Gemeinderat, 7. Sitzung vom 18.11.2025, Wörtliches Protokoll - Seite 38 von 108
Thema psychische Gesundheit um Kinder und Jugendliche geht, dann müssen wir die doch erreichen. Und wenn ich ein Kind oder einen Jugendlichen habe und ich merke, es geht ihm oder ihr psychisch schlecht, dann ist mir egal, ob mich der auf Deutsch oder auf Arabisch oder auf Englisch versteht, denn dann muss ich in erster Linie schauen, dass dem Kind geholfen wird, das steht für mich im Vordergrund. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Ein weiterer Punkt, auf den ich eingehen möchte - keine Sorge, ich nutze nicht die ganzen 20 Minuten meiner Redezeit -, ist der spezifische Punkt der Einsamkeit bei Kindern und Jugendlichen. Es gibt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung aus Deutschland, aktueller als die vorige von 2024, in der man sich angeschaut hat, dass Kinder und Jugendliche im europäischen Durchschnitt sehr stark unter Einsamkeit leiden. Man hat das verknüpft mit einer Gefahr für unseren demokratischen Zusammenhalt, denn wenn Kinder und Jugendliche unter Einsamkeit leiden und sozial isoliert sind, dann stellt sich natürlich auch ein Gefühl ein von "ich werde alleingelassen, die Politik hört mich nicht". Das untergräbt dann in weiterer Folge das Vertrauen in unsere Institutionen. Deswegen ist es so wichtig, dass wir dem hier etwas entgegensetzen.
Wir als Gen Z haben uns vor kurzem in den Parks getroffen und haben Pudding mit Gabel gegessen. Und das ist ja kein Zufall. Ich weiß nicht, wer von Ihnen das auf Social Media mitbekommen hat. Das mag auf den ersten Blick vielleicht lächerlich klingen, aber dahintersteckt ja eigentlich etwas. Ich habe auch nicht gedacht, dass ich im Gemeinderat einmal über "Pudding mit Gabel" reden werde, aber dahintersteckt, dass wir uns als Gen Z wünschen, tatsächliche Begegnungen zu haben, weg von Social Media und so weiter. Und auch da setzt das Projekt Mental Health Days in den Schulen wieder an. Deswegen finde ich es so wichtig. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Ceterum censeo: Schulsozialarbeit sollte natürlich ausgebaut werden. Wir werden nicht müde, hier Druck zu machen, aber Sie haben natürlich in uns auch immer einen verlässlichen Partner, eine verlässliche Partnerin, wenn es darum geht, hier konkrete Maßnahmen auf den Boden zu bringen.
Danke an den Verein, an den Initiator und an alle Personen, die sich da beteiligen. Es ist wirklich eine super Sache. Und wer einmal mit mir Pudding mit Gabel essen gehen möchte - ich lade alle herzlich ein. Es geht auf mich. (Beifall bei GRÜNEN und NEOS.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächster zum Wort gemeldet ist Herr Abg. Saurer.
GR Mag. Bernd Saurer (FPÖ): Ja, Pudding mit Gabel - diese Einladung nehme ich gerne wahr.
Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Kolleginnen und Kollegen! In einem möchte ich meinem Vorredner auch noch beipflichten, nämlich was die psychischen Erkrankungen betrifft, die durch die Corona-Zeit hervorgerufen und verstärkt wurden. Wer war daran aber schuld? Wer hat die Schulschließungen und die Dauer-Lockdowns zu verantworten gehabt? - Das waren schon Sie, meine Damen und Herren, außer die FPÖ. (Beifall bei der FPÖ.)
Jetzt klingt der Titel des Vereins, so wie er firmiert - Verein zur Förderung eines selbstbestimmten Umgangs mit Medien -, ja auf den ersten Blick nett: psychische Gesundheit, die im Vordergrund steht, Medienkompetenz - die kommt nämlich im Antrag sonst nirgends vor -, Prävention und Chancengleichheit. Doch wenn man genauer hinsieht, erkennt man, worum es tatsächlich geht: um ein weiteres kostspieliges Projekt, das in Wahrheit nichts anderes darstellt als eine teure Reparaturmaßnahme für eine integrationspolitische Katastrophe, für die Sie, werte SPÖ, in Wien verantwortlich zeichnen. (Beifall bei der FPÖ.)
Deshalb lehnen wir Freiheitliche dieses Poststück auch ab. Man braucht aber, wenn man den Antrag durchliest, auch gar nicht zwischen den Zeilen zu lesen, um zu sehen, wer die eigentliche Zielgruppe ist. Jugendliche mit mangelnden Deutschkenntnissen - also nicht, so wie Sie sagen, eine breite Bevölkerungsgruppe - aus herausfordernden Bezirken mit hohem Migrationsanteil. Also genau dort, wo Ihre Integrationspolitik seit Jahren versagt. (GRin Mag. Dolores Bakos, BA: Ich glaube, Sie haben den Akt verwechselt!) Anstatt das Grundproblem endlich anzugehen, werden Gelder, die Sie den Wienerinnen und Wienern vorher aus dem Säckel gezogen haben, in die x-te Präventionsmaßnahme gesteckt, diesmal mit Therapiehunden und bunten Workshops.
Was aber haben die Jugendlichen in Wien heute am dringendsten nötig? - Einen funktionierenden Deutschunterricht, klare Regeln, Vorbilder, Wertevermittlung und Perspektiven. Was bekommen sie stattdessen? - Workshops mit Mentimeter-Umfragen, Graphic Protocols, Snags und Dolmetscheroptionen in fünf oder mehr Sprachen. Wenn aber Jugendliche nach Jahren in Wiener Schulen noch Dolmetscher brauchen, ist das sehr wohl ein Eingeständnis eines totalen Integrationsversagens. Therapiehunde und mehrsprachige Elternabende sind keine Lösung für eine tiefgreifende gesellschaftliche Problemlage, sondern sie sind das Feigenblatt einer Politik, die sich weigert, das eigentliche Problem zu benennen, nämlich die Massenzuwanderung und das Scheitern der Integration. (Beifall bei der FPÖ.)
Die psychischen Belastungen vieler Jugendlicher sind real und nicht wegzuleugnen, aber sie sind auch nicht zufällig entstanden. Lockdowns und Schulschließungen habe ich schon erwähnt, aber wenn Kinder auch in Familien aufwachsen, in denen kaum Deutsch gesprochen wird, in denen kulturelle Parallelwelten herrschen und Werte wie Respekt, Disziplin und Eigenverantwortung keine Rolle spielen, dann sind Konflikte, Überforderung und Zukunftsangst wohl vorprogrammiert. Anstatt das zu ändern, finanziert die Stadt Wien Projekte, die das Problem noch verfestigen. Jugendlichen wird durch ein Susi-Sorglos-Paket - ich möchte mich jetzt bei allen mit Namen Susi entschuldigen - eine heile Welt vorgegaukelt, anstatt dass man sie auf die beinharte Arbeitswelt vorbereitet. Je mehr Integrationsprobleme es gibt, desto mehr Förderungen werden ausgeschüttet. Das ist ein System, das sich selbst erhält, ein milliardenschwerer
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