsächlich ist es auch jetzt schon so, dass wir im waff sehr viele Programme haben, die auch Menschen betreffen, die es - sagen wir es einmal so - nicht ganz so leicht haben. Und damit

 

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