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Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll  -  Seite 37 von 108

 

re an diesem Projekt ist, dass unterschiedliche Zielgruppen definiert werden und mit einbezogen werden, weil es um schulische Lebenswelten geht, angefangen natürlich bei den Eltern. Es geht darum, mehrsprachige Materialien und Videos zu schaffen, damit Familien einen niederschwelligen Zugang zu diesen wichtigen Themen bekommen, um Elternabende mit Dolmetsch, mit Kinderbetreuung, damit niemand außen vor bleibt oder aber auch die PädagogInnen, die Workshops bekommen, die Sicherheit im Umgang mit Krisen, mit Warnsignalen und Hilfswegen bekommen. Aber - und das ist etwas, das uns auch ganz besonders wichtig ist - diese Dinge dürfen ja nicht von oben herab passieren, sondern partizipativ. Deshalb gibt es einen Jugendbeirat mit 30 Jugendlichen, der auch sicherstellt, dass dieses Projekt gemeinsam mit dieser Zielgruppe auf die Beine gestellt wird - und natürlich die Expertise, die es ja gerade in diesem sensiblen Bereich ebenso braucht, nämlich multiprofessionelle Teams, die sicherstellen, dass hier psychosoziale Fachkräfte auch die entsprechende Qualität liefern, meine sehr geehrten Damen und Herren. (Beifall bei den NEOS und von GR Mag. Josef Taucher.)

 

Es ist auch ganz besonders wichtig, gerade in diesem Bereich, Evidenz zu liefern. Deshalb möchte ich auch nicht unter den Tisch fallen lassen, dass dieses Projekt auch wissenschaftlich begleitet wird von ExpertInnen der Kinder- und Jugendpsychiatrie des AKH, Safer Internet, der Telefonseelsorge - ich habe mir da vieles aufgeschrieben -, der GÖG, dem ÖBV Psychotherapie. Was natürlich ebenso Evidenz schafft, ist die jährliche Studie der Uni Wien und der Uni Zürich, die da gemeinsam arbeiten.

 

Worum geht es bei diesem Akt? Und ich möchte, dass das von meiner Rede auch hängen bleibt. Worum es hier geht, ist, dass Kinder und Jugendliche lernen, über ihre Gefühle zu sprechen. Es geht bei diesem Akt darum, dass Lehrkräfte nicht allein sind, wenn Krisen auftreten. Es geht bei diesem Akt darum, von dieser Stadt auch ein klares Signal zu setzen, nämlich dass eine gebrochene Seele genauso wehtut wie ein gebrochener Arm, sehr geehrte Damen und Herren, und das dementsprechend genau denselben Stellenwert auch in der Politik zu haben hat. (Beifall bei den NEOS und von GR Georg Niedermühlbichler.)

 

Denn es gilt ja auch in diesem Bereich: Jede Präventionsmaßnahme erspart eine Interventionsmaßnahme, erspart Leid, erspart Druck und erspart Krise. Wenn wir wollen, dass diese Stadt eine Stadt bleibt, in der junge Menschen in ihre Zukunft mit Zuversicht blicken können, dann müssen wir genau da investieren. Wir setzen dafür mit diesem Poststück einen ganz wichtigen Schritt. Ich ersuche dazu um Zustimmung - für Kinder und Jugendliche. - Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS sowie von GR Mag. Josef Taucher und GR Georg Niedermühlbichler.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächster zum Wort gemeldet ist Herr Abg. Löcker.

 

12.44.21

GR Theodor Felix Löcker (GRÜNE)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseherinnen und Zuseher!

 

Lassen Sie mich gleich am Anfang sagen: Wir finden, das ist ein super Projekt, wir werden dem Ganzen zustimmen. Ich möchte mich besonders beim Verein und beim Initiator Golli Marboe dafür bedanken, dass dieses tolle Projekt auf die Beine gestellt wird - und dafür bedanken, dass die Stadt Wien es mitfinanziert.

 

Wir haben in Wien eine interessante Ausgangslage, was Mental Health betrifft. Ich habe im Zuge meiner Recherchen einen Bericht über die psychosoziale Gesundheit in Wien aus dem Jahr 2023 gefunden und möchte die Passage für die jungen WienerInnen daraus zitieren: "Auch die psychische Gesundheit der jungen WienerInnen hat in den vergangenen drei Jahren stark gelitten. Zu allen vier Befragungszeitpunkten haben sie von mehr Symptomen als die älteren WienerInnen berichtet, und nach wie vor sind sie von jedem einzelnen Symptom häufiger betroffen." - Man muss sich in Erinnerung rufen: Das war kurz nach der Pandemie beziehungsweise die Befragung ist zum Zeitpunkt der Pandemie durchgeführt worden. - "Im Zeitverlauf sind die Symptome bei den 16- bis 29-Jährigen von 2021 auf 2022 - im zweiten Jahr der Pandemie - besonders stark angestiegen, aktuell haben sie sich auf dem hohen Niveau des Vorjahres eingependelt.

 

Die Pandemie hat dabei das soziale Umfeld der jungen WienerInnen besonders stark durcheinandergebracht - mit nachhaltigen Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit: Nach wie vor berichten junge Menschen wesentlich häufiger als ältere von schwerwiegenden Konflikten in ihrem Zuhause, von Einsamkeit und von starken Belastungen durch fehlende soziale Kontakte. Auch an Unterstützung fehlt es ihnen häufiger: JedeR Dritte hat kaum oder gar keine Menschen, an die sie/er sich wenden kann, wenn es ihr/ihm schlecht geht. Junge Frauen berichten in diesem Zusammenhang nicht nur häufiger als junge Männer von einer Verschlechterung ihrer sozialen Gesundheit, sie leiden auch unter mehr Symptomen.

 

Daran anschließend nehmen die jungen WienerInnen häufiger als die älteren Schlaf- oder Beruhigungsmittel sowie Medikamente gegen Müdigkeit oder Depressionen zu sich. Seltener als bei den älteren findet diese Medikation jedoch unter professioneller Begleitung statt."

 

So, das war die Ausgangslage nach der Pandemie. Die betrifft nicht nur Wien, aber wir haben hier eine wissenschaftliche Lage, eine Ausgangslage, mit der wir arbeiten können, mit der wir wissen, den jungen Menschen in der Stadt geht es so, und wir müssen etwas tun, um sie zu erreichen. Jetzt haben wir auf der einen Seite das Netz an psychologischer Betreuung in der Schule, das ausgebaut gehört - ich bin mir sicher, da sind wir fast alle einer Meinung -, aber dieses Angebot der Mental Health Days kommt eben gut ergänzend hinzu.

 

Was ich nicht verstehe, ist, wieso ÖVP und FPÖ diesen Antrag ablehnen. Ich habe im Vorfeld gehört, dass es darum geht, dass die Angebote auch in den jeweiligen anderen Muttersprachen der Kinder zur Verfügung gestellt werden. Ich muss ehrlich sagen, das verstehe ich nicht ganz, denn wir können an einem anderen Punkt über Deutschförderung streiten, aber wenn es beim

 

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