Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 10 von 108
reden müssen, und so weiter. Da wird es, wie Sie das ja aus der Vergangenheit kennen, einfach einen gewissen Entwicklungsprozess geben, und da stehen wir jetzt ganz am Anfang. Ich kann Ihnen dazu nichts Konkretes sagen, leider.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von der FPÖ. - Herr GR Resch.
GR Klemens Resch (FPÖ): Guten Morgen, Frau Stadträtin. Die Bezirksvorsteher aus dem 7. Bezirk und aus dem 5. Bezirk fordern die Einführung der Parkraumbewirtschaftung auch an Samstagen. Laut Medienberichten befürworten auch Sie diese zusätzliche Belastung der Wienerinnen und Wiener, Sie wollen nur keinen Fleckerlteppich. Daher meine Frage: Planen Sie aktuell die Einführung der Wien-weiten Parkraumbewirtschaftung an Samstagen?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Ulli Sima: Ich kann Ihnen die gleiche Antwort geben, die ich auch bei der Medienanfrage gegeben habe, nämlich, dass in unserem Regierungsübereinkommen steht, dass wir die Parkraumbewirtschaftung weiterentwickeln wollen, dass zurzeit noch keine konkreten Weichen in irgendeine Richtung gestellt sind, dass alle Vorschläge jetzt einmal auf den Tisch gelegt werden und dass ich zu diesem Vorschlag weder ja noch nein sagen kann, weil ich da gar nichts präjudizieren will. Es wird jetzt einmal alles auf den Tisch gelegt und alles mit Experten diskutiert. Es ist wie immer ein längerer Prozess, weil wir da wirklich nichts aus der Hüfte schießen werden, und dann wird man sehen, was das Ergebnis ist.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank. Damit ist die 3. Anfrage beantwortet.
Die 4. Anfrage (FSP-1507754-2025-KNE/GM) wurde von Frau GRin Mag. Pipal-Leixner gestellt und ist an die Frau Amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe für Bildung, Jugend, Integration, Transparenz und Märkte gerichtet. In dieser Anfrage geht es um das neue Kinderschutzzentrum. (Vor kurzem hat ein neues Kinderschutzzentrum für Wien eröffnet. Wie wirkt sich das auf den Kinderschutz in Wien aus?)
Bitte um Beantwortung.
VBgm.in Mag. Bettina Emmerling, MSc: Sehr geehrte Frau Abgeordnete, vielen Dank für die Frage. Ja, ein neues Kinderschutzzentrum wurde in Wien eröffnet, was natürlich eine großartige Neuigkeit ist, ganz besonders, weil uns in der Stadt Wien Kinderschutz ein besonderes Anliegen ist und wir seit einigen Jahren auch das strengste Kinderschutzgesetz haben, auf das ich sehr stolz bin.
Die Eröffnung des zweiten Zentrums ist natürlich ein sehr begrüßenswerter Schritt und erweitert unsere Angebotslandschaft in Wien. Die MA 11 kooperiert bereits seit Jahren mit dem Kinderschutzzentrum, unterstützt auch mit einer Förderung und ist Kooperationspartner in Bezug darauf, dass wir die Leistungen des Kinderschutzzentrums in vielerlei Hinsicht in Anspruch nehmen. Mit der Eröffnung des zweiten Kinderschutzzentrums ist jetzt auch eine Intensivierung dieser Kooperation möglich. Mit beiden Standorten werden erweiterte Angebote für Kinder und Jugendliche gesetzt, aber auch für deren Eltern oder Familienangehörige sowie für das HelferInnen-System.
Das Angebot der beiden Standorte im Kinderschutzzentrum ist die erste Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche, die Gewalt vor allem als Beziehungsmuster in unterschiedlichen Formen - sei es psychisch, physisch, auch sexuell - und in unterschiedlichen Kontexten erleben. Dort gibt es rasche Unterstützung in Form von Gesprächen, Krisenintervention und bei Bedarf auch Psychotherapie.
Das Kinderschutzzentrum ist sehr niederschwellig, kann telefonisch, persönlich kontaktiert werden, ist kostenlos. Durch eine rasche Unterstützung ist eine erste Entlastung möglich, die in diesen Fällen so wichtig ist. Durch die psychotherapeutische Begleitung kann den Kindern und Jugendlichen, aber auch einem gesamten Familiengefüge längerfristig geholfen werden. Von Gewalt ist meistens nicht nur eine Person betroffen, sondern ein ganzes System, beziehungsweise ist diese auch Symptom des Umfeldes einer Person. Es ist ein ganz wichtiger Aspekt in der Arbeit des Kinderschutzzentrums, dass sie das anerkennt und die Beratung auch auf Familienangehörige ausweitet.
Das Team des Kinderschutzzentrums arbeitet multiprofessionell, das heißt, in unterschiedlichen Fachrichtungen, mit klinischen PsychologInnen, mit PsychotherapeutInnen, FachärztInnen für Kinder und Jugendpsychiatrie, aber auch mit SozialarbeiterInnen, und hat unterschiedlichste professionelle Zugänge. Die Angebote des Kinderschutzzentrums können in einem Gesamtkontext der Stadt Wien für den Umgang mit Kindern und Jugendlichen, die Gewalt in spezieller Form erleben, als beispielhaft genannt werden, denn Gewalt findet ja meistens im Verborgenen statt. Daher ist das Kinderschutzzentrum als niederschwellige und kostenfreie Anlaufstelle ein wichtiger Parameter.
Vielleicht auch noch ergänzend zum Kinderschutz, ich habe vorhin damit begonnen, dass wir ein sehr strenges Kinderschutzgesetz haben - und das ist wirklich ein ganz wichtiges Thema. Wir haben natürlich neben dem Kinderschutzzentrum noch andere Institutionen der Stadt, die hier ihren Beitrag leisten, neben Schulen, Kindergärten, Vereinen, außerschulischer Bildungsarbeit natürlich auch die Kinder- und Jugendanwaltschaft und die Wiener Kinder- und Jugendhilfe, die in ihrer Arbeit immer den Aspekt des Kinderschutzes im Fokus haben. Dazu gehören auch Kinderschutzkonzepte in all diesen Institutionen und darüber hinaus auch die Beratung für weitere Organisationen im Bereich von Kinderschutzkonzepten und dem Kinderschutz im Allgemeinen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 1. Zusatzfrage kommt von den NEOS. - Frau GR Mag. Pipal-Leixner, bitte.
GRin Mag. Angelika Pipal-Leixner, MBA (NEOS): Vielen Dank für die Beantwortung. Wie wird der Kinderschutz jetzt konkret in elementarpädagogischen Einrichtungen sichergestellt und kontrolliert?
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